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Die Making-ofs meiner aktuellen Projekte DIE REPORTERIN und RUBY. 
Hier berichte ich jeden Sonntag, wie sich die Schreibarbeit entwickelt. Und manchmal schreibe ich auch über ganz andere Themen.

29. Mai 2022: Die Ohrensessesrunde

Wo und wie liest man heute Bücher? Das Bild mit dem Ohrensessel suggeriert Gemütlichkeit und Musse. Man sitzt bequem, wird durch die «Ohren» am Kopf des Sessels vor Durchzug und Lärm geschützt, eine Lampe spendet gutes Licht – und vielleicht knistert im Cheminée ein Feuer.

Ich weiss nicht, ob es noch jemanden gibt, der auf diese Art und Weise Bücher liest. Die meistens von uns wohnen ja auch nicht in einem Schloss oder auf einem englischen Landsitz und haben wahrscheinlich auch keine Bibliothek oder ein separates Lesezimmer.

Lesen auf dem Sofa? Im Bett? Im Liegestuhl? Im Zug? Im Bus? Auf dem Klo?

Ich lese überall. Heute vor allem natürlich am Handy. Ich lese aber auch Bücher überall. Manchmal auch im Stehen, wenn ich auf meinen Bus warte. Oder – wenn es ein wirklich gutes Buch ist – sogar im Gehen. Das ist aber ein bisschen gefährlich, vor allem in einer Stadt.

Mein Verlagshaus hat eine sogenannte «Ohrensesselrunde». Das wusste ich bis letzte Woche auch nicht. Ist aber eine tolle Sache. Und zeigt, wie professionell das Verlagshaus Schwellbrunn rund um das Verlegerpaar Yvonne und Marcel Steiner arbeitet.

In der Ohrensesselrunde werden Lesefreudige gebeten, ein Buch aus dem geplanten Verlagsprogramm zu lesen. Und zwar so, als würden sie das Buch kaufen und zu ihrem Vergnügen lesen. Danach können sie ihre Meinung kundtun und auf allfällige Fehler hinweisen. Diese können dann noch kurz vor dem Druck korrigiert werden.

Ist das überhaupt noch nötig?

Achtung! Ich fasse kurz zusammen, wie DIE REPORTERIN-Bücher entstehen. Ich schreibe. Mehrere ErstleserInnen beurteilen das Manuskript. Ich schleife und verbessere. Das Manuskript geht ins Erstlektorat. Ich schleife und verbessere erneut. Der Text geht ins Zweitlektorat. Ja, ich korrigiere nochmals. Das Buch geht in die Grafik, in die Korrektur und dann … noch in die Ohrensesselrunde. Und erst dann bekomme ich das Gut zum Druck – um es nochmals durchzusehen.

Verrückt, was?

Aber wirklich verrückt finde ich, dass in meinem neusten Manuskript «Lebenslust – Die Reporterin im Appenzellerland» der Leser noch zwei kleine inhaltliche Fehler entdeckt hat, die vorher niemandem aufgefallen sind. Im einen Fall ging es um eine falsche Wegbeschreibung, im anderen um ein Handy, dessen Akku leer ist, mit dem kurz darauf aber telefoniert und fotografiert wird. Nein, die beiden Stellen im Buch sind keine Schlüsselpassagen, dennoch sind Fehler einfach ärgerlich.

Und deshalb ist die Ohrensesselrunde Gold wert.

Ich bin wirklich dankbar für die hochprofessionelle Arbeit meines Verlags.

Eine gute Woche wünsche ich Euch.

(Foto: Pexels)

22. Mai 2022: Marktanalyse im Eddie und Phil Style ...

Die Schweiz feiert 175 Jahre Bahnen. Die BVB feiert mit. Und der Fahrtenschreiber natürlich auch. Die BVB ermöglichte es uns, am Tag der offenen Türe einen Stand aufzustellen und unser Buch zu verkaufen. Zudem konnte Eddie die Originalzeichnungen aus dem Buch und noch andere Zeichnungen ausstellen. Damit wurde das kahle Tramdepot Wiesenplatz für einen Tag zur Galerie.

Eddie und ich waren über sechs Stunden dort – und hatten ordentlich zu tun. Anders als an der Vernissage vor ein paar Wochen hatten wir Zeit, um mit den Gästen zu plaudern. Und Eddie malte in alle Bücher noch ein kleines Bild.

Es freut mich natürlich sehr, dass der Fahrtenschreiber so gut ankommt. Ehrlich gesagt: Ich hätte nicht erwartet, dass diese Glosse in der Basler Zeitung so erfolgreich wird. Warum das so ist, weiss ich auch nicht. Ich kann Euch nur weitergeben, was viele Leute sagen: Die Geschichten seien so natürlich, bodenständig, aus dem Leben gegriffen.

