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Das Making-of meines neusten Projekts DIE REPORTERIN. 
Hier berichte ich regelmässig, wie sich die Schreibarbeit entwickelt.

16. April 2019: "Gefällt mir!"

Ganz ehrlich: Ich habe schreckliche Tage hinter mir. Das Manuskript der REPORTERIN lag seit Tagen bei den Erstleserinnen und Erstlesern. Und ich musste auf eine Reaktion warten. Ich sass wie auf Nadeln und begann an mir zu zweifeln. Auch an Selma. Ich versuchte, an der dritten Fassung der Geschichte zu arbeiten. Aber ich war unsicher, nervös. Ach, es war einfach kaum auszuhalten!

Aber jetzt wurde ich erlöst! Die erste Erstleserin hat mir ein Feedback geschickt. Mit schweissnassen Händen öffnete ich die Mail. Was, wenn die Kritik vernichtend ausfällt?

Und dann las ich die ersten Sätze:

«Um es gleich vorneweg zu nehmen: ich habe die Geschichte in einem ‹Schnuz› gelesen und fand sie wirklich TOLL! Gratuliere! Also, du kannst dich entspannen…»

MAXIMUM! Daumen nach oben! WOW!

Und es ist genau das eingetroffen, was ich mir erwünscht habe: Meine Erstleserin hat mich auf Dinge aufmerksam gemacht, auf die ich selbst nie gekommen wäre. Da ist etwas nicht ganz stimmig, hier ist eine Passage etwas ungenau, diese oder jene Figur wirkt etwas seltsam.

DANKE! Nun bin ich wieder gechillt und voll motiviert!

Geniesst die Zeit. Bis nächste Woche!

7. April 2019: Die Erstleserinnen und Erstleser

Es ist soweit: Die 2. Fassung von DIE REPORTERIN ist fertig. Ich habe in den letzten Tagen das erste Manuskript überarbeitet, korrigiert und ergänzt. Nun passt es für mich!

Aber es muss ja nicht nur mir passen! Sondern vor allem meinen Leserinnen und Lesern. Deshalb habe ich mich für einen sehr professionellen Weg entschieden: Die 2. Fassung meines Manuskriptes liegt jetzt bei einigen Erstleserinnen und Erstlesern. Diese dürfen sich die Geschichte mit Selma und ihrem ersten Abenteuer zu Gemüte führen und mir danach ein Feedback geben. Gefällt ihnen die Story? Ist sie spannend oder langweilig? Geht sie überhaupt auf? Und so weiter.

Das ist für mich natürlich ein kritischer Punkt. Und ich bin auch nervös. Aber gut, da muss ich jetzt durch!

Wenn man als Autor in einer Story drin ist, kann man schon mal den Überblick etwas verlieren, Details missachten oder gewisse Dinge schlicht und einfach vergessen. Auch Fehler sieht man als Autor teilweise nicht. Da hilft es auch nicht, sein Manuskript zehn Mal durchzulesen.

Bin also sehr gespannt auf die Kritik meiner Erstleserinnen und Erstleser. Und beginne schon mal mit der 3. Fassung meines Manuskriptes! Durchlesen, korrigieren, nachrecherchieren, überprüfen…

Genau: Überprüfen! Ganz wichtig! Wie das funktioniert, erzähle ich Euch das nächste Mal.

Geniesst die Zeit! Bis nächste Woche!

27. März 2019: Selma liebt den Frühling!

Ich persönlich hielt mich bisher als relativ jahreszeiten-resistent. Natürlich mag ich den Frühling und geniesse es, wenn alles wieder erblüht und zu neuem Leben erwacht. Seit ich mich allerdings intensiv mit meiner neuen Figur Selma Legrand beschäftige, sehe ich den Frühling auch mit ihren Augen. Und Selma liebt den Frühling! Deshalb bin ich heute einige Stationen früher aus dem Tram ausgestiegen und habe diese wunderschönen Magnolien fotografiert.

