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Das Making-of meines neusten Projekts DIE REPORTERIN. 
Hier berichte ich regelmässig, wie sich die Schreibarbeit entwickelt.

26. September 2020: Die Wölfe zum Hören

Diese Woche war ich wieder einmal im Tonstudio. Ich habe einige Auszüge aus dem neuen Buch „Wölfe – Die Reporterin in Engelberg“ eingesprochen. Ich werde die Episoden nach und nach hochladen. Hier schon mal die ersten zwei:

– Sie ist nicht allein
– Der Sturz

Vielleicht mögt Ihr ja mal reinhören. Am liebsten hätte ich das ganze Buch eingesprochen und als Hörbuch veröffentlicht. Aber das ist dann schon nicht so einfach. Einen langen Text fehlerfrei und mit den richtigen Betonungen laut zu lesen ist nämlich gar nicht so einfach. Hörbücher werden ja meistens von Schauspielern eingelesen. Und auch diese stolpern hin und wieder. Was aber kein Problem ist: Eine Tontechniker*in kann das im Nu rausschneiden und durch eine zweite oder dritte Aufnahme ersetzen. Trotzdem: Der Aufwand ist sehr hoch. Und teuer.

Aber der Tag im Studio hat Spass gemacht und ich hoffe, ich kann Euch damit einen kleinen Zusatzservice bieten. In Coronazeiten dienen diese Podcasts auch ganz gut als virtuelle Lesungen …

Trotzdem hoffe ich natürlich, dass die zukünftigen Lesungen alle stattfinden können. Für die Doppel-Buchvernissage vom 19. Oktober in Basel hat es übrigens nur noch wenige Plätze. Jetzt also unbedingt anmelden. Gleich hier.

Ist kalt geworden, was? Seid Ihr an einem kuschligen Plätzchen und habt ein schönes Buch zur Hand? Na dann: Einen schönen Herbstanfang!

20. September 2020: Wölfe mit Schutzmaske

Was war das für eine verrückte Woche!
Vergangene Woche haben sich schon erste Leser*innen gemeldet, die das neue Buch „Wölfe“ bereits gelesen haben. WIE BITTE? Es war doch noch gar nicht erschienen. Doch, aber nur als eBook. Das reale Buch kam tatsächlich erst vergangenen Montag in den Handel.

Ich habe es um 08:23 Uhr vom Pöstler zugestellt bekommen. Und was habe ich als Erstes mit dem Buch gemacht? Natürlich: ICH HABE DARAN GESCHNÜFFELT!

Herrlich.

Stunden später durfte ich mein neustes Werk bereits einem Publikum vorstellen: Beim „ÖV-Geflüster“ in einem Oldtimer-Tram der Basler Verkehrs-Betriebe. Diese Lese-Touren im Rahmen der Basler Mobilitätswoche habe ich dann jeden Abend machen dürfen. Das war zwar sehr schön. Aber auch anstrengend. Denn ich musste wegen Corona während der ganzen Lesung eine Maske tragen.

Ich habe darüber auch in meiner Kolumne in der Basler Zeitung berichtet. Ihr findet sie hier: „Mit nackigem Gesicht„.

Dass die „Wölfe“ beim Publikum gut ankommen, durfte ich bereits feststellen. Das Cover gefällt. Es ist natürlich sehr ähnlich wie der „Alpsegen“, da es sich ja um eine Buchreihe handelt. Dieser blaue Hintergrund gefällt mir ganz besonders und passt zur Jahreszeit. Das Buch spielt nämlich im Herbst/Winter.

Jetzt bin ich ganz gespannt auf die Feedbacks der Leser*innen, was die Geschichte betrifft. Euch allen wünsche ich jedenfalls viel Lesespass und „bissige“ Unterhaltung.

Bleibt gesund!

13. September 2020: Buchtrailer "Wölfe"

Mit grosser Freude präsentiere ich Euch heute meinen neuen Buchtrailer „Wölfe“
Neben der langen Version (Dauer 1 Minute 44) gibt es noch eine kurze Version (1 Minute 01) und eine kurze Vision mit Untertitel.

Warum? Nun, die Vollversion ist vielen Menschen bereits zu lang. In den Sozialen Medien gilt eine Minute als gerade noch machbar. Das ändert sich aber auch immer wieder. Derzeit sollen längere Clips wieder gefragt sein …
Wichtig ist sicherlich die Version mit den Untertiteln, da viele Menschen die Videos in der Öffentlichkeit gucken und den Ton ausgeschaltet haben. Schliesslich tragen nicht alle Menschen Kopfhörer.

Wir haben die Aufnahmen im letzten Herbst/Winter gemacht. Zu dieser Jahreszeit spielt ja auch das Buch. Die Dreharbeiten auf dem Titlis und in Engelberg waren phantastisch. Kameramann Wing Lung Choong von den Avarel Studios GmbH hat die wunderschöne Landschaft, das weihnächtliche Engelberg und selbst mich als Schauspieler toll in Szene gesetzt.

Eine echte Herausforderung waren dann die Dreharbeiten am „Hahnen“, dem Engelberger Hausberg. Dort kamen nämlich die Wölfe zum Einsatz. Leider haben wir keine echten Wölfe angetroffen. Die Wölfe wurden gespielt von Wolfshunden. Geführt und trainiert wurden sie von Dominik Cattin von der Wolf Dog Assocation. Das war einfach toll und für mich ein sehr emotionales Erlebnis. Mir ist es immer wieder kalt den Rücken hinuntergelaufen – denn ich konnte mich so fest in Selma hineinversetzen, die ja plötzlich echte Wölfe vor sich hatte …

Übrigens: In diesem Gebiet Horbis in Engelberg soll tatsächlich mal ein Wolf umhergezogen sein. Aber er ist dann auch wieder abgezogen, vermutlich war dieses eigentlich ideale Wolfsgebiet mit vielen Höhlen und Felslöchern doch etwas zu nahe an der Zivilisation. Wölfe haben es nämlich nicht so mit Menschen. Leider ist das unsägliche Bild des „bösen Wolfs“ aber immer noch in vielen Köpfen drin.

Jetzt wollen wir aber nicht politisch werden. Aber Ihr könnt Euch ja alle denken, dass ich als Wolfsfan diese Tiere – wie alle anderen auch – unbedingt leben lassen und schützen will.

So. Nach den Dreharbeiten wurde das Material geschnitten, vertont, eingesprochen, mit Musik versehen und mit Titel und Untertitel bestückt. Und schliesslich musste auch noch der Feinschliff mit allen möglichen technischen Raffinessen gemacht werden. Für all dies war Avarel-Projektleiterin Sarah Michèle Müller zuständig.

