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Die Making-ofs meiner aktuellen Projekte DIE REPORTERIN und RUBY. 
Hier berichte ich jeden Sonntag, wie sich die Schreibarbeit entwickelt. Und manchmal schreibe ich auch über ganz andere Themen.

22. Januar 2023: Das Böse lauert NICHT immer und überall

Ich fahre ja gerne Bus. Aber ich muss auch zugeben, dass mich das ewige Rundendrehen manchmal etwas langweilt. Im städtischen Linienverkehr ist die Monotonie hin und wieder tatsächlich mühsam. Dann schleppen sich die Stunden dahin. Natürlich muss man immer höchst aufmerksam sein, aber man fährt halt immer die gleichen Strecken. Man sieht immer das Gleiche. Die gleichen Strassen, die gleichen Quartiere, manchmal sogar die gleichen Gesichter … Mich belastet das manchmal. Dann sehne ich mich auf den Reisebus zurück und träume von den endlosen Strassen in Skandinavien.

Aber letzten Freitag war Action angesagt. In Basel war nämlich mal wieder Museumsnacht. Ich melde mich meistens freiwillig zu solchen Einsätzen. Endlich mal andere Strecken fahren, endlich mal andere Haltestellen ansteuern. Und die Leute sind immer gut drauf. Es gab einen neuen Besucherrekord: Die teilnehmenden Museen zählten rund 128 000 Eintritte. Daraus schliessen die Organisatoren, dass gut 40 000 Besucher in dieser eisigen Nacht unterwegs waren. Und sich von Museumsnacht-Bussen herumkutschieren liessen. In der Tat waren die Busse wirklich fast immer voll.

Dreh und Angelpunkt ist jeweils der Münsterplatz. Dort sind Start und Ziel sämtlicher Buslinien, die die Besucherinnen und Besucher zu den Museen führen. Ihr könnt Euch vorstellen, was auf diesem Platz los ist! Verkehrs-, Sicherheits- und Terrorexperten würden unter normalen Umständen die rote Karte zücken und einen solchen Betrieb sofort verbieten. Aber irgendwie klappt das immer. Es hat natürlich Sicherheitsleute. Und wir Chauffeure und Chauffeusen sind für einen solchen Einsatz sensibilisiert. Beziehungsweise einfach Profis genug.

Trotzdem staune ich immer wieder, dass das alles möglich ist. Dass bei uns in der Schweiz glücklicherweise noch ein gewisses Urvertrauen vorhanden ist. Das Böse lauert eben NICHT immer und überall. Das sollten wir gerade in diesen Zeiten sehr schätzen. Und Sorge dazu tragen, dass das so bleibt.

So, nun steht die Fasnacht vor der Türe. Da sind Selma und ich ja auch noch engagiert. Ich bin mit meiner Clique zudem an einer Vorfasnachtsveranstaltung aktiv. Das ist halt so ein Pflichtprogramm. Selma schleift derweil an ihren Märschen …

Eine gute Woche!

16. Januar 2023: Selma und der Bergdoktor

Vor einigen Tagen bekam ich eine Mail eines Lesers, beziehungsweise dem Ehemann einer Leserin: Er habe seiner Frau «Lebenslust» geschenkt, nun wolle sie auch die drei ersten Bücher!

Das freut mich natürlich sehr und bestärkt mich in der Annahme, dass es für einen Einstieg in eine Serie nie zu spät ist. Jedes Buch muss zwar in sich selbst schlüssig sein, aber es kann für die Hauptfiguren ein Vor- und ein Nachleben geben. Ich bin sogar überzeugt, dass die Fangemeinde einer Serie mit der Zeit grösser wird. Irgendwann vielleicht auch mal kleiner. Alles hat schliesslich ein Ende …

Was bei Büchern funktioniert, funktioniert natürlich auch im Film und im Fernsehen. Ich bin relativ spät in die ZDF-Serie «Der Bergdoktor» eingestiegen. Warum weiss ich nicht mehr. Jedenfalls fiebere ich derzeit (es läuft die 16. Staffel) fleissig mit. Und mit mir regelmässig über fünf Millionen andere.

