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Die Making-ofs meiner aktuellen Projekte DIE REPORTERIN und RUBY. 
Hier berichte ich jeden Sonntag, wie sich die Schreibarbeit entwickelt. Und manchmal schreibe ich auch über ganz andere Themen.

25. September 2022: "Rampensau"

Habe ich es schon erwähnt? Ich mag öffentliche Auftritte nicht besonders. Aber nun ist es wieder soweit: Nächsten Dienstag, den 27. September wird um 19.30 Uhr in der Buchhandlung Orell Füssli in Basel mein neues Buch getauft.

Ich freue mich natürlich darauf, dass so viele Leser*innen kommen werden, Freunde und Bekannte. Ich fühle mich auch wirklich sehr geehrt! Aber wirklich gerne stehe ich nicht auf der Bühne. Oder nicht mehr. Erstens bin ich immer schrecklich aufgeregt. Und zweitens ist es mir ein bisschen peinlich.

Ich darf aber verraten, dass ich mich in der Buchhandlung Orell Füssli sehr wohl fühle, weil ich da praktisch zum Inventar gehöre. Zudem wird Benjamin Schmid von der BVB ebenfalls auf der Bühne sein und den Abend moderieren. Und von meinem Verlag kommt Susanna Schoch, die neue Lektorin. Sie bringt einen grossen Appenzeller Biber mit. Mmmh, den gibt es dann zum Apéro. Und Filialleiter Christoph Wyder steuert Appenzeller Bier und Appenzeller Kräuterschnaps hinzu. Danke, danke. Dann kann ich meinen Auftritt ja kurz halten, oder?

Ich weiss von Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die mögen Lesungen sehr, geniessen diese Auftritte. Andere absolvieren sie einfach als Marketing-Pflichtprogramm. Und wieder andere lehnen praktisch alle Engagements ab.

Lese-Touren sind heute für viele Autorinnen und Autoren eine wichtige Einnahmequelle. Ich mag lieber meine Bus-Touren … Ernsthaft: Früher war ich ganz gerne die «Rampensau», habe Theater gespielt, habe auch meine Lesungen als kleine Shows zelebriert. Aber irgendwie muss ich das nicht mehr haben. Ich mag meine Geschichten, schreibe sie gerne auf und freue mich sehr darüber, wenn sie meinen Leserinnen und Lesern gefallen.

Ob dies am Alter liegt? Oder an meinem Busfahrer-Job, in dem man schon genügend ausgestellt ist? Ganz ehrlich: Ich verstehe nicht, wie gewisse Künstler*innen, aber auch Politiker*innen einfach nicht aufhören können und bis ins hohe, sehr hohe Alter die Bühne, das Rampenlicht, den Auftritt suchen. Vielleicht werde ich auch so? Bitte nicht! Mein lieber Freund Jonas Haberer, der Held meiner Bücher, wird es zu verhindern wissen. Er wird mich in sein Stammlokal in der Berner Matte abschleppen und abfüllen …

Apropos «Rampensau»: In meinem neuen Manuskript geht es tatsächlich um eine «Rampensau»! Wir tauchen dann zusammen in die Welt des Schlagers … Aber nur kurz. DIE REPORTERIN Teil 5 wird wieder ein echtes Bergdrama!

Bis Dienstag – oder bis nächsten Sonntag!

 

 

 

 

 

18. September 2022: "Spannung über 283 Seiten"

Offensichtlich bin ich wieder im Thriller-, bzw. Krimigenre gelandet. Rezensent Peter Schibli schreibt: «Philipp Probst kennt die Zutaten für einen erfolgreichen Krimi. Diese lauten: Spannung, Unterhaltung, interessante Protagonisten, zwei bis drei «Story-Lines», attraktive Schauplätze, explosive Geheimnisse und ein überraschendes Finale. Wortgewaltig beschreibt der Autor die überraschende Ankunft des Vaters aus Schweden, das zweimalige Verschwinden der Wissenschaftlerin, eine Verfolgungsjagd auf dem Bodensee, die Explosionen in der Alphütte.» Und Peter Schibli kommt zum Schluss: «Spannung über 283 Seiten».

Die ganze Buchbesprechung findet Ihr hier.

Das freut mich natürlich sehr. Und ich wehre mich auch nicht mehr gegen das Krimigenre. Peter Schibli schreibt schliesslich: «Mit seinem vierten Reporterin-Roman belegt Autor Philip Probst, dass es für einen guten Krimi weder einen Mord noch ungeschickt agierende Fahnder noch morbide Exhumierungen braucht.»

Voilà. Vielen Dank!

Übrigens: In meiner neusten virtuellen Lesung, meinem zweiten Podcast zu «Lebenslust», wird es noch ganz und gar nicht kriminell: Jonas Haberer entschuldigt sich bei Selma. Und bestaunt ihre Füsse … Die Entschuldigung.

Noch etwas ganz anderes – hat aber auch mit dem Schreiben zu tun. Die Angst des Schriftstellers vor 3000 Zeichen. 3000 Zeichen ist jeweils die Länge meiner „Fahrtenschreiber“-Glosse. Habt Ihr die neuste schon gelesen? Hier ist sie: „Iischtige, bitte. Bloss wo?“

Ich habe gestern sehr viele positive Reaktionen darauf erhalten. Das freut mich sehr. Und ich muss sagen: Doch, sie gefällt mir auch, sie kommt recht locker daher. Aber jetzt verrate ich Euch mal etwas: Diese Glosse war ein totaler Murks! Einen solchen Kampf hatte ich lange nicht mehr.
Was ist passiert? Ich hatte eine tolle Idee. Es ging um Können und Nicht-Können und um Politik (ich verrate nicht mehr, vielleicht reift die Idee in mir ja weiter …). Ich habe dann auch einen Text geschrieben. Aber irgendwie ging die Sache einfach nicht auf, ich war unzufrieden. Dann habe ich angefangen, daran herumzubasteln. Hat nichts gebracht. Zweiter Versuch mit einer ähnlichen Idee. Verflixt nochmal! Ging auch nicht auf. Ich war immer noch unzufrieden. Langsam lief mir die Zeit davon.
In solchen Situationen gibt es noch genau zwei Möglichkeiten: Entweder einen dritten Versuch mit einer neuen Idee starten oder aber im „abgesicherten Modus“ eine handwerklich solide aber nicht wirklich originelle Glosse abliefern. Denn zwei gescheiterte Versuche noch irgendwie passend zu machen ist sinnlos.
Ich entschied mich, mit einer neuen Idee einen dritten Versuch zu starten. Und siehe da: passt!