Danke an alle! Danke für Euer Engagement. Es hat wirklich viel Spass gemacht.

Ich hoffe, Euch gefällt das Video. Und natürlich auch das Buch. Viel Spass!

6. September 2020: Bin ich Selma?

Heute werden wir einmal ein bisschen psychologisch. Allerdings bewegen wir uns auf dem Niveau des klassischen Hobby-Psychologen. Das bedeutet: Alles ohne Gewähr!

Im äusserst lesenswerten Artikel meines Lektors Roger Fuchs (erschienen in der Verlagszeitschrift „Zeile“), ging es unter anderem um die Frage, wie viel Philipp in Selma steckt. Und umgekehrt.

Dass in den meisten Figuren immer auch ein Teil des Autors lebt, dürfte wohl klar sein. Deshalb ist das Bücherschreiben immer eine sehr persönliche Angelegenheit. In meinen Lehrjahren als Buchhändler habe ich mal eine sehr erfahrene Kollegin gefragt, ob sie nicht mal Lust hätte, selbst ein Buch zu schreiben. Sie lachte. Und meinte dann: „Nein, das ist doch viel zu persönlich.“

Die psychologisch interessantere Frage ist wohl, ob man als Autor gewisse Charakterzüge seiner erfunden Figuren übernimmt. Und ich muss sagen: JA!

Natürlich bin ich nicht Selma, die Hauptfigur meiner neuen Buchreihe. Aber ich beschäftige mich halt schon sehr viel mit ihr. Und ich finde manchmal, dass ich die Werte, die sie lebt, auch gerne in dieser Konsequenz leben würde. Zudem ertappe ich mich immer wieder dabei, sie zu sehr zu glorifizieren. Da muss ich dann eingreifen.

Andererseits lebe ich auch mit meiner Figur Jonas Haberer, dem Kotzbrocken. Ich lebe in ihm all das aus, was ich eigentlich nicht bin, aber manchmal gerne sein würde. So ein richtiger Kerl halt, ein Prolet und ein Angeber.

In einer Rezension in der Basler Zeitung schrieb der Literaturkritiker, dass ich mich in der Figur Marcel selbst beschrieben habe. Marcel ist studierter Psychologe, arbeitet aber als Tram- und Buschauffeur. Das hat mich erstaunt, weil ich mich in dieser Figur überhaupt nicht erkenne.

Aber bon. Ich kann das nicht wirklich beurteilen.

Spannendes Thema, oder? Hier also nochmals der Link auf diesen Beitrag in der „Zeile“.

Ach ja, ganz vergessen: Die Wölfe kommen! Ganz wundervolle Tiere. Lasst sie bitte leben!

Mit einem freudigen Jaulen wünsche ich Euch eine gute Woche.

29. August 2020: Vom Schreiben

Ich habe zu meinem 10-jährigen Dienstjubiläum als Bus-Chauffeur bei den Basler Verkehrs-Betrieben BVB von meinem Teamleiter eine Ansichtskarte erhalten. Mit einigen handgeschriebenen Zeilen.

Ich bekomme auch noch ein grosszügiges Geschenk zum Jubiläum. Aber diese Karte war eine wunderschöne Überraschung. Und ich erachte dies in dieser digitalisierten Welt als eine tolle Wertschätzung. Eine Kurznachricht aufs Telefon, eine Mail, ein Post auf Social Media – alles schnell gemacht. Aber eine Karte kaufen, einen Stift organisieren und ohne Korrektur einen kurzen Text auf eine Karte schreiben – Chapeau! Ihr kennt das, liebe Leserinnen und Leser: Man hat nur eine Chance. Wenn man sich verschreibt, ist die Karte futsch.

Ich gebe es zu: Ich habe grosse Mühe, Texte von Hand zu verfassen. Das HANDWERK des Schreibens habe ich in der Schule zwar noch mit der HAND gelernt, die professionelle Ausbildung als Schreiber habe ich dann aber auf der Schreibmaschine absolviert. Auch da musste man vor dem SCHREIBEN noch DENKEN. Denn: Einen Text mit Tipp-Ex oder mit Korrekturzeichen zu verändern oder ihn gar mit Schere und Leim neu zusammenzustellen, war eine mühsame Sache. Und obwohl ich seit 30 Jahren am Computer tippe – ich versuche stets, einen Text, einen Artikel oder gar ein Buch von A bis Z durchzuschreiben. Und nicht einzelne Sätze, Abschnitte oder Kapitel hin und her zu schieben und neue Übergänge zu formulieren. Das ist mir schlicht zu mühsam.

Ja, das Schreiben. Dass es ein Handwerk, vielleicht sogar eine Kunst ist, das vergisst man heute manchmal. Und die Weiterentwicklung sieht für mich als Schreiber ganz fürchterlich aus: Computer lernen ziemlich rasant, selbst zu schreiben, nicht nur Notizen, nein, auch lange Texte. Vielleicht sogar ganze Bücher.

Ausgereift ist der digitale Schreiberling noch nicht wirklich. Wie auch der digitale Busfahrer nicht.
Ich habe also noch etwas Arbeit.
Zum Glück!

Bleibt kreativ und habt eine gute Woche.

23. August 2020: Lesungen im Drämmli

Ich parkiere den Bus und fahre Tram. Ich fahre das Drämmli natürlich nicht selbst, ich lese darin.

Die Veranstaltung heisst „ÖV-Geflüster“ und findet im Rahmen der Basler Mobilitätstage statt. Wir rollen mit einem Oldtimer-Tram der Basler Verkehrs-Betriebe durch die Stadt – und ich lese Euch aus meinen beiden ersten Büchern meiner neuen Reihe DIE REPORTERIN vor: „Alpsegen“ und „Wölfe“. Dabei erfahren wir viel über meine neue Heldin Selma Legrand-Hedlund und ihre ganze Familie. Ja, wir sehen auch, wo sie wohnt und wo sie sich gerne in der Stadt aufhält.

Ich lese aber auch einige Glossen vor, die jeweils in der Basler Zeitung erscheinen.

Die Fahrten finden wie folgt statt:
Montag bis Freitag, 14. bis 18. September 2020. Abfahrt ist um 17 Uhr an der Basler Schifflände beim Fischmarktbrunnen.
Im Anschluss kann man noch das Tram-Museum am Dreispitz besuchen. Weitere Infos findet Ihr hier: Einladung ÖV-Geflüster.