Nun stelle ich an mir fest, dass ich die aktuellen Folgen nicht ganz so spannend finde wie die der letzten Staffel. Ich finde, die Filme haben gewisse Längen. Vielleicht ändert sich das ja noch. Ich will die Geschichten jetzt nicht sezieren, aber mir erscheinen gewisse Sachen als zu gesucht – vermutlich hatten die Drehbuchautoren Angst davor, sich zu wiederholen. Überraschungen sind natürlich toll, mir würden aber auch ähnliche Handlungsstränge überhaupt nichts ausmachen. Schliesslich habe ich als Fan eine ziemlich genaue Erwartungshaltung …

Wie auch immer: ICH BLEIBE NATÜRLICH FAN! Wie auch vom Traumschiff – dessen Storys wirklich teilweise grottenschlecht sind. Ich bleibe auch in Südschweden bei Inga Lindström, in Cornwall bei Rosamunde … Ich bin eben ein treuer Fan.

Serien sind übrigens überhaupt nicht altmodisch, sondern wieder im Trend. Auch die Streaming-Anbieter wie Netflix werben fleissig für ihre aufwändig produzierten Serien. Stichwort: Fan-Bindung oder Kunden-Bindung …

Also: Mögen die Serienstars noch ganz lange leben!

Nach einer kurzen Festtagspause habe ich mich wieder um Selma Teil 5 gekümmert. Ich habe die letzten Erstleserinnen-Inputs umgesetzt. Nun poliere ich das Manuskript in den kommenden Tage auf Hochglanz. Dann geht es ab ins Lektorat.

Auch allen eine schöne, winterliche Woche!

(Bilder: Verlagshaus Schwellbrunn, Screenshot ZDF)

 

8. Januar 2023: Die Sinne schärfen

Mein lieber Freund Eddie Wilde hatte eine Idee für ein Bild. Er zeichnete und malte eine Gasse in einer Stadt. Und in der Mitte, ziemlich klein: mich. Er nannte sein Werk: «Dr Phippe dänggt sich e Gschicht uss».

So also komme ich auf meine Ideen. Zumindest aus der Sicht von Illustrator Eddie.

Doch, das würde mir schon gefallen. So durch die Gassen einer Stadt schlendern, Ideen sammeln und dann eine Geschichte ausdenken. Oder vorher noch einen Apéro nehmen. Und dann in der Schreibstube mit Blick aufs Meer die ersten Sätze formulieren … Ach ja, den Müssiggang zelebrieren und die Schriftstellerei als hohe Kunst betreiben – wäre schon eine nette Vorstellung. Eddies Helge gefällt mir!

Natürlich entspricht das nicht ganz der Realität. Aber im Grundsatz trifft Eddie den Nagel auf den Kopf: Es geht schlussendlich um die Schärfung der Sinne. Mal ehrlich: Auf Eddies Bild passiert nichts. Aber passiert wirklich nichts? Vielleicht passiert ja etwas. Hinter den Mauern der Häuser. Vielleicht passiert in dieser Gasse jetzt gerade nichts, aber es ist etwas passiert … Vielleicht riecht es seltsam. Vielleicht ist das Licht speziell. Vielleicht sind Geräusche zu hören … Undsoweiter. Wir alle werden täglich von unseren digitalen Geräten zugemüllt. Unsere Sinne werden betäubt. Wir nehmen sehr oft unsere Umgebung gar nicht mehr wahr. Gerüche! Ein riesiges Thema. Achtet mal auf die Informationen, die Euch Eure Nase vermittelt. Es offenbart sich eine ganz neue Welt. Habt Ihr Patrick Süsskinds «Parfüm» gelesen? Das beste Training. Plötzlich bekommt der Geruchssinn ein echtes Gewicht. Gerüche erzählen Geschichten! In meinem Bus riecht es an einem Freitagabend, wenn die jungen Menschen in den Ausgang gehen, ganz anders als an einem Montagmorgen. Achtet Euch einmal darauf. So entstehen Geschichten … Mit dem Hören, dem Zuhören, ist es ganz ähnlich. Ein Bub schreit: «Ich will nit ins Tram!». So entstand meine neuste «Fahrtenschreiber»-Glosse. „Ich will nit ins Tram“, war der Anfang einer Geschichte …