Aufgeben ist keine Option.
Ich wünsche Euch einen guten Start in den Herbst. Ist kalt geworden. Musste gestern in meinem Bus die Heizung aufdrehen …

11. September 2022: Glücksmoment

Am Donnerstagabend kurz vor Mitternacht war es soweit: Ich habe den letzten Satz meines neuen Manuskriptes geschrieben. Der Arbeitstitel lautet: «Eismusik – Die Reporterin im Bavonatal».

Jetzt darf ich aber kein Durcheinander anrichten. Das Buch, das jetzt gerade herausgekommen ist, heisst «Lebenslust» und ist Teil 4 der Serie DIE REPORTERIN. «Eiszeit» wird dann Teil 5 sein und soll im Herbst 2023 erscheinen. Sofern sich der Wahnsinn dieser Welt einigermassen in Grenzen hält. Ja, wir leben in Zeiten, da ist es schwierig, noch irgendetwas zu planen …

Also: Ich persönlich bin schon im fünften Teil, meine geschätzten Leserinnen und Leser im vierten. Sie sind im wunderschönen Appenzellerland. Ich habe in dieser Geschichte einen Handlungsstrang angerissen, der offenbar vielen Leserinnen und Lesern Sorgen bereitet. Dies zeigen zumindest die ersten Reaktionen. Ich will nicht zu viel verraten, aber es geht um eine Figur, die sehr beliebt zu sein scheint. Im Appenzellerland geht es ihr nicht besonders gut. Und die Frage stellt sich tatsächlich: Wird die Figur im fünften Teil aus der Serie ausscheiden und uns verlassen?

Nun denn: Ich habe auf 231 Seiten mit mir gerungen, habe 61 368 Wörter verteilt auf 6984 Zeilen getippt. Alles in allem 383 833 Zeichen in den Laptop eingegeben. Und bin zu einer Entscheidung gelangt. Die Figur wird uns …

Ich wäre schön doof, wenn ich das nun verraten würde, oder?

Mit fiktiven Figuren ist es wie im richtigen Leben mit Menschen: Manche mag man sehr, andere auch, aber vielleicht nicht ganz so sehr. Aber alle verdienen Achtung und Respekt. Also gehe ich auch behutsam mit meinen Figuren um … Und wenn sich meine Leserinnen und Leser um eine Figur Sorgen machen, dann nehme ich das ernst. Spiele aber damit ein bisschen. Und schlage vielleicht dann doch ganz fies zu.

Muss mich gerade zusammenreissen, um nicht zu viel zu verraten.

Jedenfalls war es wieder einmal ein grosser Moment, das Manuskript zu beenden. Es ist vielleicht sogar der schönste Augenblick überhaupt. Das Buch ist zwar noch lange nicht fertiggeschrieben, es ist schliesslich bloss die erste Fassung. Aber es macht schon glücklich, die Hauptarbeit geschafft zu haben!

Glücksmomente in einer gewöhnlichen Septemberwoche wünsche ich auch Euch.

4. September 2022: Digtal oder analog?

Virtuell oder real? Digital oder analog? Diese Fragen stellen sich in unserem modernen Leben immer mehr. Bleiben wir zunächst ganz real.

Ich habe ja in meiner Fahrtenschreiber-Glosse bereits über die Ereignisse der letzten Woche berichtet: Im Fadenkreuz.

Hier im Blog liefere ich Euch noch das Bild des geplatzten Reifens nach.

Das Loch ist gar nicht so gross, oder? Aber der Knall war extrem. Und es entstand eine kleine schwarze Wolke. Da ich noch nie einen Reifenplatzer an einem Bus oder Lastwagen hatte, war ich mir wirklich zuerst unsicher, was da so geknallt hat. Eine Bombe konnte ich nicht sofort ausschliessen …

Da der Platzer an einem Zwillingsrad passierte, konnte ich noch vorsichtig in die Garage fahren. Denn hinter dem defekten Reifen gibt es gleich noch einen zweiten Pneu. Das ist bei allen schweren Fahrzeugen an der Antriebsachse üblich. Dieser zweite Reifen war noch intakt.

Solche Platzer passieren übrigens sehr selten. Ich bin auch an keinen Randstein gefahren. Und wenn schon: Reifen von Linienbussen sind auf der Aussenseite verstärkt. Nachträglich habe ich dann aber gesehen, dass der Reifen schon eine Vorgeschichte gehabt haben muss …

Aber zum Glück ist sonst nichts passiert!

Neben diesen aufregenden Erlebnissen kümmerte ich mich in den letzten Tagen um das Marketing für die «Lebenslust». Wie Ihr wisst, ist das nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Und es gehört auch nicht zu meiner Kernkompetenz … Ich habe übrigens für die Einladung zur Buchvernissage am 27. September Flyer drucken lassen. Ja, ganz normale, altmodische Flyer auf Papier. Ich frage mich nämlich je länger je mehr, wie digital die Menschen wirklich sind. Wie und wo erreicht man die Leute?

Wenn ich eine fundierte Antwort liefern könnte, würde ich sehr schnell sehr reich. Ich jedenfalls habe je länger je mehr den Eindruck, dass über die digitalen Kanäle zwar sehr viele Menschen erreicht werden können, die Informationen vielleicht auch wahrgenommen werden, aber auch sehr schnell wieder in Vergessenheit geraten. Mir geht es ja auch so: Eine Einladung, eine Info, selbst eine Rechnung, die ich digital zugeschickt bekomme, nehme ich zwar wahr – vergesse sie aber ziemlich oft.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass meine Fahrtenschreiber-Glosse vor allem deshalb so erfolgreich ist, weil sie nicht nur digital, sondern auch in der gedruckten Ausgabe der Basler Zeitung erscheint. Das bestätigen mir immer wieder viele Leute. Bei den Verlagsmanagern wird dies heute manchmal vergessen. Ich glaube sogar, dass auch junge Leute nach wie vor Freude an Print-Produkten haben. Bücher sind da das beste Beispiel: Der E-Book-Markt bleibt seit Jahren klein («Lebenslust» soll übrigens auch noch als E-Book erscheinen …)

Nun gut, ich habe also viele Flyer verschickt, die Post grosszügig unterstützt. Schauen wir mal …

Übrigens: Die beste Werbung ist nach wie vor die Mund-zu-Mund-Propaganda. Aber das wisst Ihr ja. Vielen Dank dafür.