Wie auch immer. Ich habe Freude und schätze dieses Lob sehr. Vielen Dank.

In der kommenden Woche bin ich schon wieder an der Reihe mit dem Fahrtenschreiber – noch weiss ich nicht, was ich erzählen soll …

Eddie und ich nutzten den gestrigen Anlass gleich noch für eine Marktanalyse. Da viele Familien mit Kindern vorbeikamen, zeigten wir den Kleinen einige Bilder von Ruby. Das Buch mit dem jungen Hund wird ja im Frühjahr erscheinen.

Die Marktanalyse im Eddie und Phil Style ist natürlich nicht fundiert. Aber uns ist aufgefallen: Kinder müssen nicht lange nachdenken. Entweder Ruby gefällt ihnen oder eben nicht.

Uff! Ruby gefiel den meisten Kindern. Aber: Wenn ein Kind Hunde nicht mag, dann hat auch Ruby keine Chance. Nun überlege ich mir, ob ich nicht auch noch Katzen-, Pferde und Schildkröten-Geschichten schreiben soll …

Nein, nein, das lassen wir mal. Wobei auch diese Tiere viel zu erzählen hätten! Und ich halt wirklich Tiere mag. Wer weiss, vielleicht ändere ich mal meine Meinung.

Übrigens: Selma wird im fünften Teil … nein, ich darf es Euch nicht verraten, schliesslich kennt Ihr noch nicht mal den vierten Teil. Aber ich habe gerade solche Freude an meinem Manuskript …

Voilà. Heute lese ich zwischen 12.30 und 16.30 Uhr im Oldtimer-Drämmli Anggebliemli im Tramdepot Dreispitz. Ich freue mich darauf.

Euch allen einen wunderschönen Sonntag!

PS: Ruby ist im Bett – was für eine Hammer-Illustration mit all den vielen wunderbaren Details!

15. Mai 2022: Ruby kommt

Ich habe grossartige Nachrichten: Ruby kommt!

Ihr erinnert Euch? Eddie Wilde und ich feierten gerade das Erscheinen des illustrierten Buchs „Fahrtenschreiber“, als wir auf die Idee kamen, ein neues Projekt zu lancieren. Daraus entstand „Ruby“. Ruby ist ein Irish Red Setter. Oder wird einer. Erst mal ist er ein Welpe oder Junghund, der gleich einige Abenteuer erlebt. Er lernt die grüne Schlange kennen und fürchten, aber auch Anna und den schlauen Fuchs.

Mehr verrate ich aber nicht. Das Buch soll im Frühling 2023 auf den Markt kommen.

Wer hätte das gedacht! Ich persönlich niemals. Natürlich sind mir Kindergeschichten in allerbester Erinnerung. Und mit meinem Bruder zusammen habe ich jahrelang Puppentheater gespielt. Aber dass ich mal selbst eine Geschichte entwickeln würde – nein, das war eigentlich nicht mein Plan. 

Eddie und ich freuen uns riesig. Nun hegen und pflegen wir Ruby noch ein bisschen, bürsten ihn, geben ihm ordentlich zu futtern und führen ihn in seiner neuen Umgebung aus. Und dann darf er die Herzen der Kinder erobern. Und natürlich auch jene der Erwachsenen.

Wie wir zwei so arbeiten? Schaut uns doch über die Schultern. Am nächsten Samstag, den 21. Mai 2022, sind Eddie und ich im BVB-Depot Wiesenplatz am Tag der offenen Türe. Wir fahren aber nicht Tram und Bus, sondern wir haben unseren eigenen Stand und zeichnen und schreiben … wenn wir denn dazu kommen. Natürlich sind wir für unsere Gäste und für all die BVB-Interessierten da. Schliesslich verstehen wir auch etwas über die Trams und Busse …

Am Sonntag habe ich dann einen Lese-Tag im Oldtimer-Tram „Anggebliebli“ beim Trammuseum im Depot Dreispitz. Da präsentiere ich vor allem meine Buchreihe DIE REPORTERIN und verrate, wie die Geschichte im vierten Teil weitergeht!

Voilà. Hier nochmals die Hinweise auf nächstes Wochenende mit den entsprechenden Links:

Das ganze Programm gibt es natürlich auch noch als Flyer.

Mit einem lauten Wuff wünsche ich Euch eine gute Zeit. 

8. Mai 2022: Fahrtenschreiber und Totemügerli

Kürzlich in der schönen Buchhandlung Orell Füssli in Bern. Ich entdeckte den Fahrtenschreiber neben dem Totemügerli, der Kultgeschichte von Franz Hohler. Das ist natürlich Zufall. Aber für mich ein sehr ehrenvoller.