Zurück zu den Gerüchen. Unsere alte Dame Cleona, eine weisse Schäferhündin, schnuppert dauernd an irgendwelchen Gräsern, Sträuchern, Pfosten, ach, einfach an allem. Ich frage mich oft: Was passiert gerade in ihrem Gehirn? Welche Geschichte braut sich da zusammen? Ich bin sicher: Es müssen sehr spannende Geschichten sein.

Deshalb hatte ich auch viel Spass daran, meine Hunde-Figur Ruby zu erschaffen. Seid gespannt.

Achtet einmal genau auf Eure Sinne! Und es entstehen Geschichten …
Ich wünsche Euch eine gute Woche!

1. Januar 2023: Happy new year - ohne Jahresrückblick!

Zum Glück ist das Jahr 2022 endlich vorbei. Die letzten Tage eines Jahres ziehen sich manchmal endlos dahin. In den Medien gibt es praktisch nur noch Jahresrückblicke. Da muss ich sofort abschalten, weiterblättern oder wegwischen. Ich habe in meiner journalistischen Laufbahn genügend Jahresrückblicke getextet. Einfach alles nochmals aufgewärmt. Und natürlich ordentlich gepfeffert, zugespitzt, dramatisiert.

Viele Publizisten kommentieren das Jahr dann noch in epischer Länge. Als wäre nicht alles schon tausend Mal gesagt … Okay, vielleicht mögen das ja viele Leute. Ich finde es extrem altbacken und wenig innovativ.

Schlimmer ist nur die dämliche Böllerei …

Ach ja, die Horoskope nicht vergessen! Wenn diese wieder verschwinden, dann sind wir definitiv im 2023 angekommen.

Da mache ich lieber einen kurzen Ausblick. Ein neuer Selma-Roman und mein Kinderbuch Ruby werden 2023 erscheinen. Und ich werde natürlich weiterschreiben, neue Geschichten erfinden und den Fahrtenschreiber pflegen. Am 7. Januar geht es bereits wieder los. Ich muss und darf also gleich wieder in die Tasten hauen. Na ja, erst muss ich mal eine Idee haben. Hm? Mein persönlicher Jahresrückblick? Nein, kleiner Spass!

Und ich freue mich auf die grosse Lese-Reise 2023 ins Appenzellerland. Ich hoffe, Ihr seid dabei!

Aber das Allerwichtigste: Gesundheit, Glück, Freude, Spass, Liebe – das wünsche ich uns allen. Und ich wiederhole mich sehr gerne: Wenn ich Euch mit meinen Romanen und Texten hin und wieder ein bisschen Freude bereiten kann, dann macht das mir Freude.

Na dann: Auf ins 2023!

Euer Philipp

25. Dezember 2022: Die Heiligabend-Reportage

Liebe Freundinnen und Freunde: Fröhliche Weihnachten. Ich wünsche Euch einige besinnliche, ruhige und stille Tage und Nächte im Kreise Eurer Liebsten. Geniesst das Zusammensein, die Nähe und die Liebe.

Ich war an Heiligabend on tour und habe für die Basler Zeitung einen Bericht geschrieben. Hier ist er: „In Basel dauert die stille Nacht drei Stunden“.

Und an Heiligabend ist auch die neuste Fahrtenschreiber-Glosse erschienen: «Fahren war gestern, jetzt segeln wir». Mit der tollen Illustration von Eddie Wilde. Vielen Dank.