Euch allen eine platzer- und patzerfreie Woche.

28. August 2022: Idiotenkultur

In meinem neusten Buch „Lebenslust“ tritt ein Appenzeller Männerchor auf (Seite 225). Die Männer tragen weiss-blau-karierte Hemden.

Das ist weder ein Knaller noch ein Skandal, es ist auch für die Geschichte nicht wichtig. Die Korrektorin machte hinter den weiss-blau-karierten Hemden ein Fragezeichen und schrieb: «Meinst du Edelweisshemden?»

Ha! Erwischt.
Ich habe beim Schreiben natürlich auch an diese Hemden gedacht, sie aber explizit nicht erwähnt. Ich wollte das Männerchörli einfach neutral halten.

Denn die Frage stellt sich in diesen Zeiten: Ist das Tragen eines Edelweisshemdes der Ausdruck einer Gesinnung? Freundinnen und Freunde, diese Diskussionen gab es doch schon. Ihr erinnert Euch: Es ging um Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung. Dann mischten sich Politiker*innen ein, wodurch die harmlosen Hemmli auch noch eingefärbt wurden, ja, sie wurden bekleckert und es blieben einige Flecken zurück. In welcher Farbe auch immer.

Wie viele Edelweisshemden habe ich gestern am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Pratteln gesehen? Tausende!

Wollen die Trägerinnen und Träger damit etwas ausdrücken?

Wenn mein Männerchörli statt weiss-blau-karierte Hemden Edelweisshemmli trägt, macht das einen Unterschied? Oder drücke ich dann diesem Männerchor bereits einen Stempel auf? Und wenn ja, welchen? 

Ich stellte in diesem Blog schon einmal die Frage: Darf ich als Mann eine Frauenfigur beschreiben? Nach den jüngsten Diskussionen um Winnetou, Geschichtsverleugnung und Geschichtstilgung, muss ich mir nun sogar die Frage stellen: Darf ich eine fiktive Story im Appenzellerland erzählen, auch wenn ich gar kein Appenzeller bin? Oder ist das bereits kulturelle oder geschichtliche Aneignung?

Halt, Freunde! Ich darf. Ich bin in St. Gallen geboren und habe meine ersten zwei Lebensjahre in Speicher AR verbracht. Uff, Glück gehabt.

Aber jetzt schreibe ich im aktuellen Manuskript eine Geschichte, die sich im Tessin abspielt …

Nicht, dass Ihr mich falsch versteht: Ich finde schon, dass wir sehr achtsam mit all diesen Themen umgehen sollen, dass Rassismus und Diskriminierung zu bekämpfen sind. Wir müssen einfach aufpassen, dass wir keine neuen Ausgrenzungen schaffen, eine Idiotenkultur fördern und dabei vergessen, dass wir uns für Frieden, Freiheit, Welternährung und ein Leben im Einklang mit der Natur kümmern sollten. Und dabei auch noch Freude haben dürfen.

Eine gute Woche wünsche ich Euch, ob mit oder ohne Edelweisshemden …

21. August 2022: Filmpremiere

Liebe Blog-Leserinnen und -Leser. Heute präsentiere ich Euch eine kleine Filmpremiere. Nämlich der neuste Buchtrailer.

Trommelwirbel, Applaus! Hier ist er:
Buchtrailer Lebenslust

Natürlich gibt es auch noch eine Kurzversion:
Buchtrailer Lebenslust Kurzversion

Und? Wie gefällt auch der Clip? Beide Versionen gibt es auch noch mit Untertitel. Hier findet Ihr alle Versionen und natürlich auch die Buchtrailer zu meinen anderen Werken: Youtube-Kanal.

Der Film ist in Zusammenarbeit mit Avarel Studios entstanden. Vielen Dank David Henzmann, Michèle Sarah Müller und Michael Kyburz.

Mein neues Buch „Lebenslust – Die Reporterin im Appenzellerland“ ist also bereits erschienen. Einige Tage vor dem angekündigten Termin. Ich habe das Buch noch nicht gesehen, aber ich glaube, es ist per Post zu mir unterwegs 😉

Richtig offiziell erscheint das Buch sowieso erst Ende September. Dann wird es nämlich getauft.
27. September 2022, 19.30 Uhr, Buchvernissage in der Buchhandlung Orell Füssli, Freie Strasse 17, Basel.
Ich freue mich auf Euch.

Jetzt aber sollte ich noch die letzten Kapitel schreiben. Also die letzten Kapitel des nächsten Buchs. Da kommt jetzt gerade ein bisschen viel zusammen.

Euch allen eine gute Woche!

 

14. August 2022: Abschlussrecherche

Ich war noch einmal im Bavonatal im Tessin. Also dort, wo der fünfte Teil der REPORTERIN spielt. Es war meine Abschlussrecherche.

Wunderschön! Ich war bisher wirklich nicht der grosse Tessin-Fan, aber jetzt hat es mich gepackt. Dieses Seitental des Maggiatals hat es mir angetan. Es ist ein kleines Paradies. Vor allem auch ein Wanderparadies. Wenn es nur nicht immer und überall so steil bergauf ginge.

Aber ich habe eine ganz gemütliche Tour entdeckt. Der relativ leichte Aufstieg von Bignasco zu hinterst im Maggiatal nach San Carlo zu hinterst im Bavonatal. Da kann man bei Hitze auch immer mal wieder seine Füsse in die Bavona strecken.

Die Handlung in Selma 5 spielt nämlich entlang dieser Strecke. Bei Foroglio gibt es den imposanten Wasserfall der Calnègia. Und dort oben, auf dieser einsamen Alp im Calnègiatal, passieren dramatische Dinge!