Diese sehr speziellen Lesungen darf ich bereits seit einigen Jahren durchführen. Angefangen habe ich mit Bus-Touren. Heute sind es spezielle Tram-Fahrten. Und in diesem Jahr wegen Corona sind es noch exklusivere Veranstaltungen: Die Gästezahl ist beschränkt. Deshalb möchte ich Euch bitten, Euch frühzeitig anzumelden. Und zwar unter: events@bvb.ch

SAVE THE DATE: Die Doppelbuchtaufe „Alpsegen“ und „Wölfe“ findet am Montag, den 19. Oktober in der Buchhandlung Orell Füssli in Basel statt. Alle Infos findet Ihr auf dem Flyer. Oder direkt bei Orell Füssli.
Auch bei dieser Veranstaltung ist die Platzzahl beschränkt. Man muss sich anmelden.

Ich freue mich auf Euch.

13. August 2020: Die Lese-Wanderung

Es war einfach ein traumhafter Tag!
Die exklusive Lese-Wanderung am vergangenen Sonntag mit über 20 Gästen war ein tolles Erlebnis. Die Lesung im Bus (im exklusiven Car-Rouge, der Premium-Marke von EUROBUS) verkürzte die Fahrzeit ins Berner Oberland. 16 Leser*innen begleiteten mich dann auf die Wanderung von der Lenk über den Tungelpass zur Alp Stieretungel der Familie Trachsel. In meinem Buch heisst diese Alp „Kohler-Bärg“. Und Achtung: Meine fiktive Sennen-Familie hat nichts mit den Trachsels zu tun.

Natürlich gab es eine kurze Lesung. Aber vor allem haben wir gegessen, getrunken und einfach die Zeit genossen.

Der Abstieg zum Lauenensee war … na ja … herausfordernd. Aber alle haben es geschafft!

Die Nicht-Wanderer haben den Tag ebenfalls genossen: Auf der Wispile, dem Gstaader Hausberg, und natürlich am Lauenensee.

Auf der Rückfahrt durfte ich dann noch Bücher signieren 😉

Voilà, hier ein kurzer Film über diesen traumhaften Tag: Lese-Wanderung.

Vielen Dank an EUROBUS für die tolle Organisation. Vielen Dank an Avarel Studios GmbH für den Clip und all die Fotos auf Facebook. Und vielen Dank natürlich auch an die Familie Trachsel für die Gastfreundschaft.

Es war einfach ein traumhafter Tag!
Die exklusive Lese-Wanderung am vergangenen Sonntag mit über 20 Gästen war ein tolles Erlebnis. Die Lesung im Bus (im exklusiven Car-Rouge, der Premium-Marke von EUROBUS) verkürzte die Fahrzeit ins Berner Oberland. 16 Leser*innen begleiteten mich dann auf die Wanderung von der Lenk über den Tungelpass zur Alp Stieretungel der Familie Trachsel. In meinem Buch heisst diese Alp „Kohler-Bärg“. Und Achtung: Meine fiktive Sennen-Familie hat nichts mit den Trachsels zu tun.

Natürlich gab es eine kurze Lesung. Aber vor allem haben wir gegessen, getrunken und einfach die Zeit genossen.

Der Abstieg zum Lauenensee war … na ja … herausfordernd. Aber alle haben es geschafft!

Die Nicht-Wanderer haben den Tag ebenfalls genossen: Auf der Wispile, dem Gstaader Hausberg, und natürlich am Lauenensee.

Auf der Rückfahrt durfte ich dann noch Bücher signieren 😉

Voilà, hier ein kurzer Film über diesen traumhaften Tag: Lese-Wanderung.

Vielen Dank an EUROBUS für die tolle Organisation. Vielen Dank an Avarel Studios GmbH für den Clip und all die Fotos auf Facebook. Und vielen Dank natürlich auch an die Familie Trachsel für die Gastfreundschaft.

2. August 2020: Auf geht's!

Nächsten Sonntag ist es so weit: Am 9. August wandern wir zu den Tatorten meines Buchs „Alpsegen – Die Reporterin am Lauenensee“ – eine exklusive Lese-Wanderung im Berner Oberland.

Höhepunkt ist sicher der Besuch auf der Alp Stierentungel, die im Buch den fiktiven Namen „Kohler Bärg“ trägt. Dort werden wir von den Sennerinnen und Sennen bereits mit Freude erwartet.

Natürlich werden wir auch den Baum der Liebe sehen und am Lauenensee rasten.

Für Kurzentschlossene: Im Bus, der ab Windisch, Basel, Pratteln und Olten fährt, hat es noch ganz wenige Plätze. Hier findet Ihr die Anmeldung: EUROBUS – Alpsegen.

Nicht-Wanderer sind auch willkommen: Sie verbringen einen wunderschönen Tag auf dem Gstaader Hausberg Wispile und natürlich am Lauenensee.

Info für Wanderer, die privat anreisen: Wir treffen uns um 10 Uhr an der Talstation der Bergbahn Lenk – Stooss – Leiterli in Lenk. Bitte meldet Euch aber trotzdem an: philipp@philipp-probst.ch

Von dort wandern wir zur Alp und später dann hinunter zum Lauenensee. Die Lesungen finden im Bus, auf der Alp und vielleicht auch mal Zwischendurch statt…

Denkt daran: Es ist eine Bergwanderung. Eine gute Ausrüstung ist also selbstverständlich.

Wer nicht dabei sein kann, aber trotzdem einige Eindrücke über diesen Tag erhalten möchte: Wir werden auf Facebook darüber berichten. Und später natürlich auch hier im Blog.

Ich freue mich sehr!

 

 

26. Juli 2020: Wölfe in Engelberg

DIE REPORTERIN Teil 3 bin ich am Schreiben. Teil 1 („Alpsegen“) ist auf dem Markt und muss verkauft und promotet werden. Und Teil 2 („Wölfe“) ist im Druck – und im Marketing.

Deshalb war ich wieder einmal in Engelberg. Ich habe mich für ein Interview für die Verlagszeitschrift „Zeile“ mit meinem Lektor Roger Fuchs getroffen. „Wölfe“ spielt ja zu grossen Teilen in diesem schönen Ort in der Zentralschweiz.

Es war lustig, dahin zurückzukehren, wo Selma so viele Abenteuer erlebt. Und ich bin auch mit dem Zug von Basel nach Engelberg gefahren. Genau wie Selma.

