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Das Making-of meines neusten Projekts DIE REPORTERIN. 
Hier berichte ich jeden Sonntag, wie sich die Schreibarbeit entwickelt. Und manchmal schreibe ich auch über andere Themen.

19. September 2021: Das ist ein Page-turner

Wie schnell das immer geht: Kaum ist ein neues Buch erschienen, erhalte ich auch schon die ersten Feedbacks. Und diese sind einmal mehr äusserst positiv. Leserinnen und Leser berichten mir, dass sie sich vorgenommen hätten, «Gipfelkuss» nicht gleich in einem Zug durchzulesen, aber dann hätten sie es eben doch getan. Das Buch sei ein Page-turner. Spannend, aber auch sehr berührend.

Und natürlich werde ich bereits gefragt: Wie geht die Geschichte mit Selma weiter?

Ja, das wüsste ich auch gerne 😉

Ich habe natürlich einen Plan. Mein Manuskript zum vierten Teil wächst. Manchmal etwas schneller, manchmal etwas langsamer. Zurzeit eher langsam, da am Dienstag die offizielle Buchtaufe von «Gipfelkuss» ansteht und ich mit Vorbereitungen und weiteren Marketingarbeiten absorbiert bin.

Leider gibt es das Virus immer noch. Und wieder mal neue Bestimmungen der Behörden. Die Buchtaufe wäre eigentlich ausverkauft. Aber nun herrscht Zertifikatspflicht. Das macht alles wieder etwas schwieriger. Und hält nicht wenige Menschen davon ab, einen solchen Event zu besuchen. Das Team von Orell Füssli und ich sind einfach mal gespannt, wie viele Leute dann doch erscheinen und mit uns das neue Buch taufen werden.
Mit dabei ist wiederum Roger Fuchs von meinem Verlag. Er wird ein Interview mit mir führen, danach werde ich einige Passagen vorlesen und natürlich auch noch ein bisschen etwas über das Buch und seine Entstehungsgeschichte erzählen.

Wie auch immer. Ich freue mich jetzt zuerst über die schönen Feedbacks meiner Leserinnen und Leser. Sie sind der Lohn für die Arbeit, die hinter einem solchen Buch steckt.
DANKE!
Und einen speziellen Dank möchte ich allen aussprechen, die mich tatkräftig unterstützen und mich immer wieder motivieren.
DANKE!

 

 

12. September 2021: Hören statt Lesen

Ich war wieder einmal im Tonstudio und habe einige Kapitel aus dem neuen Buch eingesprochen. Ich werde sie in unregelmässigen Abständen veröffentlichen. Ihr findet sie auf meiner Webseite unter „Die Reporterin“ und dort unter Podcast. Und natürlich direkt bei diversen Podcast-Anbietern.

Oder gleich hier:
Prolog
Der Auftrag

Das Einsprechen bei Avarel Studios GmbH hat Spass gemacht. Es ist und bleibt aber keine leichte Aufgabe. Ich habe mehrere Stunden gebraucht. Gut, am Mischpult bin ich natürlich ein totaler Laie. Aber allein das fehlerfreie Lesen ist wirklich schwierig. Ein Tontechniker hat die Episoden dann doch etwas geschliffen. Ich denke, das Resultat lässt sich hören.

Dann wünsche ich Euch jetzt viel Spass. Und erzähle Euch nächste Woche, welche Reaktionen mein neues Buch bei meinen ersten Leserinnen und Lesern ausgelöst hat …

 

 

 

5. September 2021: Wir feiern

Heute feiern wir ein bisschen.
Was feiern wir denn?
Wir feiern mein 10-jähriges Jubiläum als Schriftsteller. Doch, ich glaube, das darf man feiern. Und ich finde, ich darf mich jetzt auch offiziell Schriftsteller nennen. Ach, ist eine Frage der Definition. Autor ist auch schön. Aber Schriftsteller ist für mich persönlich ein Mensch, der vorwiegend Romane schreibt. Und das mache ich schliesslich.

Wie auch immer. Genau vor 10 Jahren ist mein erstes literarisches Werk erschienen. «Der Storykiller». Vor einer Woche kam mein siebtes Buch in den Handel: «Gipfelkuss». Einige Jahre zuvor ist das Buch «Der Fürsorger» erschienen. Aber das war eher eine journalistische denn literarische Arbeit. Alle meine Bücher findet Ihr hier: Werke.