Ihr erinnert Euch an das Totemügerli, «es bärndütsches Gschichtli»? Franz Hohler hatte es 1967 geschrieben. Es besteht aus ganz vielen erfundenen Wörtern, die aber so gut ins Berndeutsche passen, dass man sich als Leser*in oder Zuhörer*in gut eine Geschichte vorstellen kann. Einige Wörter wurden vom Publikum auch aufgenommen und in ihren Dialekt integriert. Aggschnäggelet zum Beispiel. «Es nervt etwas», frei übersetzt, «es stinkt mir». Es ist mir auch schon im Baseldeutschen begegnet: «Agschnägglet»: «Es sch … mi aa.»

«Ds Totemügerli» ist übrigens eine neue, illustrierte Ausgabe von Franz Hohlers Geschichte.

Anders als das Totemügerli sind meine Gschichtli, die ich als Fahrtenschreiber veröffentliche, nicht erfunden. Also nicht komplett. Die eine oder andere Begebenheit habe ich natürlich mit der künstlerischen Freiheit etwas aufgehübscht oder zugespitzt. Aber grundsätzlich passieren die Dinge schon so, wie ich sie erzähle. Manchmal fasse ich auch zwei, drei Vorfälle zusammen und mache daraus ein etwas grösseres Ereignis.

Für mich ist es wichtig, dass hinter dem «Gschichtli» auch noch etwas steckt. Eine Meinung, ein philosophischer Gedanke, was auch immer, jedenfalls noch etwas Hintergründiges.

Wie übrigens in meinen Romanen auch. Ja, auch in meiner Thriller-Serie stecken sehr viele Themen, die durchaus relevant waren oder sind. Beste Beispiele: Die Pandemie in «Die Boulevard-Ratten» oder die Digitalisierung und der Cyber-Krieg in «Der Tod – live!»

Und ich darf es verraten: Auch die REPORTERIN-Serie ist nicht bloss Unterhaltung: In «Alpsegen» wollte ich die tragischen Lebensläufe und Ereignisse hinter dem schönen, romantischen Alpleben aufzeigen, in «Wölfe» ging es mir wirklich um die Wölfe und ihrem Vorbildcharakter für unsere asoziale Ich-Gesellschaft. Und im «Gipfelkuss» wollte ich diese Welt der Armen und Reichen beschreiben, die im „Totentanz“ inexistent wird: Sterben muss jeder und jede.

In meinem neusten Buch «Lebenslust» geht es natürlich um die Lust am Leben, aber auch um Big Pharma und ihre Suche nach dem Elixier des ewigen Lebens …

Meine REPORTERIN-Bücher stehen in den Buchhandlungen oft im Regal «CH-Krimis». Kann man machen … «Lebenslust» wird jedenfalls sehr gut dorthin passen.

Und DIE REPORTERIN Nummer 5? Den Plot habe ich im Kopf. Und seit dieser Woche gibt es nun auch die ersten Seiten.

Euch allen eine schöne und warme Frühlingswoche.

1. Mai 2022: Harry Potter

Am letzten Freitag bekam ich Post vom Schweizer Buchzentrum: Die ersten fünf Exemplare der zweiten Auflage «Fahrtenschreiber». Ich freue mich sehr darüber.

Schaut Ihr auch manchmal in den Büchern nach, welche Auflage Ihr in den Händen hält? Ich schon. Wenn da 7. oder 15. Auflage steht … uiuiui, dann muss das Buch ja ein Knaller sein. Nicht nur ein Bestseller, sondern auch ein Longseller. Also ein Buch, das sich über lange Zeit sehr erfolgreich verkaufen lässt und immer wieder nachgedruckt wird. Und wenn ich dann das Buch lese und es nicht so toll finde, ja, das ist schon irgendwie blöd. Weil mir offenbar nicht das gefällt, was ganz vielen anderen gefällt …

Habe ich schon meine Geschichte mit Harry Potter erzählt? Ach, ich weiss es nicht mehr. Und Ihr vielleicht auch nicht. Ich erzähl sie jetzt einfach kurz. Harry Potter, klar, kennt jeder. Ich auch. Aber leider nur der Name und alles, was man so ungewollt mitbekommt. Die Bücher brillieren wohl mittlerweile mit XX Auflagen. Natürlich habe ich Harry Potter auch gelesen. Ansatzweise. Wirklich, ich habe es versucht. Und vielleicht werde ich es wieder einmal versuchen. Aber ich kam einfach nicht rein. Es hat mich nicht gepackt, nicht gefesselt, nicht unterhalten. Letztlich nicht mal mehr interessiert.

