Blog

Das Making-of meines neusten Projekts DIE REPORTERIN. 
Hier berichte ich jeden Sonntag, wie sich die Schreibarbeit entwickelt. Und manchmal schreibe ich auch über andere Themen.

17. Oktober 2021: "Gipfelkuss" und die Bilder dazu

Obwohl Haareschneiden ein äusserst sensibles Thema ist, gehe ich sehr gerne zum Coiffeur. Das liegt natürlich in erster Linie an meinem Figaro Vito, der viel Verständnis für haarige Probleme und Problemchen hat. Das liegt aber auch an seinem Salon: Man kann nämlich einen wunderschönen Blick auf den Rhein und das Kleinbasel geniessen. Zudem ist der Salon auch eine Galerie.

Das kommt Euch bekannt vor, liebe Leserinnen und Leser? Liegt dieser Salon nicht zufällig am Totentanz im Haus «Zem Syydebändel»? Wird aber nicht von Vito, sondern von Selmas Freundin Lea betrieben?

Fast. Vitos Salon liegt etwas weiter unten, am Blumenrain Richtung Schifflände. Für DIE REPORTERIN schob ich das Haus einfach einige Meter nach oben zum Totentanz und taufte es «Zem Syydebändel».

Vito schlug mir schon mehrmals vor, dass ich in seinem Salon, in seiner Galerie, eine Lesung veranstalten könnte. Mir fehlte aber noch die zündende Idee dazu. Die kam mir, als ich Caroline traf. An der Schifflände vor meinem Bus, als ich fünf Minuten Pause hatte.

Mit Caroline Micaela Hauger arbeitete ich vor vielen, vielen Jahren bei der «Schweizer Illustrierten». Sie erzählte mir, dass sie immer noch als Reporterin unterwegs sei, neben dem Schreiben aber auch ihre Liebe zur Fotografie entdeckt habe, ihre Leidenschaft für die Bergfotografie. Ich wiederum erzählte, dass mein neustes Buch auf dem Piz Bernina spiele …

Eh voilà. Im Gegensatz zu mir war Caroline tatsächlich auf dem Piz Bernina. Und hat ihn fotografiert.

Einladung:

Der Berg. Die Fotografin. Der Autor. Die Galerie.

Alles passt: In seinem neusten Roman «Gipfelkuss» beschreibt Philipp Probst die dramatische Geschichte der Reporterin Selma auf dem Piz Bernina. Selma wohnt am Basler Totentanz. Und im Parterre ihres Hauses betriebt ihre beste Freundin einen Coiffeur-Salon.

Bergfotografin Caroline Micaela Hauger, Buchautor Philipp Probst und die beiden Salon- und Galerien-Inhaber Bernie Reichenstein und Vito Geering laden zur Vernissage und Lesung ein:

Freitag, 19. November 2021, 19 Uhr in der oxny.coiffeteria am Blumenrain 32, 4051 Basel

Die Ausstellung dauert bis zum Frühling 2022.

Mehr dazu findet Ihr auf dem Flyer.

Ich freue mich sehr auf die Lesung und Vernissage und wünsche Euch eine tolle Woche.
In Basel laufen die Aufbauarbeiten zur Herbstmesse, der Mäss. Am Samstag soll es losgehen. Ich bin sehr gespannt, wie die Stimmung an dieser zertifizierten Grossveranstaltung sein wird …

(Flyer: ringring, Foto: Caroline Micaela Hauger)

10. Oktober 2021: Tränchen verdrück

Ach, Ihr lieben Leute. Ich bin total gerührt! Ich bedanke mich für die tollen Feedbacks, die ich wieder einmal bekomme. Der «Gipfelkuss» scheint meine Leserinnen und Leser zu begeistern. Das geht von «Tränchen verdrück» bist zu «MEISTERWERK». Hammer, einfach schön. Da verdrück ich also auch das eine oder andere Tränchen.

«Alpsegen», «Wölfe», «Gipfelkuss». DIE REPORTERIN kommt bei den Leserinnen und Lesern an: Spannende Abenteuergeschichten in wunderschönen Landschaften, gespickt mit Drama – und Liebe. Und ein bisschen noch mit Kotzbrocken Jonas Haberer.

Für alle Jonas-Fans: Im vierten Teil, den ich gerade bearbeite, bekommt der Teufelskerl wieder einmal eine tragende Rolle. Allerdings eine, die ihm nicht so recht passen will … Lasst Euch überraschen.