Wandert man entlang der Bavona weiter, kommt man nach Sonlerto. Dort habe ich das Rustico ausgekundschaftet, das ebenfalls eine grosse Bedeutung in meiner Geschichte hat. Und ich habe auch die «hängenden Wiesen» besichtigt. Eine interessante Eigenheit dieses Tals: Weil es so wenig Weide- und Ackerflächen gibt, dafür ganz viele riesige Felsbrocken, haben die Leute früher auf diese Felsen Erde hochgebuckelt, sie befestigt und Gras und teilweise sogar Getreide oder Gemüse angepflanzt. Ja, jeder Quadratmeter wurde sinnvoll genutzt.

Spannende Historie! Aber diese erwähne ich natürlich in meinem Roman nur am Rande. Trotzdem schwingt sie in meiner Geschichte mit: Das karge Leben in einer einsamen Gegend, ein Leben, bestimmt durch die Natur …

Ich habe Euch letzte Woche bereits Tom vorgestellt. Der schöne schwarze Hund, der in Selmas Tessin-Abenteuer eine tragende Rolle bekommt. Hündin Merle werdet Ihr schon bald im neuen Buch «Lebenslust» kennenlernen. Nun präsentiere ich Euch auch noch Cleona. Mit ihr ist das Rudel perfekt. Ich liebe es!

Cleona ist eine weisse Schäferhündin. Eigentlich ist sie die grosse, alte Dame der Truppe, verweigert diese Rolle allerdings. Wenn die beiden anderen in einer Wanderpause flachliegen, guckt sie einen vorwurfsvoll an: «Und was machen wir jetzt?»

Jetzt mache ich mich ans Finale. Mir tut das einfach extrem gut, wenn ich den Ort, wo die Geschichte sich abspielt, besuche.

Parallel zum Schreiben geht es jetzt los mit dem Marketing für Selmas Abenteuer im Appenzellerland. «Lebenslust» erscheint im September. Ich freue mich riesig auf dieses Buch. Ich bin auch ziemlich stolz darauf. Und ich bin natürlich gespannt auf die Reaktionen der Leserinnen und Leser.

Ich wünsche Euch eine gute Woche. Und endlich Regen!

7. August 2022: Danke, liebe Polizei

Der schöne, schwarze Hund auf dem Foto ist Tom. Tom ist einer meiner drei Lieblingshunde. Tom spielt demnächst auch in Selmas Leben, der REPORTERIN, eine Rolle. Davon gleich mehr.

Zuerst erzähle ich von meinem Highlight der vergangenen Woche. Es ist vielleicht eine kleine Geschichte. Aber manchmal sind es eben die kleinen Geschichten, die das Leben gross machen.

Ich bin auf der Linie 30 und stehe am Badischen Bahnhof in Basel. Es ist brutal heiss, der Asphalt glüht. Die Türen meines Busses sind geschlossen, damit die Gluthitze nicht in den gekühlten Bus schwappt. Plötzlich taucht ein schwarzer Labrador auf. Er hechelt, ist dehydriert und irrt auf dem ganzen Platz herum. Viele Passanten schauen verstört herum. Offenbar gibt es zum Hund keinen Menschen.

Der Hund will in meinen Bus. Ob das eine gute Idee ist? Ich bin unschlüssig und lasse die Türe zu. Dann rennt er über die Strasse in eine Rabatte mit Büschen. Dort will er sich verkriechen. Finde ich auch keine gute Lösung. Also gehe ich zu ihm und rufe ihn. Er kommt sofort zu mir. Ich öffne die Bustüre, er springt hinein, legt sich in der ersten Sitzreihe sofort auf den Boden und hechelt weiter. Ein Kollege von mir öffnet seine Trinkflasche und schüttet Wasser auf den Boden. Der Hund leckt sofort alles auf.

Ich versuche mich dem Hund zu nähern, was problemlos möglich ist, und sehe an seiner Marke, dass es ein Blindenhund ist. Aber ein Mensch dazu ist noch immer nicht in Sicht. Ich muss fahren. Ich beschliesse, den Hund einfach mitzunehmen. Schliesslich ist es im Bus kühl. Das gestresste Tier kann sich etwas erholen.

Dann funke ich der Leitstelle und erkläre die Sachlage. Ein Fahrgast nimmt sich unterdessen dem Hund an und gibt ihm auch noch Wasser. Die Leitstelle meldet, dass die Polizei informiert worden sei. Na ja, denke ich …

Aber dann, oha lätz, nach sieben Haltestellen stehen drei Polizistinnen und zwei Polizisten bereit, um den Labrador in Empfang zu nehmen. Und wie! Mehr jöö geht gar nicht.

Die Hintergründe der Geschichte kenne ich nicht. Aber das Happy End ist sicher. Danke, liebe Polizei, danke an die BVB-Leitstelle, danke an meinen Kollegen und meinen netten Fahrgast.

Nun zu Tom. Der schöne, schwarze Hund mit den bernsteinfarbenen Augen. Liebe Freundinnen und Freunde, er wird in Teil fünf der REPORTERIN eine Hauptrolle spielen. Ich weiss, Ihr müsst noch sehr, sehr lange auf diese Geschichte warten müssen. Schliesslich bin ich erst am Schreiben. Und vorher, also schon sehr bald, kommt ja noch Teil vier: «Lebenslust – Die Reporterin im Appenzellerland». Mit Merle, meiner zweiten Lieblingshündin (über meine dritte Lieblingshündin Cleona berichte ich ein anderes Mal).

Übrigens: Habt Ihr den 27. September auf dem Radar? Dann ist Buchtaufe in der Buchhandlung Orell Füssli in Basel.
Ich habe gerade die Endfassung des neuen Buchtrailers gesehen: Gänsehaut …

Geniesst all die schönen Momente. Sie sind einfach wundervoll.

1. August 2022: Muss Selma sterben?

Illustrator Eddie Wilde hat mich sehr traurig gemalt. Was ist passiert? Vielleicht kommt Selma, DIE REPORTERIN, bald ums Leben. Oder ich muss mich von ihr trennen und sie in die Obhut einer Autorin geben.

Warum?

Weil ich mich mit Selma der «kulturellen Aneignung» schuldig mache.

Hä?

Genau: Eine Schweizer Band musste wegen Reggae und Dreadlocks in Bern ein Konzert abbrechen. Einige Besucher fanden den Auftritt anmassend gegenüber einer fremden Kultur, eben: «kulturelle Aneignung». Ein sehr unaufgeregter Artikel dazu fand ich im Spiegel.