Nach dem Interview wurde ich noch fotografiert. Da Selma nicht wirklich existiert, musste ich mal wieder meinen Kopf hinhalten …

Einige Fotos haben wir bei der Talstation der Titlisbahn gemacht. Da habe ich schon gestaunt: Auf dem riesigen Parkplatz stehen normalerweise zehn, zwanzig, dreissig Reisebusse, die die vielen asiatischen Touristen ins kleine Schweizer Paradies befördern. Ich beschreibe im Buch auch, wie diese Menschen ganz begeistert auf dem Titlisgletscher stehen und aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen. Doch jetzt: kein einziger Bus, praktisch keine ausländischen Gäste.

Das hat mich nachdenklich gestimmt. Corona – diese Krise ist nicht vorbei, sie wird erst langsam sicht- und greifbar. Und wir spüren: In irgendeiner Form wir es uns alle treffen.

In zwei Wochen habe ich tatsächlich meine erste „Alpsegen“-Lesung. Corona hat alles andere verhindert … Deshalb freue ich mich nun auf die Alp, aufs Berner Oberland.

Geniesst den Sommer!

PS: „Wölfe“ und auch das Interview erscheinen in diesem Herbst.

 

 

19. Juli 2020: Selma mit Schutzmaske?

Meine Heldin Selma fährt meistens mit dem öV. Auch ins Engadin, wo ihr drittes Abenteuer stattfindet, reist sie mit dem Zug. Trägt Selma nun also eine Schutzmaske?

Natürlich. Wenn sie real existieren würde. Aber als Romanfigur? Spielt Corona überhaupt eine Rolle? Ist das Virus für Schriftsteller ein Thema?

Knifflig. Schon beim zweiten REPORTERIN-Band „Wölfe“ habe ich versucht, Corona irgendwie aufzunehmen. Habe die Passage aber zum grössten Teil wieder gestrichen. Auch mein Lektor hat mir dazu geraten. Warum? Corona ist ein nicht abgeschlossenes Ereignis. „Wölfe“ erscheint im Herbst. Bis dann kann alles wieder anders sein. Zudem wird ein Buch nicht an einem bestimmen Tag gelesen wie eine Zeitung oder Zeitschrift – ein Buch wird über Monate verkauft. Was wird dann sein?

Allerdings habe ich anderen Schriftstellern gegenüber den Vorteil, dass ich schon ein Viren-Buch geschrieben habe und deshalb einen eleganten Link machen kann. Denn in meinem Buch „Die Boulevard-Ratten“ kam Jonas Haberer, der in der REPORTERIN eine Nebenrolle spielt, auch schon vor … Seid also gespannt, was Haberer in „Wölfe“ zu sagen hat 😉

Auch im dritten Selma-Buch, das im Herbst 2021 erscheint, ist Corona kein grosses Thema. Und ob Selma im Zug eine Schutzmaske trägt oder nicht, spielt für die Story keine Rolle. Andere Dinge könnten vielleicht eine Rolle spielen. Aber immer eine untergeordnete.

Ich bin gespannt, ob schon bald literarische Corona-Bücher auf den Markt kommen. Frage mich allerdings, ob das jemand lesen will. Mein Viren-Buch war ein bisschen Science-Fiction. Jetzt ist alles Realität. Und alles ist so nah.

Das Foto zeigt übrigens die Bernina-Bahn beim Val Roseg im Engadin. Eine Fahrt, die sich in diesen Tagen auch mit Schutzmaske lohnt!

Sonnige Tage wünsche ich Euch.

 

 

 

12. Juli 2020: Inspiration

Die Ferien sind für mich zwar bereits vorbei, doch die Eindrücke und die Erlebnisse sind noch sehr präsent. Habe gerade meine Fotos noch einmal angeschaut und dieses Bild aus dem Rosegtal für meinen Blog ausgewählt.

Ich bin in der vergangenen Woche wieder mit meinem Bus durch Basel gekreuzt – und war in Gedanken doch immer wieder im Engadin. Ich habe auch die DIE REPORTERIN Teil 3 vorangetrieben. Da die Handlung zu einem grossen Teil im Engadin spielt, war und bin ich inspiriert und motiviert.

Und ich habe wieder einmal gemerkt, wie wichtig es für mich ist, Orte und Landschaften zu erleben. Sehen, hören, spüren, riechen. Es ist ein Erlebnis für die Sinne.

Ich denke gerne zurück an meine eigene Vergangenheit als Reporter. Ich habe schon in der Ausbildung an der Journalistenschule gemerkt, dass ich von allen journalistischen Disziplinen die Reportage am liebsten mag: Beobachten, zuhören, die Düfte einsaugen, Informationen sammeln, Fragen stellen, eigene Erfahrungen machen. Ja, Reporter wollte ich werden. Wie Selma …

Ich wurde auch Reporter. Aber leider sind die grossen Reportagen mit tollen Bildstrecken vor gut 20, 25 Jahren etwas aus der Mode gekommen. Die Chefs der grossen Magazine mussten umdenken, auf andere journalistische Formen setzen. Ich landete schliesslich auf gefühlten 1000 Sofas und habe Home-Storys geschrieben. War auch spannend und schön – die klassische Reportage habe ich aber immer vermisst.

Jetzt kann ich meine Reporter-Leidenschaft zumindest in meiner schriftstellerischen Tätigkeit ausleben.

Ich wünsche Euch viele tolle Erlebnisse. Und schöne Ferien!

5. Juli 2020: Allegra!

Eine Woche Ferien!
Ferien?

Als Partner*in eines*einer Schriftsteller*in (das mit den Gendersternchen ist irgendwie schon kompliziert 😉 ist eine Ferienreise nicht immer angenehm. Schliesslich bedeuten Ferien auch immer Recherche und Inspiration.

Auf dem Foto sitze ich auf dem Gipfel des Munt Pers im Engadin. Hinter mir das Bernina-Massiv. Es geht also im dritten Teil DER REPORTERIN hoch hinaus: Ins wunderschöne Engadin.
Die imposante Bergwelt hat mich schon in der Kindheit fasziniert, schliesslich verbrachte ich hier häufig mit meinen Eltern die Ferien. Ich kenne viele tolle Wanderwege und Skipisten, ebenso einige Gipfel und Gletscher.