Viele Leserinnen und Leser sagen mir auch: «Deine Bücher haben zu wenig Seiten.» Ich finde, Sie haben genügend Seiten (die maximale Seitenzahl gehört übrigens zum Konzept). Ich mag dicke Bücher nicht. Schliesslich ist eine Geschichte auch mal erzählt. Mein erster Roman «Der Storykiller» beispielsweise, war viel zu dick. Da habe ich mich in Details verstrickt, die ich heute allesamt rausschneiden würde.

Ich mache Euch ein Beispiel aus dem aktuellen Buch «Gipfelkuss». Es spielt bekanntlich im Oberengadin. Ich wollte diese wunderschöne Gegend natürlich beschreiben. Und habe losgelegt. Und kurz darauf habe ich alles brutal zusammengekürzt. Warum? Weil für die Leserinnen und Leser eigentlich nur das wichtig ist, was zur Geschichte gehört. Kommt dazu: Wenn jemand wirklich wissen will, wie es dort aussieht, findet er unzählige Bilder im Internet.
Und wer es eins zu eins erleben will: Wir fahren nächstes Jahr nach Pontresina – EUROBUS Lese-Reise «Gipfelkuss».

Übrigens: Ich bin sehr stolz auf Leserinnen und Leser, die im Internet die «Tatorte» besuchen. Ich mache das manchmal auch, wenn ich ein Buch lese. Da verzichte ich gerne auf seitenlange und manchmal etwas langfädige Beschreibungen.

Vielen, vielen Dank für die Rückmeldungen. Sie sind eine reine Freude.
Um das geht es doch – und um nichts anderes: Ich mache einigen Menschen mit meinen Geschichten eine Freude und erhalte ganz viel Freude zurück.

Eine freudvolle Woche, Ihr Lieben!

(Illu: Pixabay)

4. Oktober 2021: Dieses war der dritte Streich ...

… doch der nächste folgt sogleich.

Treue Blog-Leserinnen und -Leser kennen dieses Bild: Es ist ein Screenshot mit der Statistik zum neusten Manuskript. Da wären also: 388 353 Zeichen, inklusive Leerschläge, verteilt auf 235 Seiten und gebüschelt in 50 Kapiteln. Damit habe ich eine Punktlandung hingelegt: Auch die Manuskripte der drei ersten Teile der REPORTERIN bewegten sich in diesem Rahmen. Das ändert sich natürlich noch bei den weiteren Bearbeitungsschritten. Und wir Ihr wisst, folgen da noch viele Schritte. Beim «Gipfelkuss», dem gerade erschienen dritten Teil, brachte ich es auf 13 Fassungen. Das bedeutet: Ich arbeitete mich insgesamt 13 mal von vorne bis hinten durch den Text.

Diesen Aufwand in Stunden oder Wochen umzurechnen dürfte knifflig werden. Denn eigentlich müsste man auch noch die Zeit der Recherche und der Ideenfindung dazu addieren. Plus den Aufwand all der lieben Menschen, die sich ebenfalls mit dem Buch auseinandersetzen. Also von den Erstleserinnen über das Verlagsteam bis zu den Buchhändlerinnen und Buchhändlern. Plus die Zeit, Energie und Geduld, die mein engstes Umfeld aufbringen muss, um meine Freuden, aber auch Sorgen und Nöte beim Schreibprozess anzuhören und zu ertragen.

All diesen Menschen sage ich DANKE. Ich verneige mich tief! Ohne Euch gäbe es keine Bücher. Zumindest nicht von mir!

Oft werde ich gefragt, wie lange ich für ein Buch brauche. Meine Antwort: ein Jahr. Das stimmt auch. Obwohl ich natürlich neben der Schriftstellerei noch einige andere Dinge mache. Zum Beispiel Bus fahren …

Und ganz ehrlich, liebe Freunde, in meinem Kopf spukt bereits die nächste Idee für Teil 5 herum …

Ich wünsche Euch eine wunderschöne, ideenreiche Herbstwoche!

26. September 2021: Lampenfieber

Die Buchvernissage war ein voller Erfolg. Trotz Corona-Zertifikat durften ich, mein Lektor Roger Fuchs und das Team von Orell Füssli Basel rund 60 Gäste willkommen heissen. Ja, etliche Gäste haben wegen dem Corona-Zertifikat abgesagt. Das hat mich schon sehr nachdenklich gestimmt. Nicht bloss wegen diesem Anlass, sondern ganz allgemein. Hätte uns jemand vor anderthalb Jahren gesagt, dass wir im Herbst 2021 nur noch mit einem Zertifikat, das unseren Impf-, Genesungs- oder Getestet-Status beweist, Eintritt zu einer Lesung hätten – wir hätten ihn ausgelacht, oder?

