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Das Making-of meines neusten Projekts DIE REPORTERIN. 
Hier berichte ich jeden Sonntag, wie sich die Schreibarbeit entwickelt. Und manchmal schreibe ich auch über andere Themen.

13. Juni 2021: Geisterwägeli

Vielleicht beschäftigte ich mich für mein neues Buch – Selmas viertes Abenteuer – gerade mit zu viel Geistern, mit zu viel Esoterik und mit zu vielen Zauberpflanzen. Ich weiss es nicht. Aber diese kleine Geschichte ist mir tatsächlich passiert.

Ich fahre frühmorgens – 05.40 Uhr – mit meinem Gelenkbus langsam an die Endhaltestelle in Kleinhüningen. Ich sehe, dass auf dem Trottoir ein verlassener Einkaufswagen steht. Ich denke mir nicht viel dabei, schliesslich nehmen gewisse Leute die Einkaufswagen mit und lassen sie dann einfach irgendwo stehen. Ich fahre also langsam an diesem Wägeli vorbei, nähere mich immer mehr dem Randstein und beobachte auf den letzten Metern bis zum Stillstand mein Haltemanöver im Rückspiegel.

Plötzlich sehe ich, dass sich der Einkaufswagen in Bewegung setzt und gegen meinen Bus knallt!

Ich stoppe sofort und steige aus. Weit und breit ist keine Menschenseele zu sehen. Aber das Wägeli hängt tatsächlich in meinem Bus. Zum Glück gab es keine Schramme, nur eine Schleifspur, die man auspolieren kann.

Ich schiebe das Wägeli von meinem Bus weg und parkiere es an einem Baum. Dabei bemerke ich, dass es in etwa gleich grün ist wie mein Bus.

Hat ein Ausserirdischer dem Wägeli einen Schubs gegeben?
Ist es Magie?
Oder ist der Wagen ein Geisterwägeli?

Ich erzähle meinen Buskollegen natürlich später von dieser mysteriösen Kollision mit dem Geistereinkaufswagen. Sie schauen mich verstört an. Und sagen nur: «Aha.» Und: «So so.» Oder: «Sonst geht es dir gut?»

Die glauben mir das nicht.
ABER ES WAR TATSÄCHLICH SO.
Und ganz ehrlich: Ich habe über die Hexen- und Zauberpflanzen mit den halluzinogenen Wirkungen nur gelesen! JAAA, WIRKLICH!

Wünsche Euch eine magische Woche!

6. Juni 2021: Das neue Cover

Trommelwirbel! Das ist das neue Buchcover: „Gipfelkuss – Die Reporterin am Piz Bernina“.

Mir gefällt es sehr. Der Eispickel unten rechts, Selmas schwebende Kamera gleich darunter und der fürchterliche Blitz ganz oben – uiuiui, was passiert da auf dem Piz Bernina, dem König der Ostalpen?

Ein bisschen etwas möchte ich Euch heute ganz offiziell verraten. Nämlich das, was in der Verlagsvorschau steht: Die Reporterin und der Gipfelkuss im Engadin.

Eine Verlagsvorschau ist für die Buchhändlerinnen und Buchhändler. Damit lernen sie die Herbstprogramme der Verlage kennen und können vorbestellen. Wie wichtig dies für die Autoren ist, habe ich ja auch schon erwähnt: Bücher sind in unserer digitalen Welt immer noch Bücher und keine Ansammlung an Daten. Sie sind real, greifbar, riechbar.

Ich möchte Euch noch etwas verraten. In den ersten beiden Teilen meiner Serie DIE REPORTERIN sind die Geschichten bekanntlich immer gut ausgegangen. In „Alpsegen“ ist der quirligen Sennerin Martina auch im grössten Sturm nichts passiert. Der Baumfrevler kam auch ziemlich glimpflich davon. In „Wölfe“ konnte Selma den Stalker zur Strecke und zur Vernunft bringen. Sie überlebte auch den Sturz in die Gletscherspalte und die eiskalte Nacht im Lawinenhang – dank den Wölfen.
Aber im dritten Teil, liebe Leute, da ist das Glück leider nicht immer zur Stelle: Es passiert ein Drama.