In Deutschland hatte vor einiger Zeit die Klimaschutzbewegung Friday for Future eine Sängerin ausgeladen, weil sie Dreadlocks trägt. Dort läuft die Debatte also schon etwas länger.

Ihr dürft sehr gerne weiterdenken, liebe Freundinnen und Freunde. Letztlich müssen wir unsere Popmusik, ja die gesamte Kultur und wohl unsere ganze westliche Zivilisation absagen, ausladen und verbieten, weil unser Leben voll ist mit «kultureller Aneignung». Ich möchte das auch gar nicht weiter erläutern, weil es jedem vernünftig denkenden Menschen klar ist, dass solche Diskussionen einfach Bullshit sind. Wobei Bullshit ein Fremdwort und damit auch wieder eine kulturelle Aneignung …

In einer Welt, die woke, politisch korrekt und weiss der Geier was alles ist, frage ich mich, warum wir solchen Müll diskutieren, es aber zulassen, dass Menschen verhungern, ausgebeutet und getötet werden? Und warum wir es zulassen, dass wir tagtäglich einen industriellen Massenmord an Tieren unterstützen?

Zurück zu meiner Wenigkeit und meinem Vergehen in Sachen «kultureller Aneignung». Ich getraue mich tatsächlich, als Mann eine Frau zu beschreiben. Hallo? Das ist schwer übergriffig. 

Eigentlich ist es sogar eine «kulturelle Aneignung» überhaupt über Menschen zu schreiben, weil ja jeder Mensch seine eigene Kultur hat und diese nach seinem Empfinden ausleben kann. Erfundene Personen, also beispielsweise meine Figuren in den Büchern, gehören letztlich ebenfalls dazu, weil es natürlich Abbilder von Menschen sind, die einem Geschlecht und einer Kultur angehören.

Ich wünsche Euch einen schönen 1. August. Feiern wir (bitte ohne Knallerei) den Schweizer Feiertag. Wobei wir eigentlich nichts zu feiern haben. Wir sollten uns schämen. Und die Schweiz abschaffen. Denn gerade die Schweiz ist ein Staat, der nur durch «kulturelle Aneignung» funktioniert. So viele Kulturen prallen da aufeinander, beeinflussen einander und übernehmen auch ganz viel voneinander. So hat es die Schweiz geschafft, in Frieden zu leben und eine neue, gemeinsame Kultur zu erschaffen.

PS: Muss Selma jetzt wirklich sterben? Ach, da lass ich Euch mal im Ungewissen 😊

(Illu: Eddie Wilde, Foto: Pixabay)

24. Juli 2022: Grosse Emotionen

Heute Morgen kurz nach Mitternacht: Als ich von meinem Spätdienst nach Hause komme, sehe ich, wie der Labrador einer Spaziergängerin zum Eingang der Bäckerei zieht. Dort sitzt völlig verängstigt ein Chihuahua. Zum Glück trägt er eine Marke mit der Telefonnummer seines Besitzers. Der sucht ihn seit zwei Stunden. Die kleine Hunde-Dame sei abgehauen, weil es geknallt habe. Tja, die alljährliche Idiotie rund um den 1. August geht wieder los.

Eine kleine Hundegeschichte mit Happy End.

Geht die Geschichte mit Ruby auch gut aus? Der junge Hund, der ein neues Zuhause sucht? Ihr erinnert Euch: Ruby aus meinem Kinderbuch, das im Frühling 2023 erscheinen soll.

Das Werk geht langsam aber sicher in die Produktionsphase. Da die Geschichte des süssen Hundes Ruby ja nicht nur in einem Text, sondern auch in Bildern erzählt wird, ist die Herstellung natürlich etwas anders als bei einem Roman.

Illustrator Eddie Wilde hat seine Feder nochmals in die Tinte und in die Farbtöpfe getunkt und noch weitere Helgen gemalt. Ich bin begeistert. Die Geschichte ist nun absolut rund und stimmig und wird den Kindern gefallen. Und vielen Erwachsenen sicherlich auch.

Ich habe mein Manuskript ebenfalls finalisiert. Ganz ehrlich: Viel hatte ich nicht mehr zu tun. Da ich den Text seit einiger Zeit nicht mehr gelesen hatte, war ich teilweise selbst überrascht. Nicht nur über die Handlung, sondern auch über meinen Schreibstil. Jedenfalls ertappte ich mich dabei, dass ich mehrmals Tränchen in den Augen hatte.

Ja, Ruby hat mich wirklich zu Tränen gerührt und ich bin schon ein bisschen erstaunt, dass mich dieses Kinderbuch so emotional berührt. Denn eigentlich wollte ich doch gar nie ein Kinderbuch schreiben …

Jetzt geht es darum, dass Eddies Bilder digitalisiert werden. Hier muss natürlich ein Experte ran. Ihr kennt das sicher, wenn Ihr selbst mal etwas einscannt: Die Farben werden meistens verfälscht. Und gerade bei Kunstwerken geht das natürlich gar nicht. Die Farben, die Nuancen, hell und dunkel – alles sollte dann auch im gedruckten Buch so aussehen wie im Original.

Ich bin sehr gespannt auf das Resultat. Der Irish Red Setter Ruby soll schliesslich in den schönsten Farben erscheinen.

Die Schreibarbeit am fünften Teil der REPORTERIN geht übrigens flott voran. Der Aufbau der Geschichte wird ein bisschen anders als bisher, andere Personen stehen etwas mehr im Fokus und … es wird sehr dramatisch!

Lustig war in der vergangenen Woche, dass ich bei dieser Gluthitze Szenen geschrieben habe, in denen es tiefster Winter ist und meine Personen fürchterlich frieren. Frieren? Kann man sich dieser Tage kaum vorstellen …

Euch allen eine fröhliche und gute Woche mit Happy End!

17. Juli 2022: Achtung Aufnahme

Vergangene Woche war ich wieder einmal im Tonstudio. Der Buchtrailer zu meinem neuen Buch «Lebenslust – Die Reporterin im Appenzellerland» ist schon fast fertig. Wie immer musste ich noch die Texte einsprechen – und mich selbst synchronisieren.