Item. Es war ein spannender Abend und mein neues Buch «Gipfelkuss – Die Reporterin am Piz Bernina» kam sehr gut an. Ich weiss nicht mehr, wie viele Bücher ich signieren durfte. Aber meine Hand schmerzte danach. Nun gut, wir alle schreiben ja nicht mehr so oft von Hand wie früher …

Mehr zur Buchtaufe und zu meiner Inspirationsquelle findet Ihr übrigens auf Telebasel Online.

Mit dem «Gipfelkuss» durfte ich mein achtes Buch taufen. Man könnte meinen, ich hätte bereits Routine. Aber dem ist nicht so. Jedes Mal bin ich fürchterlich nervös und habe Lampenfieber. Lese ich auch die richtigen Passagen aus dem neuen Buch vor? Erzähle ich einigermassen was Gescheites? Und: Merken die Leute, wie aufgeregt ich bin? Doof, was? Denn eigentlich weiss ich doch, dass meine Leserinnen und Leser alles sehr nette Menschen sind und mir einige Fehler verzeihen würden. Ich bin schliesslich kein Schauspieler, sondern Schriftsteller …

Der Buchtrailer kam übrigens super gut an. Wer ihn noch nicht gesehen hat, hier ist er: Buchtrailer «Gipfelkuss».

Die Buchtrailer zum Einstieg meiner Buch-Vernissagen beruhigen mich übrigens sehr. Sie sind professionell und aufwändig produziert. Und sagen eigentlich schon fast alles über das Buch aus. Danach kann fast nichts mehr schieflaufen. 

Wunderbar ist auch der Moment, wenn der Anlass vorbei ist. Dann fällt viel Druck von mir ab. Und ich kann mich neu motiviert wieder an den Schreibtisch setzen – und schreiben. Das habe ich auch dieses Mal so gemacht.

Darüber nächste Woche mehr. Ja, es gibt News!

Danke an alle, die zu meiner Vernissage gekommen sind. Danke auch an Lektor Roger Fuchs und das Orell Füssli Team rund um Filialleiter Christoph Wyder.

Eine spannende, aber auch entspannte Woche wünsche ich Euch.

19. September 2021: Das ist ein Page-turner

Wie schnell das immer geht: Kaum ist ein neues Buch erschienen, erhalte ich auch schon die ersten Feedbacks. Und diese sind einmal mehr äusserst positiv. Leserinnen und Leser berichten mir, dass sie sich vorgenommen hätten, «Gipfelkuss» nicht gleich in einem Zug durchzulesen, aber dann hätten sie es eben doch getan. Das Buch sei ein Page-turner. Spannend, aber auch sehr berührend.

Und natürlich werde ich bereits gefragt: Wie geht die Geschichte mit Selma weiter?

Ja, das wüsste ich auch gerne 😉

Ich habe natürlich einen Plan. Mein Manuskript zum vierten Teil wächst. Manchmal etwas schneller, manchmal etwas langsamer. Zurzeit eher langsam, da am Dienstag die offizielle Buchtaufe von «Gipfelkuss» ansteht und ich mit Vorbereitungen und weiteren Marketingarbeiten absorbiert bin.

Leider gibt es das Virus immer noch. Und wieder mal neue Bestimmungen der Behörden. Die Buchtaufe wäre eigentlich ausverkauft. Aber nun herrscht Zertifikatspflicht. Das macht alles wieder etwas schwieriger. Und hält nicht wenige Menschen davon ab, einen solchen Event zu besuchen. Das Team von Orell Füssli und ich sind einfach mal gespannt, wie viele Leute dann doch erscheinen und mit uns das neue Buch taufen werden.
Mit dabei ist wiederum Roger Fuchs von meinem Verlag. Er wird ein Interview mit mir führen, danach werde ich einige Passagen vorlesen und natürlich auch noch ein bisschen etwas über das Buch und seine Entstehungsgeschichte erzählen.

Wie auch immer. Ich freue mich jetzt zuerst über die schönen Feedbacks meiner Leserinnen und Leser. Sie sind der Lohn für die Arbeit, die hinter einem solchen Buch steckt.
DANKE!
Und einen speziellen Dank möchte ich allen aussprechen, die mich tatkräftig unterstützen und mich immer wieder motivieren.
DANKE!