Im September kommt das Buch auf den Markt.  Ich bin jetzt schon gespannt, wie es Euch gefällt. Jedenfalls freue ich mich riesig und bin natürlich auch ein bisschen stolz, bereits das dritte Selma-Buch präsentieren zu dürfen.

Ich wünsche Euch eine spannende Woche.

30. Mai 2021: Abstruse Idee

In den letzten Tagen habe ich mich immer wieder gefragt, wie ich eigentlich auf die Idee zu meinem Buch «Die Boulevard-Ratten» gekommen bin.

Wer das Buch nicht gelesen hat: Forscher erschaffen in einem Labor das Virus BV18m92. Es macht Menschen schwer krank, ja, es tötet sie. Gleichzeitig wird ein Medikament dagegen entwickelt. Das ist die Kurzfassung. Mehr dazu findet Ihr hier: «Die Boulevard-Ratten».

Ich habe mich damit beschäftigt, weil erneut der Verdacht aufgekommen war, das aktuelle Coronavirus sei vielleicht doch in einem Labor entsprungen.

Nun ist es tatsächlich so, dass Schriftstellerinnen und Autoren manchmal auf kuriose Ideen kommen. Das ist schliesslich auch Teil des Jobs. Schliesslich handelt sich bei Romanen meistens um fiction, also um erfundene Geschichten.

Ich komme beim Fahren oder beim Spazieren auf die Ideen. Und natürlich durch die Medien. Wobei reale Geschichten oft abstruser sind als fiktive Storys. Ein Beispiel: Letzte Woche wurde in Rheinfelden (D) ein LKW-Fahrer mit 2 Promille Alkohol erwischt. Ausweis weg, LKW-Schlüssel weg. Am nächsten Tag fuhr der gleiche Chauffeur mit dem gleichen LKW (vermutlich hatte er einen Zweitschlüssel) in einen Graben. Dieses Mal hatte er 3 Promille intus.

Mal ehrlich! Würde ich dies in einem Buch lesen oder in einem Film sehen, würde ich sagen: Liebe Autorin, lieber Autor, jetzt hast du zu dick aufgetragen, das ist unglaubwürdig.

Genauso ging es mir auch mit der Idee zu «Die Boulevard-Ratten». Ich fragte mich immer wieder: Ist diese Idee nicht zu abwegig? Andererseits fand ich sie aber auch absolut plausibel, schliesslich gehört sie zu unserer Marktwirtschaft: Man schafft ein Bedürfnis, das dann mit einem Produkt befriedigt werden kann. Und da ich mich nicht für ein Genie halte, kam ich also zum Schluss: Doch, auf diese Idee kann man tatsächlich kommen.

Sie im realen Leben umzusetzen, ist natürlich eine fürchterliche Gräueltat. Aber wie wir wissen: Die Menschheit war und ist immer wieder zu Gräueltaten fähig.

In meinem Buch kam die Menschheit schliesslich relativ glimpflich davon. Weil ich davon ausging, dass unsere Staaten auf Pandemien vorbereitet wären und ich keinen Science-Fiction- oder Horror-Roman schreiben wollte.

Ich bin sicher, dass die wahren Hintergründe der jetzigen Pandemie ans Licht kommen werden. Die Frage ist nur wann. Ich fürchte, dass dies wird noch einige Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern wird.

Ich kann mich erinnern, dass ich damals vor bald 10 Jahren auf die Viren-Idee kam, weil einmal mehr in der Öffentlichkeit über die Wirksamkeit gewisser Medikamente diskutiert worden ist. Und über den Profit, der dahinter steht.

Genug davon. Jetzt beschäftige ich mich wieder mit meiner aktuellen Buchreihe: DIE REPORTERIN. Wobei ich mich hier auch gerade mit einem grossen Menschheitsthema auseinandersetze: Ist ewiges Leben möglich?

Seid gespannt und bleibt gesund!

(Illu: Pixabay)

23. Mai 2021: Ein neuer Plot

Heute machen wir mal eine Auslegeordnung: Vier Bücher, eine Karte – und eine neue Geschichte.

Während der dritte Teil meiner Buchreihe DIE REPORTERIN in der Buchherstellung ist (erscheint im Herbst 2021), habe ich bereits mit dem vierten Teil angefangen. Nein, ich werde nicht viel verraten, da ich mir selbst noch nicht sicher bin, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt. Vor allem bin ich mir noch nicht sicher, wie sich Selma, meine Hauptfigur, weiterentwickelt.