Warum eigentlich? Wurde der Ton nicht gleich mit den Filmaufnahmen gemacht? Doch. Aber in schlechter Qualität. Will man beim Dreh eine gute Tonaufnahme erzielen, müsste zusätzlich eine Person am Set sein, die ein Mikrofon an einer langen Stange ausserhalb des Kameraausschnitts hält. Und weil wir mit low budget drehen, vertonen wir den Clip deshalb nachträglich im Studio. Das ist zwar auch nicht ganz einfach, weil ich den Text zu meinen Lippenbewegungen im Film nachsprechen muss. Mittlerweile kann ich das aber ganz gut. Zudem sind die Techniker in der Lage, mit allen möglichen Raffinessen die Tonspur so unter die Filmspur zu legen, dass wirklich alles passt.

Vielen Dank an Michi Kyburz, dem Produktionsleiter von Avarel Studios.

Ihr könnt Euch auf den Buchtrailer freuen, liebe Freundinnen und Freunde. Er wird toll. Ich jedenfalls bin begeistert. Jemand hat zu mir mal gesagt: «Die Bücher lese ich nicht, aber die Buchtrailer sind phantastisch.»

Dieses Lob freut mich. Aber es ist eigentlich nicht ganz der Sinn der Sache. Die Buchtrailer wären als Marketinginstrumente gedacht … Aber was soll’s? Die Filme zu produzieren macht mir schliesslich Spass. Und vielleicht werde ich ja mal entdeckt … als was auch immer. GRINS!

Ich durfte im Tonstudio dann gleich auch noch meine virtuellen Lesungen aufnehmen. Ihr wisst ja: Zu meinen Büchern der Reihe «Die Reporterin» gibt es jeweils auch noch Podcasts. Darin lese ich Auszüge aus dem Buch. Zehn Podcasts konnte ich aufnehmen. Und auch da darf ich sagen: Ich werde immer professioneller. Auch im Umgang mit der Technik – allerdings auf sehr tiefem Niveau. Michi Kyburz hat mir natürlich dabei geholfen.

Es war ein anstrengender Tag im Studio. Hat aber Spass gemacht. Vielen Dank an das ganze Avarel-Team und natürlich an Geschäftsführer Dave Henzmann, der mich grosszügig unterstützt!

Das Buch erscheint im September. Dann werden auch der Buchtrailer und die Podcasts veröffentlicht. Ich freue mich drauf.

Ich wünsche Euch eine gute Woche – mit vielen Schattenplätzchen.

10. Juli 2022: Arme Kreaturen

Eine neue Studie sagt: Busfahrerinnen und Busfahrer im Linienverkehr sind arme Kreaturen.

Nun gut, wir sind nach der langen Corona-Zeit und vielen, vielen Studien etwas studiengebrannt und glauben nicht mehr jeder Studie. Oder eben nur jener, die wir selbst gefälscht haben 😉

Aber konzentrieren wir uns auf diese Busfahrer-Studie. Sie zeigt nämlich, dass sich sehr viele Chauffeure und Chauffeusen mit physischen und psychischen Beschwerden hinters Steuer setzen. Und sich auch noch über velofahrende Mitmenschen nerven. Und über lange Schichten. Und … ach, noch ganz vieles. Hier die Studie: Berufsgruppe mit Gesundheitsproblemen.

Da ich diesen Job in einem 100-Prozent-Pensum ausübe, kann ich endlich einmal bei einer Studie fachkundig mitreden. Und ich muss sagen: Aus meiner Sicht stimmt sie. Ja, ich kämpfe seit geraumer Zeit mit Rücken- und Nackenschmerzen und liege oft beim Physiotherapeuten auf dem Schragen oder mache irgendwelche Übungen, die man früher „Buggeliturnen“ nannte. Gewisse Dienste und Schichten sind ebenfalls beschwerlich und mühsam.
Auch dass man wegen anderen Verkehrsteilnehmern genervt ist, ja, das kommt oft vor. Dagegen hilft stummes Fluchen. In dieser Disziplin könnte ich Kurse anbieten!

Und aus meiner Sicht gibt es noch weitere Faktoren wie beispielsweise Monotonie (die ganze Zeit im Kreis herumfahren), unfreundliche Fahrgäste, Lärm. Noch etwas (das hört ja gar nicht mehr auf): Passiert ein Unfall, kann das rechtliche Konsequenzen haben, es droht sogar ein zeitweiliges Berufsverbot (Verlust des Führerausweises). Und dann ist auch der Job in Gefahr. 

Da ich meistens im Stadtverkehr unterwegs bin, gibt es auch fast keine Momente, in denen man etwas entspannen kann und nicht gerade mit dem Schlimmsten rechnen muss.

Deshalb erinnere ich mich gerne an meine Zeit auf dem Lastwagen oder dem Car: Auf den langen Autobahnstrecken kann man auch einfach mal dahinrollen. Zudem wechselt die Landschaft. Gerade mit dem Reisebus sieht und erlebt man halt auch mal andere Dinge als nur Basel, Basel, Basel. So gerne ich diese Stadt mag, irgendwann ist gut. Manchmal kommt es mir vor, als hätte ich 365 Tage im Jahr Fasnacht.

Ja, wir Busfahrer*innen sind arme Kreaturen.

Aber die Freude am Fahren ist dennoch gross. Sehr gross! Und deshalb machen wir das halt …

Voilà. In Gedanken bin ich übrigens nicht in Basel, sondern im Bavonatal. Dort spielt sich gerade ein Drama ab. Und es ist bitterkalt, es ist nämlich Winter! Aber mehr darüber dann … uiuiui, das dauert für Euch noch sehr lange, liebe Freundinnen und Freunde. Seid gespannt.

Viel Freude in Eurem Alltag wünsche ich Euch – auch wenn er manchmal beschwerlich ist.

3. Juli 2022: Turritopsis dohrnii

Allen, die in ihren Sommerferien ans Meer fahren, wünsche ich schöne Strände und möglichst wenige Quallen im Wasser. Obwohl Quallen eigentlich ganz faszinierende Tiere sind. Beim Baden nerven sie halt …

Mich hat in den vergangenen Tagen auch eine Qualle gequält. die Turritopsis dohrnii. Das Bild habe ich auf Wikipedia gefunden. Dort findet Ihr auch weitere Details zu diesem kleinen Tierchen.