Gletscher … Ihr Rückgang hat mich echt schockiert. Und ich glaube, auch Selma ist schockiert.
Was mich dagegen äusserst positiv beeindruckt hat in diesen Tagen im Engadin, ist die Blumenpracht. Haben mich Wildblumen in jungen Jahren einfach nicht interessiert? Habe ich sie übersehen? Oder gab es weniger? Ich war wirklich hingerissen. Und Selma natürlich auch.
Und was mich ebenfalls fasziniert hat: Die Naturgewalt. Wenn man da mitten in dieser Bergwelt steht und plötzlich kracht irgendwo ein Gletscherteil oder ein Felsen in die Tiefe, da zuckt man schon zusammen und fühlt sich klein …

Gletscher, Blumen, Naturgewalt – Themen, die sicherlich irgendwie in den dritten Band einfliessen werden. Und um was es in der Story geht? Hm? Ich verrate Euch nur: Für Selma fängt alles erst einmal ganz harmlos an …

Ich wünsche Euch eine inspirierende Woche!

(Foto: Judith Atz)

28. Juni 2020: Ich habe geweint

Und hier nun in voller Grösse: Das Cover meines neusten Buchs, DIE REPORTERIN Teil 2! Wie gefällt es Euch? Ich finde es toll. Sind die Pfotenspuren unten rechts nicht süss?

Und hier noch der „Klappentext“ dazu:

Das Leben der Basler Reporterin Selma gerät bei einer Fotoreportage in Engelberg gehörig aus den Fugen. Dabei wollte sie doch nur den Auftrag ihres Chefs erfüllen und tolle Fotos von einer Gruppe Freeridern machen. Bald schon verstrickt sie sich in mehrere Geschichten, muss aus einer Gletscherspalte gerettet werden und schaut in den Lauf eines Gewehrs. Während ein Stalker gesucht wird, schafft sie das Unglaubliche: Sie kommt wilden Wölfen ungewöhnlich nahe. Nebst der Dramatik kommen auch Gefühle nicht zu kurz: Selma Legrand-Hedlund erfährt, dass sie noch eine Halbschwester oder einen Halbruder hat, und sie hegt Gefühle für mehr als nur einen Mann. Autor Philipp Probst knüpft mit dem zweiten Buch seiner Romanserie an den im Frühjahr erfolgreich lancierten «Alpsegen» an. Das turbulente Leben von Selma geht weiter, und sie sorgt für Spannung und Leidenschaft.

Jetzt wisst Ihr also, um was es in Teil 2 geht. Selma wird gehörig durchgeschüttelt. Und ich muss ehrlich sagen, bei gewissen Szenen habe ich geweint. Ja, letzte Woche, als ich die Druckfahnen durchgeschaut habe, da kamen mir die Tränen. Wenn die Wölfe beispielsweise … NEIN! Das verrate ich Euch natürlich nicht.

Das Buch erscheint im September. Das ist schon ganz bald 😉

Bleibt gespannt!

21. Juni 2020: Nix gelernt?

Es hat zünftig gewittert vergangene Woche. Gewitter haben reinigenden Charakter. Manchmal sind sie aber auch zerstörerisch.

Das waren meine Gedanken, als ich mit meinem Bus durch den Gewitterregen fuhr und im Radio die neusten Nachrichten hörte.

Ich habe lange gehofft, dass das Corona-Gewitter die Menschheit reinigt, wie gewisse hoffnungsfrohe Philosophen und Zukunftsforscher gesagt haben. Ich sehe es gerade sehr pessimistisch. Der zerstörerische Charakter des Menschen wird wieder einmal so offensichtlich.

Das schlägt mir gerade aufs Gemüt.

Nein, nein, mir geht es bestens. Alles läuft. Aber wenn ich aus meinem Mikrokosmos in die Welt hinausschaue, wird es mir wirklich übel. Das Virus ist ja schon schlimm genug. Aber was Corona sonst noch alles auslöst und aufdeckt – excusez, ich finde es grad ziemlich schrecklich. Diese katastrophalen Zustände für Tier UND Mensch in Schlachthöfen (was für eine Symbolik des profitgierigen und zerstörerischen Menschen!). Das nach wie vor riesige Rassismusproblem, die gewaltigen Flüchtlingsströme, das dumme Geschwätz so vieler Politiker auf der ganzen Welt. Es läuft mir kalt den Rücken hinunter.

Und ich fürchte, dass die Menschheit auch aus dieser Weltkrise nix lernt. Alles soll so schnell wie möglich wieder sein wie vorher. Wenn sie sich da mal nicht täuscht.

So, Schluss damit. Sonst muss ich wieder mal einen deftigen Thriller schreiben.

Was mich zur nächsten philosophischen Frage bringt: Warum unterhalten wir uns so gerne mit fiktivem Mord, Totschlag, Elend und Weltuntergang?

Weil die Brutalität der Wirklichkeit noch schlimmer ist?

Definitiv Schluss jetzt. Ich bleibe bei meinen schönen Selma-Geschichten, in denen ja auch Dramen und Tragödien vorkommen. Vor allem aber viel Liebe und Natur!

So, raus in die Natur. Kraft tanken. Denn dort liegt unser Ursprung, unser Leben und unser Glück. Und unsere Zukunft.

Wünsche Euch hoffnungsvolle Gedanken!

 

(Foto: pixabay)

14. Juni 2020: "Hurenkind" ist ein No Go

Die „Wölfe“ kommen! Der zweite Teil meiner Buchserie erhält in diesen Tagen den allerletzten Schliff. Denn ich habe vom Verlag die Druckfahnen bekommen – also die fast fertige Vorlage für den Drucker.

Inhaltlich wird natürlich nichts mehr geändert. Jetzt geht es um eine Endkontrolle. Schliesslich soll dieses Buch wie der „Alpsegen“ perfekt aussehen.

Dieser Arbeitsschritt nennt sich „Gut zum Druck“. Kleinste Fehler können jetzt noch ausgemerzt werden. Zum Beispiel kann ein „Hurenkind“ eliminiert werden.

Oups – was für ein hässliches, politisch unkorrektes Wort. Und das in diesen Zeiten!
Der Begriff „Hurenkind“ bezeichnet einen Fehler im Umbruch: Ein einzelnes Wort oder die letzte kurze Zeile steht am Anfang einer neuen Seite. Das heisst, die erste Zeile der neuen Seite wird nicht von Rand zu Rand gefüllt, was unästhetisch ist. Also wird das „Hurenkind“ noch auf die vorangehende Seite gedrückt.

Wann genau dieser Begriff in den Wortschatz der Schriftsetzer und Typografen Einzug gehalten hat, ist laut Typolexikon unklar. Vermutlich Ende des 19. Jahrhunderts. 

Heute ist dieser Begriff eigentlich ein No Go. Wie so viele andere Bezeichnungen auch. Die Zeiten ändern sich. Und mit ihr unsere Sprache.