Aber es gibt viele Ideen, die sich mit der Schreibarbeit konkretisieren. Und wenn Ihr das Bild genau anschaut, könnt Ihr Euch auch in etwa vorstellen, um welche Themen es sich bei Selmas nächster Reportage handelt. Und vielleicht sogar, wo sie die nächste Reise hintreibt. Jedenfalls wieder an einige wunderschöne Orte …

Mehr kann ich Euch wirklich nicht verraten. Ich muss mich selbst etwas treiben lassen.

Schöne Pfingsten.

16. Mai 2021: Cyber-Attacke

„Ölpipline durch Hacker stillgelegt!“ So und ähnlich lauteten die Schlagzeilen vor wenigen Tagen. Mir ist es mal wieder kalt den Rücken hinuntergelaufen …

2015 erschien mein Buch „Der Tod – live“. Und natürlich auch der Buch-Trailer dazu. Thema der Story: Hackerangriffe, Cyber-Krieg, Terrorismus aus dem Deepnet, dem Netz hinter dem WWW, dem World Wide Web, das wir alle kennen.

So liess ich beispielsweise einen Schnellzug einfach auf offener Strecke stehen. Das war eigentlich eine ganz lustige Szene. Meine Figuren stapften dann irgendwo im Morast herum. Aber der Hintergrund war natürlich äusserst dramatisch: Die Cyber-Terroristen zeigten, was sie so drauf haben.

Am Ende herrscht dann tatsächlich Krieg. Sogar Giftgas soll zum Einsatz kommen! Und wer rettet die Welt? Natürlich: Mein lieber Freund Jonas Haberer. Zusammen mit dem Basler Kommissär Olivier Kaltbrunner.

Ich war wohl nicht nur mit meinem Viren-Buch „Die Boulevard-Ratten“ der Zeit etwas voraus, sondern auch mit „Der Tod – live!“

Und einmal mehr hoffe ich, dass die Geschichte im wirklichen Leben besser ausgeht, als in meiner Phantasie. Bei den „Boulevard-Ratten“ war es definitiv nicht so – ich hatte die Pandemie in meinem Buch gerade noch rechtzeitig verhindern können …

Übrigens: „Der Tod – live!“ ist nicht mein erfolgreichstes Buch. Ich und mein Verlag vermuten, dass der Titel und das Cover zu abschreckend sind. Für mich ist es aber eines meiner Lieblingsbücher. Es hat ganz gewaltig Zug drauf. Und es gibt Szenen, die ich bei aller Dramatik einfach sehr witzig finde. Jonas Haberer ist zudem in Hochform!

Ich wünsche Euch eine friedliche Woche!

9. Mai 2021: Alles Liebe, Charlotte!

Nein, Charlotte ist nicht meine Mutter. Meine Mutter hiess Ruth. Charlotte ist meine Roman-Mama. Und ich habe gerade festgestellt, dass es meine erste Roman-Mama überhaupt ist. Alles Liebe zum Muttertag, Charlotte.

Wie viel Ruth steckt in Roman-Mama Charlotte? Sehr wenig. Ich stelle nämlich ebenfalls gerade fest, dass ich, ohne dies zu wollen, in meiner Buchserie DIE REPORTERIN eine Frauen-Familie geschaffen habe: Charlotte und ihre beiden Töchter Selma («Die Reporterin») und Elin. Charlottes Ehemann ist bereits verstorben. Und Selmas leiblicher Vater Arvid Bengt hatte in den ersten zwei Teilen noch keinen Auftritt. Was sich aber in Teil drei «Gipfelkuss – Die Reporterin am Piz Bernina» (erscheint Herbst 2021) ändern wird.

Wir hingegen waren eine Männer-Familie. Papa, Bruder, ich. Mama Ruth hat trotzdem die Leitlinie der Familie bestimmt. Voilà. Vermutlich hat mich deshalb mein Unterbewusstsein dazu verleitet, in meiner Fantasie eine Frauen-Familie zu kreieren.