Ich kam mit keiner Turritopsis dohrnii in Berührung, allein ihr Name fügte mir Schmerzen zu. Psychische Schmerzen. Denn: Als ich meinem Verlag das Gut zum Druck für das Buch «Lebenslust – Die Reporterin im Appenzellerland» erteilen wollte, kontrollierte ich zum gefühlten tausendsten Mal, ob ich den Namen Turritopsis dohrnii richtig geschrieben habe. Doch, alles gut. Perfekt. Aber dann checkte ich es nochmals ab. Und siehe da: Erst jetzt bemerkte ich, dass ich Turritopsis dornhii geschrieben habe. Statt Turritopsis dohrnii. Seht Ihr den Unterschied? Genau, das h war an der falschen Stelle.

Das bestätigt einmal mehr: Fehler in Texten sind manchmal kaum zu verhindern. In diesem Fall wäre er fast in den Druck gerutscht. Und obwohl man solche kleinen Sachen sicherlich verzeihen würde – als Autor eines Textes ärgert man sich halt.

Ihr fragt Euch, was die Qualle Turritopsis dohrnii eigentlich in meinem neuen Buch verloren hat? Die Geschichte spielt doch im Appenzellerland … und am Bodensee …

Nein, die Turritopsis dohrnii gibt es weder im Appenzellerland noch im Bodensee. Aber in meinem Roman geht es um die Suche nach dem Elixier für das ewige Leben. Und da kommt nun die Turritopsis dohrnii ins Spiel. Die Qualle gilt nämlich als unsterblich. Sie hat die Eigenschaft, sich immer wieder komplett neu zu entwickeln. Und wenn wir nun bedenken, dass die Forschung sich intensiv mit der Verjüngung unserer Zellen befasst, mit der Verlangsamung des Alterungsprozesses, tja, dann passt diese Qualle doch bestens zum Thema.

Aber wie die Turritopsis dohrnii genau in der Geschichte vorkommt, verrate ich Euch nicht. Bald könnt Ihr den Roman lesen. Das Gut zum Druck ist erteilt. Das Buch sollte ab Mitte September erhältlich sein.

Ich wünsche Euch eine sonnige Woche und herrliche Abkühlung in einem quallenfreien Gewässer 😉

(Foto: Von Bachware – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48971787)

26. Juni 2022: Ab ins Tessin ...

Engadin, Basel, Appenzellerland, Val Bavona (dort habe ich die Fotos gemacht). Es ist so viel passiert in der vergangenen Woche. Wo soll ich bloss anfangen? Der Reihe nach. Und das auch nur in Kürze. Ich bin nämlich ziemlich «uf dr Schnuure», wie wir in Basel sagen …

Die Lese-Reise 2022 war ein voller Erfolg. Meine Gäste und ich wandelten auf den Spuren meiner Heldin Selma Legrand-Hedlund im Engadin. «Gipfelkuss – Die Reporterin am Piz Bernina». Ich habe ja letzten Sonntag darüber berichtet. Auch der Abschluss mit dem Besuch im Val Roseg war ein schönes Erlebnis!

Nächstes Jahr geht es ins Appenzellerland: «Lebenslust – Die Reporterin im Appenzellerland». Die Reise – Achtung: superprovisorisch – ist für 17. und 18. Juni 2023 angedacht. Organisiert wiederum durch EUROBUS. Infos folgen so bald wie möglich.

Zurück in Basel. «Fahrtenschreiber»-Glosse tippen. Dabei finde ich heraus, dass wir Baslerinnen und Basler einfach grossartig sind. Dass unser Einfluss auf die eidgenössische Politik gar nicht so gering ist, wie wir immer beklagen. Nein! Wir leisten sogar Pionierarbeit. Aha. Wo denn? Wie denn? Keine Sorge, liebe Freundinnen und Freunde, es geht weder um Spritzen noch um Pillen, die wir Euch gesamtschweizerisch verabreichen wollen. Es geht um ein Piktogramm, um ein Symbol. Damit wir in Basel und in der gesamten Eidgenossenschaft Parkplätze für Kistenvelos einheitlich kennzeichnen.

Wenn Ihr Euch vom Lachanfall erholt habt, dürft Ihr gerne die ganze Glosse lesen: «Basel leistet eidgenössische Pionierarbeit».

Ab ins Tessin!

Nein, erst noch das gut zum Druck des neusten Romans erteilen. «Lebenslust – Die Reporterin im Appenzellerland». Und dem Verlag mitteilen – für die Vorschau – warum ich Selma ins Appenzellerland schicke. Ganz einfach: Ich fühle mich ein bisschen als Appezöller. Weil ich die beiden ersten Lebensjahre dort verbringen durfte. In Speicher. Ich habe null Erinnerung. War halt so eine Sache meiner Eltern und ihren Jobs und der Spitzenweberei. Aber ich glaube, das Mystische und Kreative in mir habe ich dort getankt. Item. Das Appenzellerland, einfach ein Wunderland.

So. Jetzt aber ins Tessin. Maggiatal, Bavonatal. Mit meiner Partnerin und unseren drei Hunden. Wunderschön! Zwei Tage Sonne, zwei Tage Regen. Fantastico! Als der Regen dann doch etwas zu stark wurde, verkroch ich mich ins Vallemaggia-Museum und erfuhr ganz viel über die Geschichte dieses Tals. Und kam mit drei Büchern unter dem Arm heraus …

Nein, Selma war nicht dabei. Oder nur ein bisschen. Aber darüber ein anderes Mal dann mehr. Aber wenn Ihr meine Fotos betrachtet, dann könnt Ihr Euch vorstellen, dass es Selma im Bavona- und Maggiatal gefallen wird. Wobei sie sehr dramatische Tage erleben wird …

Euch allen eine gute, sonnige Woche.