Bleiben wir also politisch korrekt, ästhetisch aufmerksam und behalten stets die Kalorien im Auge – nur falls wir mal wieder Lust auf eine mit Schokolade und Fettglasur überzogene Portion gezuckertem Eiweissschaum hätten.

 

 

7. Juni 2020: "Wölfe - Die Reporterin in Engelberg"

Kleine Überraschung für alle Blogleser*innen: Ich präsentiere Euch exklusiv gleich das ganze Paket von Band 2: Titel, Cover, Inhalt.

Falls das Bild in diesem Blog zu klein ist: Hier der Link zur Verlagsvorschau.

Selma reist also nach Engelberg in die Innerschweiz und wird grosse Abenteuer erleben. Natürlich geht es dabei auch um Wölfe. Und jetzt wisst Ihr auch, warum ich im letzten Dezember mit Wolfshunden im Engelbergertal unterwegs gewesen bin: Wir haben für den Buchtrailer Filmaufnahmen mit „Wolfsschauspielern“ gemacht. Freue mich schon auf den Clip. Wir werden ihn demnächst fertigstellen.

Wie Ihr seht, ist das Cover ähnlich wie der erste Teil „Alpsegen“. Die Gestalter zählen dabei auf den Wiedererkennungseffekt. Mir gefällt das „Wolfs“-Cover ausgezeichnet. Und Euch?

Schicke Euch ein herzhaftes Wuff und ein ebensolches Heul!

30. Mai 2020: Lesungen

Gerne präsentiere ich Euch meine vorerst letzte Online-Lesung. Sie heisst „Kuscheläffchen“. Viel Spass!

Die Coronakrise hat den ganzen Kulturbetrieb abgewürgt. Also auch alle Lesungen. Doch nun können wir wieder planen. Ich bin gerade daran, neben meiner Lese-Wanderung noch einige andere Events zu organisieren. Mehr Infos dazu gibt es hoffentlich schon bald.

Lesungen sind eine spannende Sache. Nicht nur für das Publikum, sondern auch für die Autoren. Es ist eine Möglichkeit, seine Leser*innen kennenzulernen, die Reaktionen live zu erleben und sich auch mal auszutauschen. Manchmal bin ich wirklich erstaunt, was die Leser*innen alles in meinen Texten erkennen. Eine der häufigsten Fragen lautet: Gibt es die Figuren in echt? Wer ist Selma? Wer Jonas?
Antwort: Diese Figuren sind alle fiktiv. Manche sind auch „zusammengesetzt“ aus tatsächlich lebenden Menschen. Schliesslich beobachte ich gerne Menschen und höre ihnen zu. Mein Job als Busfahrer hilft da natürlich enorm, schliesslich ist man den ganzen Tag unter Leuten.

Lesungen sind für Autor*innen aber auch ein wirtschaftlicher Faktor. Eine Lesung ist schliesslich ein Werbeauftritt – das Buch wird bekanntgemacht. Und: Lesungen sind meistens auch bezahlt. Für einen Auftritt in einer Bibliothek oder in einer Schule erhält man als Autor ein Honorar.

Das ist für die meisten Autor*innen äusserst wichtig, denn die wenigsten Schriftsteller*innen können alleine vom Buchverkauf leben. Deshalb sind viele darauf angewiesen, eine Lese-Tour absolvieren zu können. Höchste Zeit also, dass das Kulturleben wieder Fahrt aufnimmt.

Ich selbst bin ja immer in Fahrt … Fahren inspiriert mich zu meinen Geschichten. Falls ich mit Selma also einen internationalen Megaseller landen sollte – ganz vom „Bock“ steigen werde ich nicht!

Übrigens: Ist Selmas Kuscheläffchen nicht süss? Es ist aus dem Basler Zoo, dem Zolli. Und dieser darf auch bald wieder seine Türen öffnen. Ich freue mich schon sehr.

Wünsche Euch kuschlige Tage!

 

24. Mai 2020: Wie alles beginnt

„Alpsegen – Die Reporterin am Lauenensee“ ist im Handel. Teil zwei befindet sich beim Verlag in der Produktion (den Titel verrate ich noch nicht, aber den Untertitel: „Die Reporterin in Engelberg“). Zudem sind wir am Planen der Buch-Vernissage, die ja eine Doppeltaufe wird, schliesslich muss auch der „Alpsegen“ noch richtig gefeiert werden. Und Teil drei …

Teil drei wird langsam realistisch. In meinem Kopf steht der Plot. Ich habe einen Plan, was mit meiner Hauptfigur Selma passieren wird. Ich kenne auch die Hauptstory. Und ich weiss jetzt, wo und in welchem Umfeld die Handlung spielen wird.

Da wegen Corona das Reisen noch immer erschwert ist, habe ich mich für eine wunderschöne Schweizer Gegend entschieden, die ich bereits sehr gut kenne. Nun habe ich mir noch Kartenmaterial und Fachliteratur gekauft. Viele Infos findet man natürlich auch im Internet. Ich kann mich also einlesen und mit meinem neuen Manuskript beginnen.

Trotzdem: Ich werde meine „Tatorte“ so bald als möglich besuchen.
Denn Orte, Landschaften und Umgebungen muss ich sehen, riechen, spüren. Nur dann kann ich sie auch wirklich beschreiben.

Es müssen ja nicht alle „Tatorte“ sein. Auf dem Foto seht Ihr, dass es hoch hinauf geht. Also da kann ich Selma auch alleine hin schicken 😉

Wünsche Euch eine tolle Woche mit vielen Höhepunkten!

17. Mai 2020: Ganz gefährlich ...

Während Selmas erstes Abenteuer „Alpsegen“ nun auch endlich in den Buchhandlungen gekauft werden kann, habe ich das Zweitlektorat von Teil 2 abgeschlossen.

Zweitlektorat? Genau. Nachdem der Lektor das Manuskript schon einmal auf Herz und Nieren geprüft hat, ich die Inputs umgesetzt habe, las der Lektor den Text ein zweites Mal durch. Und entdeckte nochmals einige unklare oder unschöne Stellen. DANKE für diese so wertvolle Arbeit! 

Aber jetzt ist Teil 2 soweit, dass er bald in den Satz geschickt werden kann!

Was für ein Aufwand, nicht wahr? Dass die Produktion eines qualitativ hochstehenden Buches sehr aufwändig ist – darüber habe ich in diesem Blog ja immer wieder berichtet. Was ich noch nicht erwähnt habe: SIE IST AUCH GEFÄHRLICH!