Ich habe es mit den Filmen versucht. Aber nein. Ich bekam einfach keinen Zugang zu Harry Potter.

Joanne K. Rowling dürfte es komplett egal sein. Die Autorin hat laut Wikipedia über 500 Millionen Harry-Potter-Bücher verkauft. Absoluter Wahnsinn. Dabei lag die erste Auflage ihres ersten Buchs gerade mal bei 500 Exemplaren …

Tja, eine irre Geschichte. Spannend finde ich wirklich, dass Harry Potter zu Beginn kein riesiges Marketing- oder Werbebudget erhielt. Sonst hätte der Verlag ja nicht nur 500 Exemplare gedruckt. Es waren wirklich die Leserinnen und Leser, die Harry Potters Rakete gezündet haben.

Mein geschätzter Verleger Marcel Steiner sagt immer wieder, dass erfolgreiche Bücher nicht planbar und auch mit Werbung nicht zu erzwingen seien. Es müsse sich eben rumsprechen, wie gut dieses oder jenes Buch sei.

Freunde, dann sprecht mal rum! Dann werden DIE REPORTERIN und der FAHRTENSCHREIBER noch weltberühmt. Oder geniesst einfach den Tag.
Mit einem Augenzwinkern wünsche ich Euch eine gute Woche! 😉

(Illustration: Pixabay)

24. April 2022: Druckvorstufe und der grosse Auftritt

Am vergangenen Dienstag war es soweit: Mein neuster Roman «Lebenslust – Die Reporterin im Appenzellerland» wurde in die Druckvorstufe geschickt. Grosse Freude! Ich habe das Manuskript nochmals durchgelesen, einige Passagen geändert, Inputs nach dem Zweitlektorat umgesetzt.

Jetzt ist Selma, DIE REPORTERIN, also mal wieder in der Druckvorstufe. Dieser Begriff steht für alles, was vor dem Druck geschieht. Also beispielsweise für die Layout- und Satzherstellung. Daraus gibt es dann eine pdf-Datei, die an die Druckerei übermittelt wird. Vorher kommt aber noch das Korrektorat und natürlich das Gut zum Druck.

Fortsetzung folgt! Wie die Geschichte mit Selma und ihrem lieben Freund und Lebenspartner Marcel weitergeht, habe ich mittlerweile ziemlich klar im Kopf. Ich sammle noch einige Ideen und Fakten – dann geht es wieder los mit der Schreiberei!

Die ErstleserInnen machen sich übrigens grosse Sorgen um Marcel. Denn in „Lebenslust“ passiert etwas mit ihm … Seid gespannt!

Jetzt möchte ich Euch aber sehr gerne zum grossen Bahn-Fest am 21. und 22. Mai einladen. Der Fahrtenschreiber, also das Duo Eddie/Philipp, hat bei der BVB im Tramdepot Wiesenplatz einen eigenen Stand. Die BVB organisiert nämlich am 21. Mai einen Tag der offenen Türe mit ganz vielen Attraktionen. Und tatsächlich: Illustrator Eddie Wilde und ich sind auch eine Attraktion. Tja, was machen wir dort? Gute Frage. Wenn wir dazu kommen und nicht die ganze Zeit mit Gästen am Parlieren sind, dann, ja, dann machen wir das, was wir recht gut können: Eddie zeichnet und ich schreibe. Die Gäste dürfen uns also über die Schultern schauen … Ich glaube, das wird lustig.

Am 22. Mai bin ich dann im Tramdepot Dreispitz und lese aus meinen Büchern. Dort kommt auch Selma zum Zug. Oder besser: zum Tram. Ich lese nämlich im Oldtimer-Drämmli Anggebliemli. Was für ein Vergnügen! Im Depot Dreispitz gibt es zudem das Trammuseum. Unbedingt besuchen, es ist wirklich interessant.

Voila. Hier alle Infos kompakt:

Euch allen eine wunderschöne Woche. Bis nächsten Sonntag.

(Illustration: Eddie Wilde)

17. April 2022: Fototipps vom Profi 😉

Falls Ihr an Ostern eine Familienfeier habt oder einen Ausflug macht oder was auch immer – gut möglich, dass Ihr fotografiert werdet.

Da ich mittlerweile schon einige Male fotografiert worden bin und mich manchmal ein bisschen wie ein Promi fühle, gebe ich anhand der neusten Bilder von Carmen Wüest, der Fotografin vom Verlagshaus Schwellbrunn, einige Tipps.