Mich überrascht das Jubiläum. Ich staune selbst über meine Produktivität. Schliesslich schreibe ich noch andere Dinge. Und kurve mit Bussen in der Gegend herum. Fazit: Meine Phantasie sprudelt und meine Leidenschaft fürs Schreiben ist offensichtlich gross, dafür haben andere Dinge gelitten. Das ist ohne jeden Zweifel so. Deshalb ist dieses Jubiläum auch ein Anlass zur Reflexion. Sich so einer Leidenschaft hinzugeben, ist leider auch sehr egoistisch …

Ich habe in den 10 Jahren viele Figuren erschaffen. Zwei davon sind mir ans Herz gewachsen.
Da ist natürlich Selma, DIE REPORTERIN. Sie ist eine äusserst spannende und herausfordernde Figur. Es fällt mir nicht immer leicht, mit ihr umzugehen. Das gebe ich offen zu. Sie hat ihre Meinung, ich habe meine. Manchmal entwischt sie mir. Dann macht sie Dinge, die ich ziemlich doof finde. Umgekehrt manövriere ich sie in Situationen, die für sie auch nicht toll sind. Im «Gipfelkuss» habe ich sie in ein Drama geführt …

Meine zweite Herzensfigur ist Kotzbrocken Jonas Haberer mit den Cowboyboots: Klack – klack – klack. Er begleitet mich seit «Der Storykiller». Er war nie als Hauptfigur geplant. Aber irgendwie wurde er es trotzdem. Heute hat er sich als Kultfigur in einer Nebenrolle etabliert. Er ist für mich die absolut leichteste Figur. Die Szenen mit Jonas schreiben sich quasi von alleine. Warum? Dafür gibt es drei Gründe. Erstens: Er ist so, wie ich manchmal gerne wäre, aber es beim besten oder schlechtesten Willen nicht sein kann. Zweitens: Er ist ein Kerl, den ich mir aus verschiedenen mir bekannten, ehemaligen Vorgesetzten und Lehrmeistern zusammengebaut habe. Drittens: Er ist doch einfach ein Mensch, der in diesem Leben nach irgendetwas sucht …

So. Jetzt verrate ich Euch noch ein Geheimnis: Ich habe nämlich noch keines meiner Bücher gelesen. MOMENT! Natürlich habe ich meine Manuskripte immer mehrmals gelesen. Aber noch nie als Buch. Noch nie! Ich weiss nicht, ob andere Schriftstellerinnen und Schriftsteller das machen. Ich jedenfalls habe mich noch nie hingesetzt und eines meiner Bücher Seite für Seite gelesen. Warum weiss ich selbst nicht. Ich werde es aber nachholen 😉

Leute, ich muss! Jonas Haberer hat drei Bier bestellt. Zwei für ihn, eines für mich …

(Foto und Illus: Pixabay/Benjamin Güdel)

29. August 2021: Es ist da

Exklusiv für alle Blogleser*innen und Newsletter-Abonnent*innen möchte ich meinen neusten Buchtrailer vorstellen: Gipfelkuss – Die Reporterin am Piz Bernina

Und die Kurzversion: Totentanz …

Grosses Kino, was?

Voilà: Mein neustes Buch ist ab sofort erhältlich. Im Buchhandel oder auch direkt beim Verlag.

Es ist immer wieder ein grossartiger Moment, das neuste Buch in Händen zu halten, daran zu schnüffeln und darin zu blättern.

Und das erste Interview gab es auch schon. Roger Fuchs, mein Lektor vom Verlagshaus Schwellbrunn, hat mich befragt: Interview Gipfelkuss

Soll ich Euch jetzt ein Geheimnis verraten? Nö, das verschiebe ich auf nächste Woche. Dann berichte ich darüber, ob ein Schriftsteller oder eine Schriftstellerin sein/ihr eigenes Buch liest. Nein, das kann ich gar nicht. Aber ich verrate Euch, ob ich es mache.