Selma feierte übrigens vor einigen Tagen ihren Geburtstag. Sie hat mich leider NICHT zu ihrer kleinen Feier mit ihren engsten Freunden eingeladen. WAAS? Ja, das habe ich mich auch gefragt! Gut, ich gebe es zu: Ich habe vergessen, ihr gleich am Morgen zu gratulieren. Ich weiss, liebe Leserin: EIN NO GO! Lieber Leser, Du verstehst mich, oder? Kann bei einer so frischen Beziehung passieren. Nicht? Huch!

Moment! Ich habe der lieben Selma kurz vor ihrem Geburtstag ein ganz phantastisches Kleid geschenkt. Oder schenken lassen. Ein blaues Etui-Kleid. Perfekt für den Frühling. Und auch noch die passenden Schuhe dazu! Selma war ganz aus dem Häuschen! Aber mitfeiern durfte ich trotzdem nicht.

Ihr seht: Mit der lieben Selma habe ich mir was eingebrockt!

Habt eine gute Zeit. Bis nächste Woche!

19. März 2019: Die 1. Fassung steht!

Ich brauche Handcreme! Erkläre Euch auch gleich warum.

Aber erst mal: Selma und ich haben die Basler Fasnacht stürmisch, aber gut überstanden. Getroffen haben wir uns nicht. Einmal dachte ich allerdings, sie stehe vor mir. Als die Frau dann aber zu reden anfing, wusste ich, das kann nicht Selma sein.

So geht es mir manchmal mit meinen Figuren. Je wichtiger sie sind, desto präsenter sind sie. Und da Selma sehr wichtig ist, lebt sie praktisch mit mir. Ich habe ein genaues Bild von ihr. Sie hat dunkle Augen, braune Haare, sie ist ziemlich gross und schlank. Und sie zieht sich ganz unterschiedlich an. Von sportlich bis elegant. Meistens trägt sie aber Jeans, eine Bluse, ein Hemd, Pulli und eine kurze Jacke. Ich sehe sie auch genau vor mir, wie sie sich bewegt. Und ich höre sie sprechen.

Geht es Euch nicht auch so? Wenn ich ein Buch lese, fangen die Figuren in meinem Kopf an zu leben. Tja, und wenn die Geschichte verfilmt wird, bin ich zuerst etwas enttäuscht, dass der Schauspieler ganz anders aussieht…

Nun, seit der Fasnacht sind schon wieder einige Tage vergangen. Eh voilà: Die 1. Fassung meines Manuskriptes steht. Jetzt überarbeite ich den gesamten Text für die 2. Fassung.

Ja, das ging wirklich flott. Habe selbst gestaunt. Aber irgendwie hat mich Selma mitgerissen. Wer jetzt glaubt, ach, der liefert nur ein dünnes Heftchen ab – der irrt. Wird schon ein Buch! Und ich bewege mich auch bereits an der Obergrenze des Umfangs. Die liegt irgendwo bei… nein, das verrate ich nicht. Nur so viel: Der gesamte Text dieses Blog-Eintrages umfasst 1692 Zeichen und füllt gerade mal eine halbe A4 Seite – also fast nichts. Jetzt könnt Ihr ausrechnen.

ICH HABE WUNDE FINGER!

Bis nächste Woche!

8. März 2019: Selma und ich an der Fasnacht

Meine Nächte sind zurzeit etwas kurz, schliesslich will ich meine Geschichte vorantreiben. Oder treibt gar die Geschichte mich voran? Ganz ehrlich, es stimmt beides. Kommt dazu, dass ich langsam merke, mit Selma eine äusserst spannende Figur erschaffen zu haben, die mich auf Trab hält. Und sie schläft im Moment auch wenig. Sehr wenig sogar. Warum? Das verrate ich natürlich nicht.

Wir – also Selma und ich – werden jetzt aber eine Pause machen. Von der Geschichte, aber auch von unserer Beziehung. Denn in Basel, wo wir ja beide leben, beginnt am Montag die Fasnacht. Selma ist Pfeiferin in einer Frauenclique. Ich spiele ebenfalls Piccolo, aber in einem Männerverein. Ob wir uns über den Weg laufen? Wer weiss…

Mein neustes Werk wird kein Fasnachtsbuch! Aber eine kleine Passage über die Basler Fasnacht gibt es. Und diese möchte ich Euch jetzt präsentieren. Als kleiner, exklusiver Einblick in mein Manuskript.