Was fällt Euch sofort auf? Ich lächle. Ganz wichtig! Immer lächeln. Ich kann das mittlerweile recht gut. Schüttelt Euch, dann der Blick zur Kamera – und lächeln! Voilà. Ich wollte ja auch ein paar Bilder in Denkerpose oder mit ernster Miene. Aber wer will das sehen? Wirkt so pseudo-intellektuell und gespielt. Also, Freundinnen und Freunde: LÄCHELN. Und dabei die Zähne zeigen!

Was fällt Euch sonst noch auf? Das Outfit. Habt Ihr das Spiel mit dem Blau gesehen? Blaue Schuhe, blaue Jacke und manchmal sieht man sogar das blaue T-Shirt unter dem Hemd. Zufall? Natürlich nicht. Ich musste neue Wanderschuhe kaufen (wirklich!). Die blauen gefielen mir am besten (ja, sie sind auch bequem). Zufällig fand ich dann noch die passende Jacke dazu. Diese hätte ich eigentlich nicht gebraucht, doch ich leistete sie mir. Und das T-Shirt hatte ich schon. Ich finde, das Blau macht es aus!

Fällt Euch sonst noch was auf? Hoffentlich nicht! Dann wäre das Kaschieren meiner Problemzonen nämlich missraten … (Ranzen einziehen UND lächeln muss man halt ein bisschen üben)

So eitel? Ich bin so eitel wie Ihr alle wohl auch. Man will ja schliesslich einigermassen eine Falle machen, oder? Ich veröffentliche und poste eigentlich nicht so gerne Fotos von mir, aber nach so einer coolen Fotosession … doch, ich muss sagen, das sind wirklich tolle Bilder geworden.

Noch ein ultimativer Tipp (den ich vielleicht beim nächsten Mal anwende): Posiert mit einem Tier. Hund, Katze, Maus. Völlig egal. Das wirkt Wunder! Der Jööö-Effekt ist Euch sicher.

Voilà, mit diesen nicht ganz ernstgemeinten Zeilen wünsche ich Euch ein frohes Osterfest. Friede, Respekt, Liebe!

PS: Alle Bilder sind von Carmen Wüest. Sie entstanden auf dem Hochhamm (bei Urnäsch) im Appenzellerland. 

3. April 2022: Der Fahrtenschreiber startet durch

Anfangs letzter Woche: Mein Verlag fragt mich an, ob ich noch Änderungen im Fahrtenschreiber-Buch vornehmen möchte.
Öhm? Das Buch ist doch schon gedruckt …
Es wird aber nachgedruckt. 2. Auflage.
Wow.
Ende letzter Woche: In der Basler Buchhandlung Bider&Tanner liegt der dröhnende Fahrtenschreiber in der Bestsellerliste gleich hinter den flüsternden Feigenbäumen auf Platz zwei …
Wow, wow!

Das ist natürlich ein schöner Erfolg. Ein grosser Dank an alle Leserinnen und Leser.

Im Mai darf der Fahrtenschreiber übrigens an den Festivitäten zu „175 Jahre Schweizer Bahnen“ teilnehmen. Dann wird in der ganzen Schweiz gefeiert, natürlich auch in Basel. Illustrator und Drämmler-Freund Eddie Wilde und ich präsentieren den Fahrtenschreiber am Tag der offenen Tür der Basler Verkehrs-Betriebe BVB.
– Am Samstag, 21. Mai 2022, zwischen 10 und 16 Uhr im BVB-Service-Zentrum Wiesenplatz. Dort wird Eddie auch noch weitere Zeichnungen ausstellen. Lasst Euch überraschen.
– Am Sonntag, 22. Mai 2022, zwischen 12.30 und 16.30 Uhr darf ich dann noch mehrere Lesungen abhalten. An einem ganz besonderen Ort: Im berühmten Oldtimer-Tram „Anggebliemli“ im Service-Zentrum Dreispitz. Dort ist das Tram-Museum, das natürlich an diesem Tag besichtigt werden kann. Es lohnt sich! Trams sind nämlich auch toll, nicht nur Busse 😉 Lesen werde ich dort auch aus meinen Selma-Büchern DIE REPORTERIN.

Das ganze Programm der BVB findet Ihr hier (wird demnächst aktualisiert): BVB-Fest.
Und hier noch der Link zum Gesamtprogramm, falls Ihr nicht nach Basel kommt: 175-Jahre.

Gestern erschien übrigens eine neue Fahrtenschreiber-Glosse in der Basler Zeitung. Sie heisst „Mensch ärgere dich!“

Der April-Winter geht hoffentlich bald zu Ende. Ich hoffe, Ihr habt alle ein warmes Plätzchen gefunden. Ich wünsche eine gute Woche.

(Fotos: Screenshot, Illustration Eddie Wilde, BVB)

 

27. März 2022: Der Fahrtenschreiber im Tram

Da sass ich kürzlich in einem Tram und habe auf dem Bildschirm neben der Haltestellenanzeige den «Fahrtenschreiber» gesehen, also einen kurzen Text über mein neustes Buch. Das war toll. Vielen Dank.