Und dann habe ich auch noch einige News. Bis nächste Woche! Spannende Unterhaltung wünsche ich Euch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

22. August 2021: Die Kunst des Wartens

Warten ist ein Zustand, der vielen Menschen schwerfällt, weil es eine Nicht-Tätigkeit ist. Eigentlich komisch, denn wie viel Zeit unseres Lebens verbringen wir mit dieser Tätigkeit, die eben keine Tätigkeit ist? Viel. Es sollen mehrere Jahre sein, habe ich gelesen.

Nun gut. Warten gehört zu den Aufgaben eines Busfahrers. Gestern war ich auf einem Shuttlebus, der vom Badischen Bahnhof Besucherinnen und Besucher zum Tierpark Lange Erlen hätte fahren sollen. Leider wurde dieser Bus nicht so häufig genutzt. Weshalb ich viel … genau: warten musste.

Der Tierpark Lange Erlen ist neben dem Basler Zoo eine sehr beliebte Freizeitanlage. Er feierte am Wochenende seinen 150. Geburtstag. Der Park sammelt derzeit Geld, damit eine grosse Wolfsanlage gebaut werden kann.

Um mir die Warterei etwas zu verkürzen, habe ich mir ein Nachrichtenmagazin gekauft. Und gelesen. Das war voll okay. Ich habe einige schockierende, erstaunliche und traurige Geschichten erfahren. Wenig Erfreuliches.

Da die Warterei wirklich lange dauerte – wir reden von Stunden – habe ich mich irgendwann darauf beschränkt, nichts anderes zu tun als zu warten. Dabei ist mir wieder einmal aufgefallen, dass dies absolut keine Nicht-Tätigkeit ist, sondern tatsächlich eine Tätigkeit. Eine ziemlich anstrengende sogar. Leider musste ich auch feststellen, dass ich beim Warten sehr konzentriert bin auf die Zeit und das Warten. Ich bin also weder entspannt noch sind meine Gedanken frei. Mir kommen dann auch keine Ideen. 

Ohne das Warten zu einer Lebensphilosophie machen zu wollen: Warten ist schon eine Kunst. Eine, die offensichtlich nur wenige Menschen beherrschen, schliesslich starren wir bei jeder „untätigen“ Situation sofort ins Handy und „unterhalten“ uns.

Ich nehme mir vor, mich vermehrt in der Kunst des Wartens zu üben.

Einen wunderbar entspannten Tag wünsche ich Euch!

15. August 2021: Totentanz

Muss ich meine Figuren eigentlich impfen lassen?
Okay, nicht ganz ernst gemeint diese Frage.
Aber: Würde sich Selma impfen lassen? Ihre Mama Charlotte? Jonas Haberer?

Möglicherweise habe ich meine Meinung dazu. Aber ich lasse meinen Figuren die Freiheit …
Das war jetzt diplomatisch ausgedrückt.

Aber was in dieser Impfdiskussion gerade abgeht, wow, das hätte ich nicht geglaubt. Mit welchen Bösartigkeiten da gegeneinander argumentiert wird. Was heisst argumentiert? Behauptet! Wirklich Bescheid weiss ja eigentlich niemand. In ein paar Jahren werden wir vielleicht erfahren, was Sache ist.

Ist die Impfdebatte nicht auch ein Stück weit eine Stellvertreterdiskussion? Dieses Virus hat plötzlich ein Thema in den Fokus gerückt, über das wir als Gesellschaft überhaupt nicht gerne diskutieren, eher tabuisieren: den Tod. Wie gehen wir mit dem Tod um? Wie mit dem Sterben? Wie mit Krankheiten? Und besonders bitter: Wie mit alten und kranken Menschen?

Dieses Thema muss auch den unbekannten Künstler beschäftigt haben, der den Basler Totentanz – eine rund 60 Meter lange Bilderreihe – im Spätmittelalter auf eine Friedhofsmauer gepinselt hat. Jeder Mensch, ob reich, ob arm, ob in einem wichtigen Amt oder ein einfacher Bauer oder Arbeiter, jeder tanzt irgendwann mit dem Skelett, mit dem Tod.
Das Bild soll etwa 100 Jahre nach der Pest entstanden sein …

Der Totentanz war lange Zeit eine Attraktion in Basel. Heute ist nichts mehr davon zu sehen. Ausser einigen Fragmenten im Historischen Museum Basel. Die Predigerkirche gibt es noch, den Friedhof nicht mehr. Er ist heute ein kleiner Park.
Und meine Leserinnen und Leser wissen natürlich: Dort wohnt meine Figur Selma Legrand-Hedlund.