 

 

12. September 2021: Hören statt Lesen

Ich war wieder einmal im Tonstudio und habe einige Kapitel aus dem neuen Buch eingesprochen. Ich werde sie in unregelmässigen Abständen veröffentlichen. Ihr findet sie auf meiner Webseite unter „Die Reporterin“ und dort unter Podcast. Und natürlich direkt bei diversen Podcast-Anbietern.

Oder gleich hier:
Prolog
Der Auftrag

Das Einsprechen bei Avarel Studios GmbH hat Spass gemacht. Es ist und bleibt aber keine leichte Aufgabe. Ich habe mehrere Stunden gebraucht. Gut, am Mischpult bin ich natürlich ein totaler Laie. Aber allein das fehlerfreie Lesen ist wirklich schwierig. Ein Tontechniker hat die Episoden dann doch etwas geschliffen. Ich denke, das Resultat lässt sich hören.

Dann wünsche ich Euch jetzt viel Spass. Und erzähle Euch nächste Woche, welche Reaktionen mein neues Buch bei meinen ersten Leserinnen und Lesern ausgelöst hat …

 

 

 

5. September 2021: Wir feiern

Heute feiern wir ein bisschen.
Was feiern wir denn?
Wir feiern mein 10-jähriges Jubiläum als Schriftsteller. Doch, ich glaube, das darf man feiern. Und ich finde, ich darf mich jetzt auch offiziell Schriftsteller nennen. Ach, ist eine Frage der Definition. Autor ist auch schön. Aber Schriftsteller ist für mich persönlich ein Mensch, der vorwiegend Romane schreibt. Und das mache ich schliesslich.

Wie auch immer. Genau vor 10 Jahren ist mein erstes literarisches Werk erschienen. «Der Storykiller». Vor einer Woche kam mein siebtes Buch in den Handel: «Gipfelkuss». Einige Jahre zuvor ist das Buch «Der Fürsorger» erschienen. Aber das war eher eine journalistische denn literarische Arbeit. Alle meine Bücher findet Ihr hier: Werke.

Mich überrascht das Jubiläum. Ich staune selbst über meine Produktivität. Schliesslich schreibe ich noch andere Dinge. Und kurve mit Bussen in der Gegend herum. Fazit: Meine Phantasie sprudelt und meine Leidenschaft fürs Schreiben ist offensichtlich gross, dafür haben andere Dinge gelitten. Das ist ohne jeden Zweifel so. Deshalb ist dieses Jubiläum auch ein Anlass zur Reflexion. Sich so einer Leidenschaft hinzugeben, ist leider auch sehr egoistisch …

Ich habe in den 10 Jahren viele Figuren erschaffen. Zwei davon sind mir ans Herz gewachsen.
Da ist natürlich Selma, DIE REPORTERIN. Sie ist eine äusserst spannende und herausfordernde Figur. Es fällt mir nicht immer leicht, mit ihr umzugehen. Das gebe ich offen zu. Sie hat ihre Meinung, ich habe meine. Manchmal entwischt sie mir. Dann macht sie Dinge, die ich ziemlich doof finde. Umgekehrt manövriere ich sie in Situationen, die für sie auch nicht toll sind. Im «Gipfelkuss» habe ich sie in ein Drama geführt …

Meine zweite Herzensfigur ist Kotzbrocken Jonas Haberer mit den Cowboyboots: Klack – klack – klack. Er begleitet mich seit «Der Storykiller». Er war nie als Hauptfigur geplant. Aber irgendwie wurde er es trotzdem. Heute hat er sich als Kultfigur in einer Nebenrolle etabliert. Er ist für mich die absolut leichteste Figur. Die Szenen mit Jonas schreiben sich quasi von alleine. Warum? Dafür gibt es drei Gründe. Erstens: Er ist so, wie ich manchmal gerne wäre, aber es beim besten oder schlechtesten Willen nicht sein kann. Zweitens: Er ist ein Kerl, den ich mir aus verschiedenen mir bekannten, ehemaligen Vorgesetzten und Lehrmeistern zusammengebaut habe. Drittens: Er ist doch einfach ein Mensch, der in diesem Leben nach irgendetwas sucht …

So. Jetzt verrate ich Euch noch ein Geheimnis: Ich habe nämlich noch keines meiner Bücher gelesen. MOMENT! Natürlich habe ich meine Manuskripte immer mehrmals gelesen. Aber noch nie als Buch. Noch nie! Ich weiss nicht, ob andere Schriftstellerinnen und Schriftsteller das machen. Ich jedenfalls habe mich noch nie hingesetzt und eines meiner Bücher Seite für Seite gelesen. Warum weiss ich selbst nicht. Ich werde es aber nachholen 😉

Leute, ich muss! Jonas Haberer hat drei Bier bestellt. Zwei für ihn, eines für mich …

(Foto und Illus: Pixabay/Benjamin Güdel)

29. August 2021: Es ist da

Exklusiv für alle Blogleser*innen und Newsletter-Abonnent*innen möchte ich meinen neusten Buchtrailer vorstellen: Gipfelkuss – Die Reporterin am Piz Bernina

Und die Kurzversion: Totentanz …

Grosses Kino, was?