Voilà, genug Lesestoff, hoffe ich. Feiert schön weiter.

18. Dezember 2022: Die grosse Lese-Reise 2023

Endlich ist es da: Das Programm für die grosse EUROBUS-Lese-Reise 2023.
Zuerst das Wichtigste: Wann findet sie satt? Voilà: Am 17. und 18. Juni 2023.
Und wohin geht es? Natürlich ins Appenzellerland.

Jetzt wird es aber schon knifflig. Denn es gibt ein Hauptprogramm für Wanderer und eine Alternative für Nicht-Wanderer. Beim Wanderprogramm gibt es kurze Auf- und Abstiege, aber keine langen Touren. Wir besuchen nämlich die mystischen Orte aus meinem aktuellen Roman «Lebenslust». Und an diesen Orten lese ich natürlich auch immer mal wieder eine Passage vor.

Am ersten Tag werden wir den Ausflugsberg Hochhamm bei Urnäsch besuchen und im Bergrestaurant ein leckeres Mittagessen geniessen. Hier oben spielt die ganze Geschichte rund um das Geheimlabor der Forscherin Fabienne.

Die Nicht-Wanderer besuchen in dieser Zeit Urnäsch.

Am Nachmittag schauen wir dann bei meinem Verlag in Schwellbrunn herein. Wir bekommen eine Führung und erleben, was hinter einem Buch alles steckt. Und es gibt auch noch einen Apéro.

Den Abend und die Nacht verbringen wir dann in Appenzell.

Am Sonntag wandern wir zum Chindlistei. Wer das Buch noch nicht gelesen hat, wird jetzt rätseln, was das ist. Wer das Buch schon kennt – Leute, es ist magisch!

Die Nicht-Wanderer dürfen sich in Heiden umschauen, auf dem Witzweg die Lachmuskeln trainieren und das Henri-Dunant-Museum besuchen.

Natürlich gibt es, wie auf jeder EUROBUS-Lese-Reise, ein tolles Mittagessen.

Und danach einen Besuch im Kunsthaus des deutschen Schrauben-Königs Würth in Rorschach. Gleich neben diesem Gebäude liegt übrigens der Hafen, von dem aus Selma, Marcel, Arvid Bengt, Charlotte und Haberer zusammen mit Fabienne zu ihrem Segelturn auf den Bodensee gestartet sind. Und in diesen fürchterlichen Sturm gerieten …
Volles Programm!

Und der Preis? Ab 445 Franken.

Wäre doch auch ein schönes Weihnachtsgeschenk, oder?

Chauffiert werden wir übrigens wieder von meinem Freund Christian Siegenthaler. Und ich mache den Reiseleiter und texte Euch zu. Kleiner Spass.

Anmeldung und weitere Infos gibt es bei EUROBUS.

Ich freue mich sehr, mit Euch zwei tolle Tage erleben zu dürfen.

Einen besinnlichen 4. Advent wünsche ich Euch.

 

11. Dezember 2022: Die leise Lesung

Mein Freund Eddie Wilde hat mal wieder zum Pinsel gegriffen. Es zeigt mich an einer Lesung. Allerdings lese ich nicht laut, sondern leise. Die Gäste hören also nichts.

Ach, ein Scherzkeks, unser lieber Eddie. Oder ist es eine geniale Marketing-Idee? Die leise Lesung – der Autor oder die Autorin liesst im Buch und das Publikum sitzt da und schaut zu. Könnte eine recht mysteriöse Stimmung geben …

Apropos: Beobachtet andere Leute mal beim Lesen, liebe Freundinnen und Freunde. Manche bewegen ganz leicht ihre Lippen, andere fahren mit dem Finger den Zeilen nach, wieder andere bleiben regungslos … Sehr viel lustiger ist es übrigens, Leute beim Schneiden mit einer Schere zuzuschauen. Gerade jetzt, wenn man die Geschenke einpackt und deshalb das Geschenkpapier zuschneidet. Die meisten Leute schneiden nämlich mit dem Kiefer mit. Aber sicher: Mit dem Takt der Schere geht auch der Mund auf und zu. Ihr könnt das auch bei euch selbst feststellen. Probiert es aus! Ja, habe ich recht? Mund auf, Mund zu … Hammer, was?