Und jetzt habe ich ein bisschen vorgegriffen: Tatsächlich geht es in meinem neuen Buch «Gipfelkuss» um den Totentanz, ziemlich intensiv sogar. Nicht nur als Symbolik – ja, auch in Bezug zur heutigen Zeit! – sondern auch ganz real um die Bilderreihe: Aus dem Totentanz wird ein Liebestanz.

Mir gefällt dieser Strang der Geschichte ganz besonders gut. Und ich bin natürlich gespannt, wie er beim Publikum ankommt.

Euch allen einen wunderschönen Tag!

PS: Mehr über den Totentanz erfährt Ihr zum Beispiel hier: Basler Bauten

(Illu: Pixabay)

8. August 2021: Schreiben ist Sport

Ich bin in der kritischsten und spannendsten Phase meines neusten Werks! Ich komme mir tatsächlich vor, wie bei einem sportlichen Wettkampf. Oder habe ich einfach nur zu viel Olympia geguckt?

Also: Ich schreibe fleissig an meinem neusten Werk, dem vierten Teil meiner Romanserie DIE REPORTERIN. Ich bin damit meinen Leserinnen und Lesern natürlich weit voraus. Aber nicht mehr so weit wie auch schon, schliesslich erscheint der dritte Teil «Gipfelkuss – Die Reporterin am Piz Bernina» in wenigen Wochen.

Mittlerweile habe ich über die Hälfte geschafft. Die meisten Dinge, die in der Geschichte noch passieren werden, sind für mich nun ziemlich klar. Ich habe nicht alles im Kopf, lasse auch bewusst Lücken offen, Raum für spontane Ideen. Sportlich gesprochen: Das ist meine Taktik beim Schreiben. Andere Autorinnen und Autoren haben ganz andere.

Kunst und Sport haben tatsächlich viel miteinander zu tun. Es braucht nicht nur Talent, Können und Disziplin, sondern auch Taktik. Wie packt man eine Herausforderung an, wie teilt man seine Kräfte ein, was kann auf dem Weg zum Ziel alles passieren? Vor allem auch: Wie überwindet man Krisen?

Wenn ich nun sage, dass ich mich in der kritischsten und spannendsten Phase befinde, dann meine ich das so:
Das Ziel ist nun zwar absehbar, trotzdem muss ich voll dranbleiben. Sich zu früh freuen, kann ins Auge gehen. Schliesslich folgt noch der Schlussspurt – und dieser soll ja wirklich knallen!

Spannend ist es deshalb, weil die Geschichte nun am Punkt angelangt ist, an dem die Spannung für mich als Autor am höchsten ist: Jetzt müssen die einzelnen Handlungsstränge, die diese Spannung erzeugen, aber noch geschickt verknüpft werden.

Ich glaube, dass man die Schriftstellerei auch mental mit einer sportlichen Leistung vergleichen kann. Ich habe gerade so das Gefühl: Doch, das kommt gut, das kommt sogar verdammt gut! Dieses Gefühl beflügelt …

Ich wünsche Euch eine beflügelte Woche.

(Foto: Pixabay)

1. August 2021: Magische Momente

Mein neustes noch namenloses Werk musste einige Tage ruhen. «Gipfelkuss» hat mich nochmals beansprucht. Das Buch, das im Herbst erscheint, geht jetzt nämlich in den Druck. Meine liebe Freundin Judith hat es noch einmal durchgelesen – und tatsächlich noch einige Fehler entdeckt! Danke dafür, jetzt hat «Gipfelkuss» das Gut zum Druck verdient. DAS IST IMMER EIN MAGISCHER MOMENT!

Und dann ging es ins Engadin. Dort spielt ja die Geschichte. Zusammen mit Kameramann und Regisseur Michi von Avarel Studios GmbH. Wir haben den Buchtrailer abgedreht. Und wie das so ist am Set: Stress pur. Am ersten Tag düsten wir mit E-Bikes von Pontresina ins Val Roseg. Ganz hinten sieht man die Westseite des Piz Bernina, den Tschiervagletscher und die mächtigen Moränen. Wir erlebten einen tollen Sonnenuntergang. Der Biancograt, diese weltberühmte Himmelsleiter, die zum Gipfel des Piz Bernina führt, leuchtete weiss, hell und grell. Im Tal unten war es längt düster. Für Michi eine echte Herausforderung, schliesslich wollte er auch mich noch im Bild haben – und ich bin halt nicht so eine Leuchte.