Autor*innen (dieses Sternchen mitten im Wort nennt sich übrigens Genderstern und verhindert eine Doppelnennung wie „die Autoren und Autorinnen“), Autor*innen sind also meistens sehr sensible Naturen und tun sich schwer mit Kritik. Journalist*innen genauso. Denn das Schreiben ist immer eine kreative Arbeit, auch eine sehr persönliche. Schreiben ist nicht nur Handwerk, sondern auch Kunst. Und deshalb ist die Arbeit der Lektor*innen äusserst heikel: Einfach mit einem Rotstift in einem Manuskript wüten, kann sehr verletzend sein.

Die Arbeit zwischen Autoren (jetzt lass ich aber die Gendersterne weg, okay?) und Lektoren hat deshalb auch immer mit Vertrauen zu tun. Und mit Respekt.

Ich schreibe seit über 30 Jahren. Ich hatte und habe tolle Schreiblehrer (und -lehrerinnen). Aber leider auch ein paar andere. Wurde ohne Begründung in meinen Texten herumgefummelt, war ich immer gekränkt.

Ein dickes Lob also an alle Lektoren und Textchefs, die die sensiblen Schreibenden hegen und pflegen. Es ist wirklich eine eigene Kunst. Vielleicht zu vergleichen mit einem Trainier, einem Dirigenten, einem wirklich guten Teamleader.

In dieser Coronakrise haben ja Schriftstücke aller Art Hochkonjunktur. Achtet doch mal darauf, welche Texte wirklich bei Euch ankommen und haften bleiben – und dies grammatikalisch erst noch einigermassen korrekt.
Tja, schneller ist nicht immer besser. Ich bin manchmal schon froh, wenn ich das Geschreibsel überhaupt verstehe.

Ich wünsche Euch eine gute Woche mit vielen hoffentlich schönen und aussagekräftigen Texten!

10. Mai 2020: Die Buchhandlung

Endlich! Die Buchhandlungen in der Schweiz dürfen wieder öffnen. Warum eigentlich erst so lange nach den Baumärkten?
Hm? Weil neben dem Tourismus und der Gastronomie die Kultur sowieso zu den grossen Verlierern dieser Krise zählt?
Nun gut. Für mich sind Buchhandlungen systemrelevant. Für mich sind sie Orte, an denen ich geistige Nahrung erhalten kann. Onlineshops sind ja gut und recht – aber für mich ist die Stille und der Geruch einer Buchhandlung unersetzlich. Und natürlich das Stöbern.

Und zwar richtig stöbern. Also auch in Abteilungen, die einen auf den ersten Blick gar nicht interessieren. Es gibt nämlich auch dort Überraschendes und vor allem viel Neues zu entdecken.

Mein Tipp: Geht zu zweit in eine Buchhandlung. Warum? Weil Ihr noch mehr entdecken werdet.
Ich war kurz vor Corona mit meiner Partnerin in Deutschland – wie abenteuerlich! – in Heilbronn in einem riesigen Buchladen. Im Eingangsbereich waren wir noch zusammen. Dann drifteten wir auseinander. Mich zog es zu den Liebesromanen und Thrillern, später in die Geschichts- und Wirtschaftsabteilung, schliesslich zu den wunderschönen Bild-, Kunst- und Fotobänden.
Meine Partnerin schlenderte zur Reiseliteratur und erreichte über die Koch-, Garten- und Tierecke die Psychologie und Esoterik.
Eine gute Stunde später haben wir uns wieder getroffen. An der Kasse.
Und haben danach in einem Kaffee lange über die Bücher gesprochen, die wir gesehen, beschnuppert oder gekauft haben. Die eigenen Interessen wurden so zu gemeinsamen Interessen.

Deshalb ist eine Buchhandlung nicht einfach ein Shop, sondern ein Ort der Kultur und des Wissens.

Übrigens: Habt Ihr gewusst, das Goethe nicht nur ein grosser Dichter war, sondern auch ein ganz guter Zeichner? Und dass er auch gerne erotische Skizzen angefertigt hat?
Nein, das habe ich nicht in der Schule zwischen Faust I und Faust II gelernt. Sondern in meiner Buchhändler-Ausbildung. Ich war kurze Zeit für die Abteilung „Erotische Literatur“ zuständig …

Voilà. Mein jüngstes Werk „Alpsegen“ hat wie oben auf dem Foto nun lange genug hinter dem Schaufenster gelegen, jetzt darf es in den Buchläden endlich angefasst, beschnuppert und auch gekauft werden.

Habt eine gute, gelockerte Woche. Und passt weiterhin auf Euch auf!

3. Mai 2020: Draussen vor der Tür

Aus aktuellem Anlass möchte ich Euch wieder einmal ein Buch vorstellen, das mich geprägt hat. Es ist „Draussen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert.
Aktueller Anlass? Ja! Es gibt tatsächlich auch noch andere wichtige Ereignisse dieser Tage, die nichts mit Corona zu tun haben. Eines davon ist das Kriegsende in Europa vor 75 Jahren. Offizielles Datum: 8. Mai 1945. Deutschland kapitulierte.

Wolfgang Borchert war ein junger Schauspieler, der an der Front kämpfen musste. Schwer verletzt und krank schaffte er es zurück in seine Heimatstadt Hamburg. 1947 kam er zu einer Kur ins Claraspital nach Basel, wo er am 20. November starb.

Da er nach dem Krieg nicht mehr auf der Bühne stehen konnte, schrieb er. Darunter das Drama „Draussen vor der Tür“, das eigentlich ein Theaterstück ist.

Mich hat das Buch, das die fürchterliche Geschichte eines Kriegsheimkehrers erzählt, gepackt. Der Stakkato-Stil, Wort- und Satzwiederholungen, viele Fragesätze – das alles hat sich mir eingeprägt. Die dramatische Geschichte und die ebenso dramatische Erzählweise liessen mich erschaudern. Und diese Erzählweise begleitet und fasziniert mich noch heute.

Gerne wende ich diesen Stil auch immer wieder an. Dramatische Ereignisse lassen sich für mich am besten im Stakkato erzählen. Manchmal genügen auch nur einzelne Worte. Wiederholungen. Fragen. Fragen?

Wolfgang Borchert gilt als Held der Nachkriegsliteratur. Er hat den Gebrochenen eine Stimme verliehen, wie es das kürzlich erschienene Magazin „Geo Epoche“ bezeichnet.