Voilà: Mein neustes Buch ist ab sofort erhältlich. Im Buchhandel oder auch direkt beim Verlag.

Es ist immer wieder ein grossartiger Moment, das neuste Buch in Händen zu halten, daran zu schnüffeln und darin zu blättern.

Und das erste Interview gab es auch schon. Roger Fuchs, mein Lektor vom Verlagshaus Schwellbrunn, hat mich befragt: Interview Gipfelkuss

Soll ich Euch jetzt ein Geheimnis verraten? Nö, das verschiebe ich auf nächste Woche. Dann berichte ich darüber, ob ein Schriftsteller oder eine Schriftstellerin sein/ihr eigenes Buch liest. Nein, das kann ich gar nicht. Aber ich verrate Euch, ob ich es mache.

Und dann habe ich auch noch einige News. Bis nächste Woche! Spannende Unterhaltung wünsche ich Euch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

22. August 2021: Die Kunst des Wartens

Warten ist ein Zustand, der vielen Menschen schwerfällt, weil es eine Nicht-Tätigkeit ist. Eigentlich komisch, denn wie viel Zeit unseres Lebens verbringen wir mit dieser Tätigkeit, die eben keine Tätigkeit ist? Viel. Es sollen mehrere Jahre sein, habe ich gelesen.

Nun gut. Warten gehört zu den Aufgaben eines Busfahrers. Gestern war ich auf einem Shuttlebus, der vom Badischen Bahnhof Besucherinnen und Besucher zum Tierpark Lange Erlen hätte fahren sollen. Leider wurde dieser Bus nicht so häufig genutzt. Weshalb ich viel … genau: warten musste.

Der Tierpark Lange Erlen ist neben dem Basler Zoo eine sehr beliebte Freizeitanlage. Er feierte am Wochenende seinen 150. Geburtstag. Der Park sammelt derzeit Geld, damit eine grosse Wolfsanlage gebaut werden kann.

Um mir die Warterei etwas zu verkürzen, habe ich mir ein Nachrichtenmagazin gekauft. Und gelesen. Das war voll okay. Ich habe einige schockierende, erstaunliche und traurige Geschichten erfahren. Wenig Erfreuliches.

Da die Warterei wirklich lange dauerte – wir reden von Stunden – habe ich mich irgendwann darauf beschränkt, nichts anderes zu tun als zu warten. Dabei ist mir wieder einmal aufgefallen, dass dies absolut keine Nicht-Tätigkeit ist, sondern tatsächlich eine Tätigkeit. Eine ziemlich anstrengende sogar. Leider musste ich auch feststellen, dass ich beim Warten sehr konzentriert bin auf die Zeit und das Warten. Ich bin also weder entspannt noch sind meine Gedanken frei. Mir kommen dann auch keine Ideen. 

Ohne das Warten zu einer Lebensphilosophie machen zu wollen: Warten ist schon eine Kunst. Eine, die offensichtlich nur wenige Menschen beherrschen, schliesslich starren wir bei jeder „untätigen“ Situation sofort ins Handy und „unterhalten“ uns.

Ich nehme mir vor, mich vermehrt in der Kunst des Wartens zu üben.

Einen wunderbar entspannten Tag wünsche ich Euch!

15. August 2021: Totentanz

Muss ich meine Figuren eigentlich impfen lassen?
Okay, nicht ganz ernst gemeint diese Frage.
Aber: Würde sich Selma impfen lassen? Ihre Mama Charlotte? Jonas Haberer?

Möglicherweise habe ich meine Meinung dazu. Aber ich lasse meinen Figuren die Freiheit …
Das war jetzt diplomatisch ausgedrückt.

Aber was in dieser Impfdiskussion gerade abgeht, wow, das hätte ich nicht geglaubt. Mit welchen Bösartigkeiten da gegeneinander argumentiert wird. Was heisst argumentiert? Behauptet! Wirklich Bescheid weiss ja eigentlich niemand. In ein paar Jahren werden wir vielleicht erfahren, was Sache ist.