Diese Monitore gibt es natürlich auch in den Bussen. Doch ich muss sagen, in den Trams kommen diese Anzeigen fast besser zur Geltung. Und ich muss oder darf auch ganz ehrlich sagen – aber bitte, behaltet es für Euch – als Passagier benutze ich fast lieber das Tram. Das Tram fährt einfach ruhiger. Man kann sich alle erdenkliche Mühe als Busfahrer geben und versuchen, mit seinem Gefährt über die Strassen zu schweben – gegen den Fahrkomfort eines Trams hat man keine Chance.

Manchmal rumpelt es zwar auch auf den Schienen, klar. Aber die Basler Strassen sind teilweise arg ramponiert, für uns Busfahrerinnen und -fahrer wirklich unangenehm. Ich habe dazu ja eine Glosse fürs BVB-Magazin geschrieben: Wackeldackel.

Ein Tram ist natürlich auch weniger dem Stop-and-go ausgesetzt, da es oft ein eigenes Trassee hat und die Lichtsignalanlagen noch konsequenter auf freie Fahrt schalten als beim Bus.

Nichtsdestotrotz: Ich bleibe Bus-Chauffeur, ich will schliesslich am Lenkrad drehen können …

Der Erfolg mit dem Fahrtenschreiber-Buch freut mich sehr. Natürlich auch Illustrator Eddie Wilde, mein Drämmler-Freund. Wir planen gerade die nächsten Auftritte. Mehr dazu bald.

In Planung ist auch der nächste Buchtrailer: „Lebenslust – Die Reporterin im Appenzellerland“. Das Drehbuch steht, die Drehtage sind für den Juni geplant und ich und das Filmteam freuen uns sehr.

Der neue Clip soll natürlich an die drei ersten anschliessen. Ihr erinnert Euch? Hier sind sie:

Euch allen eine sonnige Woche, geniesst die wundervolle Blütenpracht!

PS: Schon meinen neusten Podcast gehört? „Absturz“

20. März 2022: Die grosse Buch-Taufe

Über 80 Gäste durften Illustrator Eddie Wilde und ich an der Fahrtenschreiber-Buch-Taufe begrüssen. Das hat uns natürlich sehr gefreut. Der vergangene Mittwochabend war wirklich ein Highlight. Für alle, die nicht dabei sein konnten – hier ein kurzer Rückblick.

Moderiert wurde der Anlass von Benjamin Schmid, Kommunikationschef der Basler Verkehrs-Betriebe. Er führte mit seiner humorvollen Art professionell durch den Abend. Viel Publikum ist er sich gewohnt. Er amtet schliesslich auch als Platzspeaker für den FCB …

Benjamin überbrachte auch die Grussworte von Bruno Stehrenberger, dem Direktor der BVB. Er musste kurz vor dem Anlass wegen Corona in Isolation. Trotzdem: Eddie Wilde und ich, der Drämmler und der Buschauffeur, haben sich sehr über die Worte unseres Chefs gefreut.

Mich persönlich extrem gefreut hat auch die kurze Ansprache von Markus Wüst, dem stellvertretenden Chefredaktor der Basler Zeitung. In der BaZ erscheinen schliesslich die Fahrtenschreiber-Glossen. Er erzählte sogar die Geschichte, dass die Chefredaktion mir nach einem Jahr kündigen wollte, sich so viele Leserinnen und Leser aber beschwert und sie sich deshalb umentschieden hatten. Chapeau und vielen Dank. Die BaZ hat mich auch in der Zeitung gross vorgestellt. Hier das launige Interview: „Auf der Linie 50 bekomme ich Fernweh“

Und dann gab es ein lockeres Gespräch zwischen Benjamin, Eddie und mir. Ich fühlte mich sehr wohl mit den beiden. Und ich glaube, für das Publikum war es ganz witzig.

Tja, danach signierten Eddie und ich bis uns die Hände schmerzten. Das war einfach toll.
Danke an alle Beteiligten für den wunderbaren, erfolgreichen Abend. Danke auch an das Team von Orell Füssli!

Wie die Zusammenarbeit zwischen Eddie und mir nun weitergeht, ist noch offen. Sicher illustriert Eddie weiter meine Glossen fürs BVB-Magazin. Was mit Ruby passiert, unserem kleinen, süssen Hund aus dem Kinderbuch, steht noch in den Sternen.
Jedenfalls glauben wir an eine weitere Zusammenarbeit und freuen uns auf viele kreative Arbeiten.