Ich mag meine Roman-Mama. Sie ist mir nah, weil sie halt die Mama von Selma ist, die mir von allen Figuren natürlich am Nächsten steht. Mutter-Tochter-Beziehungen finde ich sehr spannend, weil sie sich sehr von Mutter-Sohn-Beziehungen unterscheiden. Vor allem im dritten Buch wird diese Beziehung auf eine schwere Probe gestellt. Selma wird da ziemlich rumzicken, was ich als „Muttersöhnchen“ eigentlich nicht kenne. Am Ende des Tages hatte meine Mama doch immer recht …

Wie auch immer – und da knüpfe ich jetzt an den Gender-Blog von letzter Woche an: Wenn wir Frauen und Männer und alle anderen Menschen mit Gender*sternchen in unserer Sprache gleichstellen wollen, dann ist das gutgemeint. Aber die rein biologischen Unterschiede bleiben ja trotzdem. Und damit auch das Fühlen, Denken und Handeln. Zum Glück!

Habe ich eigentlich mal erwähnt, dass ich die Rudolf-Steiner-Schule besuchen durfte? Nein? Ja, ich war in der Rudolf-Steiner-Schule. Es war toll. Und zwischen Jungs und Mädchen gab es eigentlich keinen Unterschied. Doch: Die Mädchen waren aufmerksamer, fleissiger, schneller und vermutlich auch intelligenter. ABER: Im Kochunterricht waren wir Buben deutlich besser …

Ein Hoch auf die Frauen. Und auf alle unsere Mamas!

(Foto: Pixabay)

2. Mai 2021: Excusé, Selma

Die aktuelle Gender:*|Debatte verwirrt mich. Und ich frage mich: Kann man als männlicher Schriftsteller überhaupt noch politisch korrekte Geschichten schreiben? Bei mir kommt erschwerend dazu, dass meine Hauptfigur eine Frau ist. Ich glaube, schon allein deshalb sollte ich mich bei ihr entschuldigen: Excusé, liebe Selma Legrand-Hedlund.

Wenn ich es mir allerdings recht überlege, müsste ich mich wohl auch bei vielen meiner männlichen Figuren entschuldigen. Vor allem bei Jonas Haberer. Dass ich ihn so oft als Rüppel und rücksichtlosen Kotzbrocken darstelle, ist wohl auch nicht ganz in Ordnung.

Mal ehrlich: Ich muss mich doch in jede Figur, die ich erfinde, hineinversetzen können. Egal ob sie eine Frau oder ein Mann ist. Ich muss eine Logik für sie erschaffen und mir ein dazu passendes Weltbild ausdenken. Das ist immer eine gewisse Gratwanderung.

Aber ich bin lernfähig. Wenn mir eine Erstleserin oder ein Erstleser oder mein Lektor zu bedenken gibt, ob diese Handlung oder jene Ausdrucksweise einer Figur wirklich zu ihr passt – tja, dann überlege ich mir das nochmals ganz genau. Und komme oft zum Schluss: nein. Irgendwie war ich beim Schreiben noch in einer anderen Figur verhaftet …

Grundsätzlich meine ich: Mit einer Schere im Kopf wird die Kreativität abgemurkst. Deshalb schreibe ich einfach mal frisch-fröhlich weiter. Selma und Jonas melden sich dann schon, wenn ich über die Stränge haue …

Fröhliche Tage wünsche ich Euch!

24. April 2021: Wölfe, wir kommen!

Morgen Sonntag, den 25. April, passiert es nun also: Wir machen eine Leserreise nach Engelberg, zum Titlis und zu den Wölfen. Es ist eine Reise zu den Schauplätzen meines Buchs  „Wölfe – Die Reporterin in Engelberg“

Es ist tatsächlich erst die zweite Lesung nach der Vernissage im vergangenen Herbst. Wir erinnern uns: Damals waren gerade noch kleinere Anlässe möglich. Kurz darauf war für die Kultur dann definitiv Ende …

Wegen Corona und den Schutzmassnahmen mussten wir das Programm etwas anpassen. Aber dank dem schönen Wetter, das wir morgen erwarten dürfen, können wir uns auf alle Fälle auf einen wunderschönen Tag freuen.

Und (kleiner Trommelwirbel): Als ein kleines Extra werde ich meinen Gästen auch schon eine kurze Lesung aus dem dritten Teil meiner Serie DIE REPORTERIN präsentieren.

Ich freue mich.

(Foto: Titlis Bergbahnen)