Ist die Impfdebatte nicht auch ein Stück weit eine Stellvertreterdiskussion? Dieses Virus hat plötzlich ein Thema in den Fokus gerückt, über das wir als Gesellschaft überhaupt nicht gerne diskutieren, eher tabuisieren: den Tod. Wie gehen wir mit dem Tod um? Wie mit dem Sterben? Wie mit Krankheiten? Und besonders bitter: Wie mit alten und kranken Menschen?

Dieses Thema muss auch den unbekannten Künstler beschäftigt haben, der den Basler Totentanz – eine rund 60 Meter lange Bilderreihe – im Spätmittelalter auf eine Friedhofsmauer gepinselt hat. Jeder Mensch, ob reich, ob arm, ob in einem wichtigen Amt oder ein einfacher Bauer oder Arbeiter, jeder tanzt irgendwann mit dem Skelett, mit dem Tod.
Das Bild soll etwa 100 Jahre nach der Pest entstanden sein …

Der Totentanz war lange Zeit eine Attraktion in Basel. Heute ist nichts mehr davon zu sehen. Ausser einigen Fragmenten im Historischen Museum Basel. Die Predigerkirche gibt es noch, den Friedhof nicht mehr. Er ist heute ein kleiner Park.
Und meine Leserinnen und Leser wissen natürlich: Dort wohnt meine Figur Selma Legrand-Hedlund.

Und jetzt habe ich ein bisschen vorgegriffen: Tatsächlich geht es in meinem neuen Buch «Gipfelkuss» um den Totentanz, ziemlich intensiv sogar. Nicht nur als Symbolik – ja, auch in Bezug zur heutigen Zeit! – sondern auch ganz real um die Bilderreihe: Aus dem Totentanz wird ein Liebestanz.

Mir gefällt dieser Strang der Geschichte ganz besonders gut. Und ich bin natürlich gespannt, wie er beim Publikum ankommt.

Euch allen einen wunderschönen Tag!

PS: Mehr über den Totentanz erfährt Ihr zum Beispiel hier: Basler Bauten

(Illu: Pixabay)

8. August 2021: Schreiben ist Sport

Ich bin in der kritischsten und spannendsten Phase meines neusten Werks! Ich komme mir tatsächlich vor, wie bei einem sportlichen Wettkampf. Oder habe ich einfach nur zu viel Olympia geguckt?

Also: Ich schreibe fleissig an meinem neusten Werk, dem vierten Teil meiner Romanserie DIE REPORTERIN. Ich bin damit meinen Leserinnen und Lesern natürlich weit voraus. Aber nicht mehr so weit wie auch schon, schliesslich erscheint der dritte Teil «Gipfelkuss – Die Reporterin am Piz Bernina» in wenigen Wochen.

Mittlerweile habe ich über die Hälfte geschafft. Die meisten Dinge, die in der Geschichte noch passieren werden, sind für mich nun ziemlich klar. Ich habe nicht alles im Kopf, lasse auch bewusst Lücken offen, Raum für spontane Ideen. Sportlich gesprochen: Das ist meine Taktik beim Schreiben. Andere Autorinnen und Autoren haben ganz andere.

Kunst und Sport haben tatsächlich viel miteinander zu tun. Es braucht nicht nur Talent, Können und Disziplin, sondern auch Taktik. Wie packt man eine Herausforderung an, wie teilt man seine Kräfte ein, was kann auf dem Weg zum Ziel alles passieren? Vor allem auch: Wie überwindet man Krisen?

Wenn ich nun sage, dass ich mich in der kritischsten und spannendsten Phase befinde, dann meine ich das so:
Das Ziel ist nun zwar absehbar, trotzdem muss ich voll dranbleiben. Sich zu früh freuen, kann ins Auge gehen. Schliesslich folgt noch der Schlussspurt – und dieser soll ja wirklich knallen!

Spannend ist es deshalb, weil die Geschichte nun am Punkt angelangt ist, an dem die Spannung für mich als Autor am höchsten ist: Jetzt müssen die einzelnen Handlungsstränge, die diese Spannung erzeugen, aber noch geschickt verknüpft werden.

Ich glaube, dass man die Schriftstellerei auch mental mit einer sportlichen Leistung vergleichen kann. Ich habe gerade so das Gefühl: Doch, das kommt gut, das kommt sogar verdammt gut! Dieses Gefühl beflügelt …

Ich wünsche Euch eine beflügelte Woche.