19. Juni 2022: Die grosse Lese-Reise 2022

Sonntagmorgen, Pontresina im Engadin. Ich berichte Euch heute quasi live von der grossen Lese-Reise 2022: «Gipfelkuss – Die Reporterin am Piz Bernina»

Selma habe ich gestern auf dem Gipfel nicht gesehen, dafür zehn, fünfzehn andere Menschen. Vielleicht waren es noch mehr. Jedenfalls war es sehr spannend, durch das Fernrohr auf der Diavolezza den Bergsteigerinnen und Bergsteigern beim Aufstieg auf den Piz Bernina zuzuschauen. Da ich und meine Leserinnen und Leser die lange Tour von der Tschiervahütte über den Biancograt zum Piz Bernina bestens kennen (theoretisch zumindest!), wussten wir natürlich, wie gross diese Herausforderung ist. Der Start muss um 3 oder 4 Uhr erfolgen, um die Mittagszeit sollte man oben sein, denn der Abstieg muss schliesslich auch noch gemeistert werden.

Mitten in dieser Bernina-Arena stehen und die imposante Bergwelt des Engadins erleben – das war das Highlight der diesjährigen Lese-Reise „Gipfelkuss“. Wir waren gestern Morgen aber noch im Museum Alpin in Pontresina und erfuhren viel über das karge Leben der Engadinerinnen und Engadiner vor gar nicht allzu langer Zeit. Irgendwie fröstelte die ganze Gipfelkuss-Gruppe, denn das Leben war früher vor allem dadurch bestimmt, irgendwie mit der Kälte zurechtzukommen. Und genügend Nahrungsmittel herbeizuschaffen. Unter anderem durch die Jagd. Eine Jagd, die im Engadin wahre Helden hervorbrachte. Wie später der Alpinismus.

Aber auch ein Künstler schaffte es zu Ruhm und Ehre: Giovanni Segantini. Ich würdige ihn ja auch im Buch. Der grossartige Maler und seine Bilder passen so wunderschön in die Geschichte von Selma und ihrem Vater Arvid Bengt. Wir konnten gestern Abend das Museum besuchen und diese imposanten Landschaftsbilder bestaunen.

Gestartet haben wir den Ausflug am Freitag mit der EUROBUS-Fahrt über den Julier, mit einem Besuch in Sils im Engadin und einer kleinen Wanderung ins Fextal. Dort, bei der Kirche Crasta, gab es natürlich auch eine Lesung. Ihr erinnert Euch? Im Buch wird in dieser Kirche geheiratet …

Heute machen wir noch einen Abstecher ins Val Roseg. Hier musste in meiner Geschichte Selmas Familie miterleben, welche Tragödie sich auf dem Biancograt abspielte. Von hier aus wurde auch die Rettung organisiert … Das wird sicher noch einmal ein spannender und erlebnisreicher Tag!

Vielen Dank an alle Mitreisenden, danke für Eure Fotos und danke an EUROBUS für die Organisation. Dank auch an meinen lieben Kollegen und Chauffeur Christian Siegenthaler. Obwohl … nein … also … Bus-Chauffeur ist halt schon ein schöner Beruf! Dass ich rechts statt links sitzen musste, war gewöhnungsbedürftig.

Euch allen eine schöne Woche!

PS: Nächstes Jahr führt uns die Lese-Reise ins Appenzellerland. Seid Ihr dabei? Wir werden schon bald ein Datum festlegen. Mehr Infos also hoffentlich in Kürze. Wenn Ihr garantiert nichts verpassen wollt, abonniert doch meinen Newsletter. Einfach eine Mail an: philipp@philipp-probst.ch

12. Juni 2022: Ewiges Leben

Gefällt Euch das Cover meines neusten Buchs? Ich finde es toll. Und damit wird die Buchreihe DIE REPORTERIN immer schöner!

«Lebenslust – Die Reporterin im Appenzellerland» erscheint im September 2022. Hier eine Vorschau.

Es geht um grosse persönliche Entscheidungen meiner Heldin Selma, die viel mit Lebenslust zu tun haben. Und es geht ganz grundsätzlich um das Leben. Um ewiges Leben. Um die Abschaffung des Todes.

Keine abwegige Idee, die ich verfolge: Ewiges Leben ist schon lange ein Traum der Menschen. Die Forschung und die Medizin waren der Verwirklichung dieses Traums noch nie so nahe wie heute. Dass Menschen 120 bis 150 Jahre alt werden gilt mittlerweile als möglich.

Lassen wir das mal so stehen. Natürlich tauchen über den Sinn des ewigen Lebens ganz viele Fragen auf. Wobei ich zu bedenken gebe, dass die Menschen damals, als das Durchschnittsalter sehr viel tiefer lag als heute, sich vielleicht auch gefragt haben: 80, 90, 100 Jahre alt werden? Wie das und wozu?

Warum habe ich mir das Appenzellerland als Ort der Handlung ausgesucht? Weil es dort einfach sehr schön ist? Auch, ja. Aber das Appenzellerland ist eine mystische Gegend! Und die Kräuter seien magisch und geheimnisvoll … Und wenn man bedenkt, dass es so viele Pflanzen und Kräuter gibt, die ein langes Leben ermöglichen sollen … Zauberei? Hexerei? All die altertümlichen Bräuche im Appenzellerland? Lasst Euch inspirieren. Fakt ist: Im Appenzellerland galten immer sehr liberale Gesundheitsgesetze, weshalb dort viele Heilerinnen und Heiler aktiv waren.

Für mich ist das neuste Buch ein ziemlich wichtiges Werk, obwohl ich mir dessen beim Schreiben überhaupt nicht bewusst war. Wichtig aus mehreren Gründen. Als kritischer Geist habe ich die Impf-Euphorie während der Pandemie immer etwas hinterfragt, nicht zuletzt, weil ich in der Pharma-Stadt Basel lebe. Schon einmal habe ich mich kritisch mit der Pharma-Industrie befasst, nämlich in meinem Buch «Die Boulevard-Ratten»

Zudem bin ich wieder ein bisschen zum Krimi beziehungsweise zum Thriller zurückgekehrt. In „Lebenslust“ bekommt Olivier Kaltbrunner eine grosse Nebenrolle – der Basler Kommissär aus den Büchern «Der Tod – live» und «Der Online-Tote». Tja, damit habe ich nun nach meinem lieben Freund Jonas Haberer eine zweite Figur aus vergangenen Tagen an der Backe. Lasst Euch überraschen.

Nächstes Wochenende geht es zur Lese-Reise «Gipfelkuss – Die Reporterin am Piz Bernina». Wir starten am Freitag. Bilder dazu dann am nächsten Sonntag.

Ich wünsche Euch allen eine sonnige Woche.