«Von der Schifflände her ging Selma den steilen Rheinsprung hinauf – eine schmale Strasse, die sie immer an die Fasnacht erinnerte. Denn die Routenchefin ihrer Clique, in der Selma Piccolo spielte, brachte es Jahr für Jahr fertig, mindestens einmal diesen Berg spielend hinauf zu kraxeln, was bei etlichen Pfeiferinnen regelmässig zu akuter Atemnot, musikalischen Totalausfällen und unanständigen Kraftausdrücken unter den Larven führte. Und ebenso traditionell bei der Lämpesitzung nach der Fasnacht für Diskussionen sorgte.»

Voilà. Die Fasnächtler unter uns kennen das bestens! Und alle andere wissen nun: Nein, Fasnacht macht nicht nur Spass.

Bis nächste Woche!

26. Februar 2019: Selma Legrand

Selma Legrand ist „Die Reporterin“. Sie begleitet mich nun bereits seit einigen Wochen. Ja, sie ist ein wichtiger Teil in meinem Leben geworden, denn wir verbringen sehr viel Zeit miteinander, denken und fühlen ganz ähnlich – und beeinflussen uns gegenseitig.

Aber warum heisst sie eigentlich Selma Legrand? Für mich als Autor ist es immer wieder schwierig, meinen Figuren die richtigen Namen zu geben. Vor allem, wenn es um die Hauptfigur geht. Da durchleide ich einen ähnlichen Prozess wie werdende Eltern.

„Die Reporterin“ musste einen Vornamen haben, der irgendwas mit Schweden zu tun hat. Warum, werdet Ihr noch erfahren.

Mir gefiel Svea ganz gut. Ich habe eine Freundin über meine Namenswahl eingeweiht. Diese teilte mir aber mit, dass sie Svea leicht mit Svenja verwechseln würde. Oups! Das geht natürlich gar nicht.

Ich erinnerte mich an die Geschichte der grossen schwedischen Autorin Selma Lagerlöf:  „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“. Und da ich meine Reporterin ebenfalls auf Reisen schicke, fand ich den Namen Selma für meine Heldin absolut passend. Mittlerweile kann ich mir gar keinen anderen Namen mehr für meine Selma vorstellen.

Der Nachname war dann schnell gefunden. Er musste vornehm baslerisch-französisch klingen. Warum? Das ist wieder eine andere Geschichte!

Bis zum nächsten Mal!

19. Februar 2019: Das neue Buchprojekt steht

Leute, ich bin aufgeregt! Selma ist in mein Leben getreten. Selma ist „Die Reporterin“.

Das Konzept ist geschrieben. Die ersten Seiten auch. „Die Reporterin“ soll eine Serie werden. Die erste Geschichte ist für Frühling 2020 geplant.

Es geht um Schicksale, Dramen, Geheimnisse – und um Liebe! Spannung, Unterhaltung, Romantik! Happy-End? Ich hoffe es!

Meine neue Hauptfigur heisst also Selma, Selma Legrand. Sie lebt in Basel. Ihre Spezialität sind schöne Fotoreportagen aus der Schweiz. Da kann ganz viel passieren. Und Selma ist natürlich immer mittendrin. Nicht unbedingt als Journalistin, sondern als Mensch. Ach, Ihr werdet sie mögen. Ich mag sie auch schon!

Könnt Ihr Euch vorstellen, dass man als Autor mit seinen Figuren mitlebt? Es ist wie im richtigen Leben: Manche mag man, manche nicht. Und manchmal entpuppen sich Figuren, die für die Geschichte doof sein sollten, als tolle Menschen. Umgekehrt werden sympathische Menschen plötzlich schwierig. Uii, dann wird’s knifflig.

Selma ist toll. Und sie wird toll bleiben. Obwohl sie bereits ein erstes Mal zickig wurde gegen mich. Sie bekommt nämlich so ein süsses Grübchen in der Wange, wenn sie lächelt. Das mag sie gar nicht und wollte mir verbieten, es zu schreiben. Ha!

Warum sie Selma Legrand heisst? Darüber berichte ich Euch das nächste Mal!