Voilà, liebe Freundinnen und Freunde. Ich muss mich um Selma kümmern. In zwei Tagen hat sie Geburtstag. Und morgen muss ich das lektorierte Manuskript abgeben: „Lebenslust – Die Reporterin im Appenzellerland“.

Euch allen einen fröhlichen Sonntag.

(Fotos: Judith Wilde)

13. März 2022: Der Cowboyhut auf dem Po

Inhaltliche Fehler und sprachliche Verirrungen auszumerzen – das ist die Aufgabe einer Lektorin oder eines Lektors. Für die Autorin oder den Autor ist dies nicht immer angenehm. Denn es kann ganz schön peinlich sein.

In meinem Fall geht es zum Beispiel um das Wörtchen «ganz». In den ersten Reporterin-Manuskripten versuchte mein Lektor, meine inflationäre Anwendung des Wörtchens «ja» einzudämmen. Das ist ihm gelungen. Offenbar habe ich nun ganz einen «ganz»-Tick. Ich glaube, mein Lektor hat sich irgendwann angefangen zu nerven. Ich bitte um Entschuldigung.

Sprachliche Verirrungen können aber auch lustig sein. Beispielsweise, wenn ich mehrmals schreibe: «Jonas Haberer setzte den Cowboyhut auf seinen Kopf.» Mein Lektor strich die beiden letzten Worte und schrieb dazu: «Wo soll er den Hut sonst aufsetzen?» Auf den Po vielleicht?

Inhaltlich richtete ich bei einer Verfolgungsjagd ein kleines Chaos an. Ja, es gibt im neusten Roman «Lebenslust» tatsächlich eine Verfolgungsjagd. Vermutlich war ich beim Schreiben selbst etwas gehetzt … Ich konnte die Dinge mittlerweile ordnen.

Dann gibt es eine Feuerszene. Jonas Haberer, so viel sei verraten, befindet sich in einer brennenden Alphütte. Meine Heldin kann zu ihm vorstossen – und da parliert Jonas Haberer munter drauf los, so, als würde er in seiner Lieblingsbar „Ping-Pong“ im Berner Mattequartier hocken. Auch hier gab mir mein Lektor den Tipp, die Szene zu überdenken. Vielen Dank. Ich habe sie umgeschrieben, denn das war wirklich Quatsch.

Jonas Haberer – wird er die Feuersbrunst überleben?

Ihr werdet es erfahren. Ab September 2022: «Lebenslust – Die Reporterin im Appenzellerland».

Euch allen eine frühlingshafte Woche.

PS: Die Fasnacht war übrigens schön. Und sie hat gut getan …

(Foto: Pixabay)

6. März 2022: Traditionen

Wer hätte das gedacht: Die Basler Fasnacht findet statt. Nach zwei Jahren Nicht-Fasnacht dürfen wir also wieder einstehen und unsere traditionelle Fasnacht feiern. Mein Gloon-Kostüm ist bereit!

Es wird eine spezielle Fasnacht, da es keinen Cortège gibt, keinen offiziellen Umzug. Ich bin gespannt, wie das wird.

Es wird natürlich auch wegen dem Krieg in der Ukraine eine spezielle Fasnacht. Aber … ach, ich weiss nicht. In meiner BaZ-Glosse habe ich vom Leben in diesen schwierigen Zeiten erzählt. Ihr findet Sie hier: Banalitäten. Und ich denke, da gehört auch das Pflegen einer Tradition dazu.

Traditionen gibt es auch im Appenzellerland. Viele sogar. Da ich gerade mein neustes Manuskript «Lebenslust – Die Reporterin im Appenzellerland» lektoriere, bin ich gedanklich oft zwischen Bodensee und Säntis unterwegs. Vor über einem halben Jahr, beim Schreiben des Textes, habe ich mir kurz überlegt, ob ich einen der vielen traditionellen Anlässe in die Handlung einbauen soll. Ich habe es dann gelassen, weil ich es etwas bemühend empfunden habe, auch etwas kitschig und abgegriffen.

Aber die Appenzeller Musik darf nicht fehlen. Handorgel, Hackbrett, Violine und Bass – so entstehen diese lüpfigen Melodien. Ich mag diese Musik hin und wieder ganz gerne. Vor allem in den Bergen. Früher lief auch an den Skiliften und Gondelbahnen oder in Hütten volkstümliche Musik. Heute donnert meistens der übliche Bumm-Bumm-Sound durch die Schneelandschaft. Finde ich ein bisschen schade.

Auch ein Appenzeller Hund kommt in der Geschichte vor. Ein «Bläss». Davon aber ein anderes Mal mehr …

Pflegen wir also unsere Traditionen. So gesehen freue ich mich nun auch auf die bevorstehenden drei Tage.