Es wurde eine kurze Nacht. Denn wir wollten den Sonnenaufgang auf der anderen Seite erleben, also auf der Ostseite. Dazu radelten wir um 5 Uhr ins Val Morteratsch – und froren an die Finger. Wir kraxelten noch eine steile Geröllhalde hinauf und machten uns für das Schauspiel bereit. Und wurden belohnt: Der Biancograt und die Wölkchen über ihm wurden mit einem zarten Morgenrot erhellt. Es entstand der berühmte Segantini-Himmel! Das ist der Engadiner Himmel, wie ihn Landschaftsmaler Giovanni Segantini gemalt hat. EIN WEITERER MAGISCHER MOMENT.

Michi filmte. Und liess gleichzeitig die Drohne steigen. Ich knipste mit dem Handy. Das Schauspiel dauerte nur wenige Minuten. Dann überstrahlte der Biancograt wieder alles.

Ich bin gespannt auf die Aufnahmen. Vor allem auf jene mit der Drohne.

Später machten wir auf der Bernina-Passstrasse noch einige Aufnahmen. Und bei Silvaplana. War für den Kameramann erneut eine schwierige Aufgabe. Es windete stark. Von hinten. VON MIR HAT MAN NUR NOCH HAARE GESEHEN … (nicht wirklich magisch!)

Jetzt geht das Ganze in den Schnitt, die Nachproduktion und die Vertonung. Ich freue mich auf den neusten Clip.

Vielen Dank an Michi und an Bernina-Sport in Pontresina: Dieses Geschäft hat uns nämlich die E-Bikes gesponsert. Sonst würden wir jetzt noch trampen und keuchen …

Liebe Grüsse von Selma. Sie kommt – wie immer – im Buchtrailer NICHT vor. Doch! Wenn Ihr dann den Film ganz genau anschaut, könnt Ihr sie vielleicht auf dem Gipfel des Piz Bernina erkennen. Beim Gipfelkuss mit Marcel.

Euch allen einen schönen 1. August.

25. Juli 2021: Error. Neuanfang

Habt Ihr meine neuste Glosse schon gelesen? Hier ist sie: Fahrtenschreiber.
Ich schildere darin, dass mein neustes Manuskript plötzlich verschwunden war. Oder besser: Die Datei mit rund 120 Seiten war defekt, blockiert, ERROR. Auch Spezialisten standen vor einem Rätsel.

Ein ganzes Manus weg? Ja, daran kann man verzweifeln. Ich war kurz davor. Aber: Ich sage auch immer wieder, dass die Schriftstellerei ein Handwerk sei und sehr viel mit Arbeit und Disziplin zu tun habe.

Ergo: Der Text ist weg, die Idee und die Handlung jedoch nicht. Ich muss sie einfach nochmals erzählen, bzw. in die Tasten hauen. Gut, das ist bei 120 Seiten und um die 160 000 Anschlägen ein gutes Stück Arbeit.

Was mir auch in dieser Situation hilft: das handwerkliche Können. In meiner Journalistenkarriere habe ich immer wieder erlebt, dass ich in kürzester Zeit einen Artikel oder eine Reportage schreiben musste. Weil halt auch irgendetwas passiert ist, ein technisches Problem aufgetaucht oder ein anderer Artikel ausgefallen ist.
Und ich weiss auch: Die unter extremem Zeitdruck geschriebenen Texte waren nicht meine schlechtesten.

Nun gut. Mittlerweile habe ich 80 Seiten neu geschrieben. Es geht flott voran. Wirklich mühsam sind die Stellen, die ich recherchiert hatte. Diese Recherchen – also nicht die Phantasie! – sind nun auch weg und ich muss sie nochmals machen.