Aber zurück zu Eddie. Irgendwie ist er mein Kreativ-Zwilling. Er zeichnet ebenso viel, wie ich schreibe. Ich meine, ich schreibe jeden Tag irgendwas. Eddie zeichnet irgendwas. Das ist nichts anderes als Training. Wie bei Sportlern. Oder Übung. Wie bei Musikern. Ihr wisst, was ich meine. Und Eddie hat einfach diese Kreativität, die Idee, den Spirit.

Deshalb freue ich mich so auf unser erstes gemeinsames Buch «Ruby».

Aber jetzt verrate ich euch ein Geheimnis. Einmal mehr. Wir sind ja unter uns, oder? Eddie kann nicht nur Jööö, Eddie ist ein Schlimmer. Ganz, ganz böser Humor hat der. Und ich hätte grosse Lust, ihm mal einen ganz, ganz bösen Text vorzulegen, den er dann illustrieren kann. Denn ich kann auch nicht nur Jööö. Manchmal hacke ich Sätze in meinen Laptop, uiuiui … Nur zur Übung. Nur zur Übung! Lösche ich immer sofort. Nur bei meiner Figur Jonas Haberer lebe ich manchmal diese Seite aus …

So, genug davon. SONST MACHE ICH HIER NOCH ERNST UND SCHREIBE, WAS EIN BUSFAHRER ÜBER SO MANCHE FAHRGÄSTE WIRKLICH DENKT.

Heute ist der dritte Advent. Da wollen wir doch besinnlich sein.

Deshalb wünsche ich …

Moment noch! Am vierten Advent sind Eddie und ich in der Basler Buchhandlung Orell Füssli und signieren unser Buch «Fahrtenschreiber». 18. Dezember, 14 bis 16 Uhr. Hier die Info: Signierstunde.

Euch allen einen wunderschönen, lichtvollen dritten Advent.

4. Dezember 2022: Weihnachtsmarketing

„Probsts Mantra ‹Die Lesenden dürfen sich nie langweilen› setzt er brillant um.“ – Der Bücherchecker.

Das ist meine Weihnachtswerbung auf Facebook. Wenig weihnächtlich? Wenig originell? Kann sein. Aber für einmal kopiere ich einfach die grossen Verlage. Die präsentieren auch nur ein Buch und schreiben einen kernigen Satz dazu.

Ich finde: Buch sieht gut aus, Satz ist kernig. Und der ist nicht einmal erfunden, sondern vom Buchkritiker, eben vom Bücherchecker.

Das Weihnachtsgeschäft ist für den Buchhandel extrem wichtig. Je nach Standort der Filiale wird hier richtig Umsatz gebolzt. Schnell noch ein Buch für Tante oder Onkel Sowieso und ab zur Weihnachtsfeier. Und was für den Buchhandel wichtig ist, ist auch für den Autoren oder die Autorin wichtig. Also Leute: kaufen, kaufen, kaufen. Und schenken, schenken, schenken.

Ein bisschen plump, was?

Machen wir es nun doch noch ein wenig origineller:

Nächstes Jahr gehen wir wieder auf Lese-Reise. Sie findet am 17. und 18. Juni 2023 statt. Wir fahren ins Appenzellerland. Wir werden auf den Hochhamm wandern. Also dorthinauf, wo grosse Teile des Buchs «Lebenslust» spielen. Und wo Jonas Haberer fast das Zeitliche segnet. Das ist eine kurze Wanderung und gut zu bewältigen.