Allen nicht Fasnächtler wünsche ich eine ruhige Woche.

PS: Natürlich ist auch Selma an der Fasnacht. Mit ihrer besten Freundin Lea und ihrer Pfeifergruppe „Ehrenherren“. Vielleicht treffe ich sie ja …

27. Februar 2022: Ohnmacht

Es gäbe etwas zu feiern. Das «Fahrtenschreiber»-Buch ist erschienen. Ein «Best of …» meiner Kolumnen aus der Basler Zeitung. Illustriert von meinem Drämmler-Freund Eddie Wilde.

Es gäbe noch etwas anderes zu feiern: Ich habe vom Verlag das lektorierte Manuskript des vierten Selma-Teils erhalten und kann dem Werk nun den Feinschiff verpassen. Der Titel: «Lebenslust – Die Reporterin im Appenzellerland». Ja, es geht um die Freude am Leben. Um Unsterblichkeit. Um die Kraft der Natur. Auch ein bisschen um Hexen und Hokuspokus.

Aber mir ist es nicht ums Feiern zumute. Kaum ist die Pandemie zu Ende, schon kommt der nächste Schei … Ehrlich, man könnte schreien und heulen, oder!? 

Komplett absurd ist die Situation für uns Fasnächtler. Wir können endlich wieder Fasnacht machen – doch genau am schmutzigen Donnerstag wurde ein Krieg entfacht. Wir Basler sind ja erst am 7. März dran. Wir werden feiern. Aber unter der Larve kann man auch mal seinen Gedanken nachhängen. Sie werden nicht nur fröhlich sein. Man fühlt sich so ohnmächtig.

Krieg ist nun wirklich das Allerletzte. Und Dümmste. Kaum zu glauben, dass so etwas Furchtbares im Jahr 2022 überhaupt noch möglich ist. Der Mensch scheint kein besonders hochentwickeltes Lebewesen zu sein. Etwas aus der Geschichte lernen kann er offenbar nicht. Es ist einfach nur tragisch! 

So. Schluss. Genug.

Ich hoffe, dass es Euch allen gut geht. Bleiben wir optimistisch! Glauben wir an den Frieden. Und die Liebe.

20. Februar 2022: WOW! Inspiration

Kennt Ihr dieses Gefühl: Man kommt zum ersten Mal an einen Ort und ist begeistert, ja überwältigt? Ich musste letzte Woche immer wieder ein lautes WOW rufen!

Ich war im Bavonatal. Das ist ein Seitental des Maggiatals im Tessin. Weit hinten steht die Kirche von Ganarint (Foto 1). Ich bin dann noch auf eine Alp gewandert (Fotos 2 und 3). Der Weg war zuerst sehr steil und wirklich anstrengend. Aber dann erreichte ich eine Hochebene. Und erlebte gleich nochmals dieses WOW-Gefühl.

Das Bavonatal ist im Winter praktisch menschenleer. Keine Touristen, kaum Bewohner. Die Wälder sind kahl. Und es ist verdammt kalt.

Aber es ist wunderschön.

Ein Leser meiner Bücher hat mir den Tipp gegeben. Er findet, dass Selma unbedingt einmal im Tessin ein Abenteuer erleben sollte.
Ich war bis jetzt nicht der ganz grosse Tessin-Fan. Warum weiss ich auch nicht. Einige Ecken kannte ich aber schon. Und ich bin schon einmal auf den Spuren von Hermann Hesse gewandert und gewandelt …

Der liebe Leser meinte zudem, dass sich Selma, die Reporterin, garantiert ins Bavonatal verlieben würde.
Das ist mir nun auch passiert. Also: Vielen Dank für diesen Tipp.

In solchen Momenten werde ich inspiriert. Eine Alp aus Steinhütten im Winterschlaf, mächtige Berge, riesige Felsklötze, Höhlen und Erdlöcher, klirrende Kälte, ein eingefrorener Wasserfall, totale Einsamkeit … Plötzlich Steinschlag!
Ja, ich habe mir dann etwas Sorgen gemacht. Was, wenn mir die Geschichten nicht nur zufliegen, sondern ich Teil davon werde? Oh, nein, so ein richtiger Abenteurer bin ich dann doch nicht.

Weil ich so viele Fotos gemacht habe, war der Akku meines Handys schnell leer. Ich bin auf alle Fälle bald wieder abgestiegen. Sehr, sehr vorsichtig!

Was so in einem abgelegen Tal alles passieren könnte und kann. Jetzt muss ich die Geschichte eigentlich nur noch schreiben …

Gemach, gemach. Mal schauen, was daraus wird!

Wünsche Euch eine inspirierende Woche. Mit vielen WOW-Effekten.