Aber ansonsten darf ich sagen: eine eigenartige, interessante Erfahrung. Mittlerweile kommt es mir nämlich vor, als würde ich die 1. Fassung bereits bearbeiten und eine 2. Fassung kreieren. Nur halt ein bisschen radikaler: Gewisse Szenen, die ich in der 1. Fassung drin hatte, lasse ich jetzt weg. Sei es, weil sie mir nicht mehr gefallen oder weil sie für die Geschichte nicht relevant sind. 

Es wäre also eine durchaus interessante Übung (in meiner Schreibschule), einen Text zu schreiben, um dann einen Monat später nochmals den genau gleichen Text niederzuschreiben. Oder es zu versuchen … Wie würde dieser Vergleich ausfallen?
Und nein! Nicht alles wird in der 2. Fassung besser. Schliesslich gibt es Formulierungen, die fallen einen wirklich nur einmal ein …

Nicht, dass jetzt ein falscher Eindruck entsteht: Ich ärgere mich immer noch fürchterlich über die vermurkste Datei. Aber ich bin wieder etwas zuversichtlicher!

Und noch was: Warum ist nur eine einzige Datei in einem Wolken-Speicher, in dem alle meine Dateien schweben, vom ERROR betroffen? Ja, jetzt wird’s knifflig. Ich habe einen Verdacht. Aber den erzähle ich Euch ein anderes Mal. Ich verrate Euch nur: ES GEHT UM DIE GESCHICHTE …

Seid gespannt und hütet Eure Daten. Und vor allem Eure Phantasie.

18. Juli 2021: Naturwunder - Naturgewalt

Wer wandert, bewegt sich in der Natur und entdeckt immer wieder kleine und grosse Wunder: Ein Schmetterling auf einem Stein, junger Farn im Morgenlicht – es müssen nicht immer imposante Berge und Gletscher sein. Ja, die Natur ist ein Wunder und wir dürfen dankbar sein, ein Teil davon zu sein.

Die andere Seite der Natur haben wir vergangene Woche kennengelernt: Die Unwetter haben viel Leid und Zerstörung über Europa gebracht. Kleine Bäche wurden zu reissenden Flüssen, die Wassermassen haben ganze Häuser weggespült.

Jedes Mal, wenn ich mit dem Bus über die Mittlere Brücke gefahren bin, habe ich auf den Rhein hinunter geschaut. Der Fluss wuchs zum breiten Strom und stieg bedrohlich hoch. Aber wir hatten in der Schweiz offenbar mehr Glück als anderswo.

Wie bei solchen Ereignissen üblich, folgen noch in der Stunde des Elends die Kommentare der Politiker*innen, der Expert*innen und der Journalist*innen. Dieses Mal ging es dabei vor allem um den Klimawandel. Dass wir ihn jetzt definitiv stoppen müssen. Und dass jetzt alles besser wird.

Der Klimawandel wird leider kaum noch zu stoppen sein. Wir können ihn vielleicht noch ein bisschen abschwächen. Aber vor allem müssen wir lernen, damit zu leben.
Dass dies im Umgang mit dem Coronavirus ebenfalls die einzige Möglichkeit ist – darauf kommen nun auch immer mehr Expert*innen.

Was die Menschheit aber leider wohl nie lernen wird: Respekt und Demut vor der Natur zu haben!

In meiner Buchserie DIE REPORTERIN geht es immer auch um Naturwunder und Naturgewalt. Ich lasse meine Heldin Selma die Natur erleben und spüren. Das beglückt sie oft, manchmal gerät sie aber auch in Todesgefahr. Vor allem im neusten Buch „Gipfelkuss“: Auf ihrer Tour zum Piz Bernina wandert nämlich der Tod mit …

Mich faszinieren die Natur, die Elemente, die Schönheiten, aber auch diese Kräfte. Und eigentlich müssten wir dankbar sein, dass wir Menschen nicht jeden Tag diese Macht der Natur zu spüren bekommen, dass die Natur uns leben lässt.
Was ich damit meine? Einfach mal die Schuhe ausziehen und bei schönstem Wetter in einen Bergbach stehen …

Euch allen eine gute Woche!

11. Juli 2021: Magische Landschaft

Was für eine magische Landschaft! Ich habe von einem Leser einige Fotos aus dem Engadin erhalten. Vielen Dank dafür.