Dann besuchen wir meinen Verlag und erfahren von den Profis, wieviel Arbeit hinter einem Buch steckt …

Am zweiten Tag wandern wir zum mysteriösen Chindlistein und zur Hexenwiese. Beides ganz wichtige Schauplätze in «Lebenslust». Und sehr, sehr mystisch …

Das wird wieder eine richtig tolle Reise. EUROBUS, der offizielle Veranstalter, ist noch an der Arbeit. Feststeht aber schon, dass wiederum Christian Siegenthaler unser Chauffeur sein wird. Mal gucken, wie er die engen Strässchen im Appenzellerland meistert … grins.

Weitere Infos gibt es demnächst.

So eine Reise ist schon origineller, was? Und ich bin ein bisschen stolz darauf, diese „Lese-Reisen“ quasi erfunden zu haben …

Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen zweiten Advent

27. November 2022: Die berühmten drei ... Sätze!

Seid Ihr Liebhaber*innen richtig dicker Schmöker? Menschen, die tausendseitige Romane mit grossem Vergnügen lesen, soll es tatsächlich geben. Allerdings gibt es wenige Verlage, die noch solche Bücher anbieten. Die Branche hat sich irgendwie auf ein Standartmass von 250 bis 450 Seiten geeinigt. Ich habe in einer Studie gelesen, dass vor allem Leser*innen von Fantasy-Bücher dicke Bücher lieben. Liebesromane sollten dagegen eher kurz sein. Krimis, Thriller … ? Na ja, da gibt es schon auch dicke Dinger, sind aber eher die Ausnahme.

Philipp, bring’s auf den Punkt!

Natürlich.

Facebook hat mir letzte Woche empfohlen, nur noch Posts mit höchstens drei Sätzen zu veröffentlichen: «Untersuchungen haben gezeigt, dass Follower eher mit Beiträgen interagieren, die höchstens 3 Sätze haben.»

Facebook muss es wissen. Facebook weiss schliesslich alles. Wie alle anderen Internetkanäle. Wobei ich mich frage – Achtung, Klugscheisser: Kann man mit Beiträgen interagieren? Oder interagiert man nicht eher mit Leuten, die Beiträge schreiben?

Ach, egal.

Das waren schon wieder viel mehr als drei Sätze.

Und jetzt habe ich keine Freunde und keine Follower mehr … Also tschüss, Ihr Lieben, wünsche Euch noch einen schönen Sonntag!

So, für alle die noch hier sind, erzähle ich ein bisschen aus dem Nähkästchen. Facebook hat natürlich nicht unrecht. Dazu braucht es aber keine Untersuchungen von Facebook, das wissen Profi-Journalisten und PR-Schreiberinnen und Autor*innen längst. Deshalb gibt es ja zu jedem Artikel eine kurze Zusammenfassung des Textes. Den sogenannten Lead. Er besteht aus zwei, drei Sätzen und fasst den Artikel zusammen. Bei Büchern ist diese «amuse bouche» etwas länger. Dort nennt man es Klappentext.

Richtig gute Leads und Klappentexte sind eine Kunst. Kurz, prägnant, reizvoll.

Ich mache ein Beispiel. Für die vier Sätze in meinem aktuellen «Fahrtenschreiber» habe ich ziemlich lange gebraucht. Mehrere Anläufe, Pausen, mehrere Runden mit dem Bus, neuer Anlauf … Die Sätze lauten: «Keine fröhliche Fussball-WM, kein heisses Bad, keine trockene Wäsche. Was für ein trister November! Dafür geht es mit der E-Mobilität vorwärts. Manchmal etwas zu rasant …» Damit wird auch der Titel «Die E-Velo-Geschosse» gestützt. Den ganzen Text findet Ihr hier: «Fahrtenschreiber».

Nun, die vier (sorry Facebook!) Sätze fassen also den Text zusammen und sollen den Appetit der Leser*innen anregen. Das sah offensichtlich auch die strenge Textchefin der BaZ so und winkte den Artikel durch.