(Foto: Pixabay)

1. August 2021: Magische Momente

Mein neustes noch namenloses Werk musste einige Tage ruhen. «Gipfelkuss» hat mich nochmals beansprucht. Das Buch, das im Herbst erscheint, geht jetzt nämlich in den Druck. Meine liebe Freundin Judith hat es noch einmal durchgelesen – und tatsächlich noch einige Fehler entdeckt! Danke dafür, jetzt hat «Gipfelkuss» das Gut zum Druck verdient. DAS IST IMMER EIN MAGISCHER MOMENT!

Und dann ging es ins Engadin. Dort spielt ja die Geschichte. Zusammen mit Kameramann und Regisseur Michi von Avarel Studios GmbH. Wir haben den Buchtrailer abgedreht. Und wie das so ist am Set: Stress pur. Am ersten Tag düsten wir mit E-Bikes von Pontresina ins Val Roseg. Ganz hinten sieht man die Westseite des Piz Bernina, den Tschiervagletscher und die mächtigen Moränen. Wir erlebten einen tollen Sonnenuntergang. Der Biancograt, diese weltberühmte Himmelsleiter, die zum Gipfel des Piz Bernina führt, leuchtete weiss, hell und grell. Im Tal unten war es längt düster. Für Michi eine echte Herausforderung, schliesslich wollte er auch mich noch im Bild haben – und ich bin halt nicht so eine Leuchte.

Es wurde eine kurze Nacht. Denn wir wollten den Sonnenaufgang auf der anderen Seite erleben, also auf der Ostseite. Dazu radelten wir um 5 Uhr ins Val Morteratsch – und froren an die Finger. Wir kraxelten noch eine steile Geröllhalde hinauf und machten uns für das Schauspiel bereit. Und wurden belohnt: Der Biancograt und die Wölkchen über ihm wurden mit einem zarten Morgenrot erhellt. Es entstand der berühmte Segantini-Himmel! Das ist der Engadiner Himmel, wie ihn Landschaftsmaler Giovanni Segantini gemalt hat. EIN WEITERER MAGISCHER MOMENT.

Michi filmte. Und liess gleichzeitig die Drohne steigen. Ich knipste mit dem Handy. Das Schauspiel dauerte nur wenige Minuten. Dann überstrahlte der Biancograt wieder alles.

Ich bin gespannt auf die Aufnahmen. Vor allem auf jene mit der Drohne.

Später machten wir auf der Bernina-Passstrasse noch einige Aufnahmen. Und bei Silvaplana. War für den Kameramann erneut eine schwierige Aufgabe. Es windete stark. Von hinten. VON MIR HAT MAN NUR NOCH HAARE GESEHEN … (nicht wirklich magisch!)

Jetzt geht das Ganze in den Schnitt, die Nachproduktion und die Vertonung. Ich freue mich auf den neusten Clip.

Vielen Dank an Michi und an Bernina-Sport in Pontresina: Dieses Geschäft hat uns nämlich die E-Bikes gesponsert. Sonst würden wir jetzt noch trampen und keuchen …

Liebe Grüsse von Selma. Sie kommt – wie immer – im Buchtrailer NICHT vor. Doch! Wenn Ihr dann den Film ganz genau anschaut, könnt Ihr sie vielleicht auf dem Gipfel des Piz Bernina erkennen. Beim Gipfelkuss mit Marcel.

Euch allen einen schönen 1. August.

25. Juli 2021: Error. Neuanfang

Habt Ihr meine neuste Glosse schon gelesen? Hier ist sie: Fahrtenschreiber.
Ich schildere darin, dass mein neustes Manuskript plötzlich verschwunden war. Oder besser: Die Datei mit rund 120 Seiten war defekt, blockiert, ERROR. Auch Spezialisten standen vor einem Rätsel.

Ein ganzes Manus weg? Ja, daran kann man verzweifeln. Ich war kurz davor. Aber: Ich sage auch immer wieder, dass die Schriftstellerei ein Handwerk sei und sehr viel mit Arbeit und Disziplin zu tun habe.

Ergo: Der Text ist weg, die Idee und die Handlung jedoch nicht. Ich muss sie einfach nochmals erzählen, bzw. in die Tasten hauen. Gut, das ist bei 120 Seiten und um die 160 000 Anschlägen ein gutes Stück Arbeit.

Was mir auch in dieser Situation hilft: das handwerkliche Können. In meiner Journalistenkarriere habe ich immer wieder erlebt, dass ich in kürzester Zeit einen Artikel oder eine Reportage schreiben musste. Weil halt auch irgendetwas passiert ist, ein technisches Problem aufgetaucht oder ein anderer Artikel ausgefallen ist.
Und ich weiss auch: Die unter extremem Zeitdruck geschriebenen Texte waren nicht meine schlechtesten.