Auf dem ersten Bild hat man einen tollen Blick vom Morteratsch-Tal aus Richtung Morteratsch-Gletscher und rechts auf den Piz Bernina mit dem berühmten, weissen Firngrat, dem Biancograt – der Himmelsleiter! 

Dort oben wird ein grosser Teil der Handlung des neues Buchs spielen: „Gipfelkuss – Die Reporterin am Piz Bernina“.

Auf dem zweiten Bild ist sehr schön der Morteratsch-Gletscher zu sehen. Oder das, was von ihm übrig ist. Der Gletscher ist immer noch um die sechs Kilometer lang. Damit ist er der grösste Gletscher im Bernina-Massiv. Doch er schmilzt rasant. Als Wanderer oder Biker kann man den Gletscherschwund sehr gut nachvollziehen. Denn auf dem Weg zum Gletscher sind überall Tafeln aufgestellt, auf denen der Rückgang eindrücklich dargestellt ist.

Übrigens: Auch der Biancograt gilt als Gletscher. Aber wie lange noch? Verliert der Piz Bernina schon bald sein Markenzeichen, die Himmelsleiter?

Das dritte Bild zeigt den Piz Palü am anderen Ende der Bernina Arena. Und natürlich der grosse Eisstrom des Pers-Gletschers. Besonders markant an den drei Felstürmen des Palüs ist der grosse Hängegletscher in der Mitte. Man hat das Gefühl, er würde gleich abbrechen und ins Tal donnern. In Tat und Wahrheit fallen aber nur sehr selten grosse Stücke hinunter, meistens sind es viele kleine, die abbrechen.

Ende Juli werde ich dann auch wieder dort oben im Engadin sein. Die Dreharbeiten zum neuen Buchtrailer stehen an. Letzte Woche habe ich mit dem Filmteam die letzten Details besprochen. Nun hoffen wir auf gutes Wetter.

Und falls Ihr auch Lust habt, die Bernina-Arena zu besuchen: Hier nochmals die Voranzeige zu unserer „Gipfelkuss-Lese-Reise“: 17. bis 19. Juni 2022. Mit einem tollen Programm! Detaillierte Infos folgen demnächst.

Geniesst den Sommer!

(Fotos: Martin Ramp)

4. Juli 2021: Die Schreibschule

Es ist wieder soweit: Ich habe vom Verlag das gelayoutete Manuskript erhalten, werde nochmals kurz drüber fliegen und dann das berühmte Gut zum Druck erteilen.

Das ist eine kleine, aber sehr schöne Aufgabe. Denn jetzt nimmt das neue Buch Gestalt an. «Gipfelkuss – Die Reporterin am Piz Bernina» wird Realität.

Tatsächlich: In unserer digitalisierten Welt passieren bei einer Buchproduktion doch noch einige Schritte auf Papier. Das Endprodukt ist schliesslich ein Buch, also etwas zum Anfassen. Da ist ein Ausdruck des am Computer gestalteten Buchs besser auf Papier zu beurteilen als nur am Bildschirm.

Ich bin froh, dass auch mein Lektor seine Anmerkungen und Korrekturen in Papierform anbringt. Die Kommentar- und Korrekturfunktionen im Schreibprogramm sind zwar praktisch, aber ich verliere schnell mal den Überblick. Ja, ich bin ein Kind der Schreibmaschine und habe in der Zeitungsredaktion gelernt, Texte mit Papier, Schere und Kleber zusammenzuschnippeln. Auch Schreiben habe ich so gelernt: Erst denken, dann tippen. Sonst wird der Tipp-Ex-Verbrauch immens …

Was ich allerdings nicht oder nur sehr selten mache: Meinen Plot und meine Figuren auf Zettelchen schreiben, an eine Pinwand stecken und Pfeile setzen. Das wäre tatsächlich eine sehr gute Methode, jederzeit den Überblick zu behalten. Es gibt mittlerweile auch gute Computerprogramme dazu. Aber auch diese benutze ich nicht.

Was ich aber mache: Ich lege mir eine Linksammlung an (Recherche) und eine Kapitelübersicht mit Stichworten. So finde ich die Stelle, die ich in meinem eigenen Manuskript suche, ziemlich schnell.

Und den Rest? Habe ich im Kopf.