Ich verrate Euch zudem: Ich habe extra den Artikel nochmals umgeschrieben, damit der Lead passt. Denn: Wenn man keinen guten Lead zu einem Artikel schreiben kann, ist die Geschichte nicht rund. Das ist eine Faustregel. Und ich darf sagen: sie stimmt.

So. Nun noch die wichtigsten drei Sätze zum heutigen Tag:

Euch allen einen frohen 1. Advent. Geniesst die Weihnachtszeit. Wünschen wir uns alle zusammen eine friedliche und glückliche Welt.

20. November 2022: Wölfe gesucht - Schnee gefunden

Ich war wieder einmal in Engelberg. Ich dachte, ich könnte die Wölfe besuchen. Und bin losmarschiert. Wie DIE REPORTERIN in meinem Buch «Wölfe» wanderte ich vom Horbis steil bergauf Richtung Alp Ober Zieblen.

Es sieht alles noch genau gleich aus. In meinem Buchtrailer zu den Wölfen könnt Ihr die Gegend anschauen: «Buchtrailer Wölfe».

Wölfe habe ich leider keine gesehen. Dafür hat es zu schneien angefangen. Einen Moment lang habe ich mich gefühlt wie Selma, die Reporterin, die bei ihrer Suche nach den Wölfen eingeschneit wird. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, den Schneefall zu beobachten und mitzuerleben, wie sich die Stimmung innert weniger Minuten ändert. Es wird nicht nur alles weiss, es wird auch still, die Gerüche ändern sich, es riecht nach Schnee. Obwohl Schnee ja nicht riecht. Aber die anderen Gerüche – Erde, Gras, Mist usw – werden irgendwie zugedeckt.

Unsere Hunde könnten das sicher bestens erklären. Sie waren völlig geflasht und wälzten sich die ganze Zeit im Schnee. Und hinterliessen ihre Spuren. Doch, doch, mit ein bisschen Phantasie habe ich damit immerhin Wolfsspuren entdeckt …

Die kleine Auszeit hat gutgetan. Ich habe natürlich auch an meinem Manuskript für den fünften Band der REPORTERIN-Reihe weitergearbeitet. Ich bin sehr strukturiert vorgegangen, was eigentlich nicht so mein Ding ist. Aber dieses Mal habe ich die Inputs und die Kritik meiner Erstleserinnen und Erstleser vorgängig aufgelistet und Punkt für Punkt abgearbeitet. Hatte ich einen Punkt erledigt, setzte ich auf meiner Liste ein Häkchen dahinter. Und je mehr Häkchen auf dem Blatt zu sehen waren, desto heiterer wurde meine Stimmung.

Das muss ich mir unbedingt merken. Ich schreibe ab sofort nur noch strukturiert. Bis dann meine Phantasie wieder mit mir durchgeht …

Nun muss ich einen gewissen Handlungsstrang noch kürzen (welchen verrate ich Euch vielleicht ein anderes Mal). Kürzen ist für jeden Autor, für jede Journalistin die Höchststrafe. Es ist leicht, fremde Texte zu kürzen. Aber die eigenen? Schwierig, schwierig. Denn jeder Satz, jede Formulierung ist doch sooo wichtig und dazu auch noch schlicht und ergreifend genial!

Da bin ich allerdings pragmatisch: Schnippschnapp und gut ist. Auch wenn möglicherweise ein Satz in die Tonne fliegt, der mir den Literaturnobelpreis beschert hätte.

Kleiner Spass. Ich werde also kürzen. Und dann kommen mir vielleicht noch neue Ideen, strecke den Text wieder und muss dann wieder kürzen.

Es gibt also noch viel zu tun …

Moment noch! Habe ich Euch eigentlich schon den Arbeitstitel verraten? Und wenn schon, ich erwähne ihn nochmals, weil er mir so gefällt: «Eismusik». Vielleicht ändert er sich noch und Eismusik landet in der Tonne. Aber ganz ehrlich – er ist schon verdammt gut, oder?

Kommen jetzt die eisigen Herbststürme? Ich liebe sie! Habt eine gute Woche.