Nun gut. Mittlerweile habe ich 80 Seiten neu geschrieben. Es geht flott voran. Wirklich mühsam sind die Stellen, die ich recherchiert hatte. Diese Recherchen – also nicht die Phantasie! – sind nun auch weg und ich muss sie nochmals machen.

Aber ansonsten darf ich sagen: eine eigenartige, interessante Erfahrung. Mittlerweile kommt es mir nämlich vor, als würde ich die 1. Fassung bereits bearbeiten und eine 2. Fassung kreieren. Nur halt ein bisschen radikaler: Gewisse Szenen, die ich in der 1. Fassung drin hatte, lasse ich jetzt weg. Sei es, weil sie mir nicht mehr gefallen oder weil sie für die Geschichte nicht relevant sind. 

Es wäre also eine durchaus interessante Übung (in meiner Schreibschule), einen Text zu schreiben, um dann einen Monat später nochmals den genau gleichen Text niederzuschreiben. Oder es zu versuchen … Wie würde dieser Vergleich ausfallen?
Und nein! Nicht alles wird in der 2. Fassung besser. Schliesslich gibt es Formulierungen, die fallen einen wirklich nur einmal ein …

Nicht, dass jetzt ein falscher Eindruck entsteht: Ich ärgere mich immer noch fürchterlich über die vermurkste Datei. Aber ich bin wieder etwas zuversichtlicher!

Und noch was: Warum ist nur eine einzige Datei in einem Wolken-Speicher, in dem alle meine Dateien schweben, vom ERROR betroffen? Ja, jetzt wird’s knifflig. Ich habe einen Verdacht. Aber den erzähle ich Euch ein anderes Mal. Ich verrate Euch nur: ES GEHT UM DIE GESCHICHTE …

Seid gespannt und hütet Eure Daten. Und vor allem Eure Phantasie.

18. Juli 2021: Naturwunder - Naturgewalt

Wer wandert, bewegt sich in der Natur und entdeckt immer wieder kleine und grosse Wunder: Ein Schmetterling auf einem Stein, junger Farn im Morgenlicht – es müssen nicht immer imposante Berge und Gletscher sein. Ja, die Natur ist ein Wunder und wir dürfen dankbar sein, ein Teil davon zu sein.

Die andere Seite der Natur haben wir vergangene Woche kennengelernt: Die Unwetter haben viel Leid und Zerstörung über Europa gebracht. Kleine Bäche wurden zu reissenden Flüssen, die Wassermassen haben ganze Häuser weggespült.

Jedes Mal, wenn ich mit dem Bus über die Mittlere Brücke gefahren bin, habe ich auf den Rhein hinunter geschaut. Der Fluss wuchs zum breiten Strom und stieg bedrohlich hoch. Aber wir hatten in der Schweiz offenbar mehr Glück als anderswo.

Wie bei solchen Ereignissen üblich, folgen noch in der Stunde des Elends die Kommentare der Politiker*innen, der Expert*innen und der Journalist*innen. Dieses Mal ging es dabei vor allem um den Klimawandel. Dass wir ihn jetzt definitiv stoppen müssen. Und dass jetzt alles besser wird.

Der Klimawandel wird leider kaum noch zu stoppen sein. Wir können ihn vielleicht noch ein bisschen abschwächen. Aber vor allem müssen wir lernen, damit zu leben.
Dass dies im Umgang mit dem Coronavirus ebenfalls die einzige Möglichkeit ist – darauf kommen nun auch immer mehr Expert*innen.

Was die Menschheit aber leider wohl nie lernen wird: Respekt und Demut vor der Natur zu haben!

In meiner Buchserie DIE REPORTERIN geht es immer auch um Naturwunder und Naturgewalt. Ich lasse meine Heldin Selma die Natur erleben und spüren. Das beglückt sie oft, manchmal gerät sie aber auch in Todesgefahr. Vor allem im neusten Buch „Gipfelkuss“: Auf ihrer Tour zum Piz Bernina wandert nämlich der Tod mit …

Mich faszinieren die Natur, die Elemente, die Schönheiten, aber auch diese Kräfte. Und eigentlich müssten wir dankbar sein, dass wir Menschen nicht jeden Tag diese Macht der Natur zu spüren bekommen, dass die Natur uns leben lässt.
Was ich damit meine? Einfach mal die Schuhe ausziehen und bei schönstem Wetter in einen Bergbach stehen …

Euch allen eine gute Woche!