Aber Achtung: Meine Methode funktioniert wahrscheinlich nur, wenn man ein geübter Schreiberling ist. Ich habe es schon mehrfach in diesem Blog erwähnt: Schreiben ist vor allem ein Handwerk. Das kann man lernen und trainieren. Und trainieren heisst: Es einfach jeden Tag machen. Das ist wie das Üben auf einem Musikinstrument. Oder beim Sport das tägliche Training. Profi wird man nicht nur mit Talent.

Einer meiner Journalisten-Ausbildner zeigte mir, wie er Interviews führt und schreibt. Punkt 1: Gute Vorbereitung, ausformulierte Fragen, nicht zu viele, nicht zu wenige. Punkt 2: Während des Gesprächs gut zu hören (kann man nur, wenn man gut vorbereitet ist!). Punkt 3: An den PC sitzen (damals noch Schreibmaschine) und die Antworten niederschreiben. Ende.

Ich fragte ihn: «Nimmst du das Gespräch nicht auf Band auf?» (Ja, damals gab es noch Diktiergeräte mit kleinen Bändern.)
Er: «Nein.»
Ich (dumm guck): «Hä? Du kannst dir ein ganzes Gespräch merken?»
Er: «Ja. Und das, was ich vergesse, war demzufolge nicht wichtig.»

Au weia! Ich habe geübt und geübt und geübt. Und tatsächlich: Die Methode funktioniert. Wenn ich heute hin und wieder ein Interview führe, dann lasse ich das «Band» im Handy mitlaufen – einfach zur Sicherheit, damit ich gewisse Formulierungen überprüfen kann.

Eh voilà: Falls ich also den Handlungsstrang in meinem Roman vergesse (oder ich verstehe die Handlung nicht mehr), dann habe ich etwas falsch gemacht. Wenn ich schon nicht mehr drauskomme, wie sollen mir dann die Leserinnen und Leser folgen können?

Starten wir in eine spannende Woche!

27. Juni 2021: Eine Reise ins Engadin

SAVE THE DATE: 17. bis 19. Juni 2022!

Ja, manchmal muss man weit in die Zukunft planen, vor allem wenn ein ganz besonderer Event ansteht. Zum ersten Mal organisiere ich eine Lese-Reise, die länger als einen Tag geht. Die Reise «Gipfelkuss – Die Reporterin am Piz Bernina» dauert drei Tage. Das Engadin ist halt nicht nur wunderschön, sondern auch ein bisschen weit weg.

Noch steht das Programm nicht im Detail. Auch der Preis ist noch nicht fix. Da ich die Reise wiederum zusammen mit EUROBUS organisiere, rechnen wir mit etwa 500 Franken pro Person. Darin enthalten ist die Reise, Hotel mit Halbpension und natürlich viele Attraktionen. Sobald alles feststeht, wird die Reise ausgeschrieben. Das läuft dann wieder direkt über EUROBUS.

Etwas darf ich Euch bereits verraten: Auf den Piz Bernina werden wir nicht wandern. Auch wenn ein grosser Teil der Handlung auf diesem Berg spielt und meine Romanheldin Selma dort oben ganz romantische, aber auch sehr dramatische Momente erlebt – nein, nein, da müssten wir vorher noch in die Berg- und Kletterschule.

Diesen wunderbaren Berg sieht man aber auch vom Morteratsch- oder vom Rosegtal. Oder von der Diavolezza. Dorthin kann man sogar mit einer Gondelbahn fahren.

Aber auch Kultur soll nicht zu kurz kommen auf dieser Reise: Der berühmte Landschaftsmaler Giovanni Segantini, der in meinem neuen Buch auch immer wieder erwähnt wird, hat in St. Moritz ein eigenes Museum. Und dann gibt es in Pontresina noch das Museum Alpin, in dem die Geschichte des Engadins und des Alpinismus erzählt wird.

Nicht vergessen: Lecker essen kann man im Engadin auch. Und vor allem die herrliche Bergluft geniessen. Denn das Engadin liegt auf einer Höhe von rund 1800 Meter über Meer.

Alle weiteren Infos folgen demnächst. Ich freue mich aber schon jetzt auf dieses Abenteuer.

In Schweden wird noch Midsommar gefeiert. Feiern wir doch ein bisschen mit!