Ich frage mich gerade, wie es heute eigentlich um die Literatur bestellt ist. Spielen Autorinnen und Autoren in der heutigen Zeit überhaupt noch eine Rolle? Wer gibt all den leidenden Menschen in der Coronakrise eine Stimme? Sind es etwa die Medien? Facebook und Co? Wissenschafter? Philosophen? Politiker gar?
Wahrscheinlich geht es mir ähnlich wie Euch: Das Geschrei auf allen Kanälen überfordert mich. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es nur noch um ein Ringen nach Aufmerksamkeit geht.

Raus! Raus! Aber wohin? Ja, wohin?
In die Natur. Um Kraft zu tanken. Hoffnung zu schöpfen. Dahin, wo wir hingehören. In die Natur. Weil wir ein Teil davon sind.

Ich wünsche Euch eine hoffnungsvolle Zeit.

 

26. April 2020: Fortsetzung folgt!

Trotz Corona auf allen Kanälen und rund um die Uhr: Die Freude an den Reaktionen auf mein Buch „Alpsegen“ ist riesig. DANKE an alle Leserinnen und Leser, die per Mail, Social Media oder auf den Plattformen der Online-Buchhandlungen ein Feedback abgeben. Gerade die Kurz-Rezensionen bei den Onlinehändlern ist äusserst wertvoll – es ist quasi die Mund-zu-Mund-Propaganda in Zeiten von Corona. Wer also noch keine Bewertung bei einer Buchhandlung abgegeben hat, möchte ich herzlich dazu einladen. Verteilt Eure Sterne. Jeder Stern freut mich natürlich. VIELEN DANK!

Corona beeinflusst aber auch meine tägliche schriftstellerische Arbeit: Es ist nämlich verdammt schwer, den Kopf für Geschichten frei zu bekommen, die NICHTS mit diesem Virus und den ganzen Konsequenzen zu tun haben.

Dieser Tage habe ich das vom Verlag lektorierte Manuskript (Foto)  für die Fortsetzung bearbeitet und finalisiert. Das Buch erscheint bereit im kommenden Herbst. Die Geschichte beginnt damit, dass Selma, DIE REPORTERIN, ihre Gemälde an einer Vernissage präsentiert. Als ich die Szene schrieb, gab es noch kein Virus. Also liess ich meine Figuren sich umarmen und Küsschen verteilen. Aber ehrlich: Wird das in diesem Herbst so sein können?
Mir kam es gerade zu unwirklich vor. Deshalb habe ich die Szene ein bisschen verändert. Meine liebe Haudegen-Figur Jonas Haberer darf Selma jetzt ein bisschen weniger „schätzele“ 😉

Ich habe die Gelegenheit aber auch genutzt, um die Aktualität ins Buch einfliessen zu lassen. Sehr sanft natürlich. Lasst Euch überraschen.

Voilà. Die Fortsetzung ist also „im Kasten“. Einen Cover-Entwurf ist auch schon vorhanden. Und ich möchte Euch unbedingt erzählen, wie Selmas Geschichte weitergeht. Nach dem ersten Band, sind ja einige Fragen offen:

  • Wird Selma Martina wiedersehen?
  • Wer ist Selmas Vater?
  • Was passiert zwischen Selma und Marcel?

Natürlich darf ich nichts verraten. So etwas Blödes …

Ich bin natürlich bereits weiter und beginne demnächst mit Selmas drittem Abenteuer. Im Moment überlege ich mir gerade, wo ich sie hinschicken soll …

Eine gute Zeit wünsche ich Euch.

19. April 2020: Viren-Drama

Eine Leserin hat mir geschrieben. Aber nicht wegen der REPORTERIN und dem „Alpsegen“, sondern wegen meinem Thriller „Die Boulevard-Ratten“. Auf Facebook hat sie einen Buchtipp gepostet mit den Worten: „Konnte gerade nicht aufhören mit Lesen: Aus einem Basler Labor entweicht ein Virus. Bin keine Verschwörungsanhängerin, aber das Buch des Schweizer Autors Philipp Probst passt voll in unsere Zeit und ist daher gerade jetzt echt gruselig.“

Ich finde die Realität gruseliger.

Warum? Weil ich nie gewagt hätte, das zu schreiben, was jetzt gerade passiert. Ich bemühe mich in meinen Geschichten immer um Nähe zur Realität. Ich frage mich stets: Ist das wirklich glaubhaft?

Ich erinnere mich gut an den Schreibprozess meines Buchs „Die Boulevard-Ratten“. Ich habe immer und immer darauf geachtet, dass die staatlichen Behörden NICHTS von meinem Virus, den „kleinen Teufel“, mitbekommen. Weil ich der Überzeugung war, dass in der Realität die Schweiz und alle andere Staaten dieser Welt auf ein gefährliches Virus vorbereitet wären, ihm und meiner Geschichte im Nu den Garaus machen würden.

Ich habe mich getäuscht. Brutal getäuscht. Und ich bin, ehrlich gesagt, erschüttert. Ja, erschüttert. Die anfänglich totalen Fehleinschätzungen der Regierungen, die danach panischen Reaktionen und schliesslich die äusserst experimentellen und wirren Strategien zur Wiederbelebung des gewohnten Lebens waren für mich bis dato undenkbar.

Und: Mein Glaube an die hochgelobte Digitalisierung ist schwer angeschlagen. Denn: Die so gebildete und intellektuelle Gesellschaft schafft es in dieser Coronakrise nicht einmal Zahlen, Studien und Erkenntnisse einheitlich zusammenzufassen und zu analysieren. Es herrscht das pure Chaos. Und da sollen wir uns schon bald in Autos setzen, die autonom und digital fahren? Da sollen wir uns tatsächlich auf Daten-Monster verlassen? Auf alles besser wissende Apps?

Oups, jetzt bin ich ein bisschen kritisch geworden …

Da vertraue ich lieber der Natur. Die Sonne geht auf. Die Blumen blühen. Die Vögel zwitschern. Vielleicht erkennt die Menschheit nun, was wirklich wichtig ist. Und hält mal inne – über den erzwungenen Stillstand hinaus. Von Demut ist gerade viel die Rede …

REPORTERIN Selma hat das längst erkannt, steht aber wie wir alle immer in einem inneren und äusseren Konflikt. Und sie macht sich natürlich viele Gedanken, wie das Leben nun weitergeht.
POSITIV!
Alles andere würde nicht zu ihr passen.

Schauen wir alle hoffnungsvoll in die Zukunft und geniessen die Schönheiten und die Kräfte der Natur. Ich wünsche Euch eine gute Zeit. Bis nächste Woche!